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Der Telebasel Talk vom 15. Oktober 2019 mit Christoph Brutschin.

Basel

Firmen-Abwanderung – Schulterzucken bei der Regierung?

Die Abwanderung der Firma Selmoni löste heftige Debatten aus. Nimmt die Regierung die Sache zu leicht? Regierungsrat Christoph Brutschin gibt Auskunft.

In scharfem Ton kritisierte Gewerbeverbands-Präsident Marcel Schweizer am Freitag die Basler Regierung. Sie nehme es mit «Nonchalance» zur Kenntnis, dass mehrere Firmen Basel den Rücken gekehrt hätten.

Vorzeigebeispiel ist das Elektro­technikunternehmen Selmoni. Die BaZ berichtete letzte Woche: «1932 gegründet und seit 1962 an der St.-Alban-Vorstadt zu Hause, zieht Selmoni nun mit 600 Mitarbeitern ins Baselbiet, in einen Neubau in Münchenstein.» Marcel Schweizer schreibt, Selmoni «wäre gerne in Basel-Stadt geblieben, hätte für seine 122 Firmenfahrzeuge jedoch höchstens 25 Parkplätze bewilligt gekriegt». Besonders die Verkehrs- und Parkplatzsituation in Basel sei «alarmierend».

«Wir leben auf 37 Quadratkilometern»

Im erwähnten Artikel äusserte Regierungsrat Christoph Brutschin sein Bedauern über die Selmoni-Abwanderung. Eine Bevorzugung grösserer Firmen gegenüber kleinen gebe es aber in Basel nicht. Es sei schwierig gewesen, dem Unternehmen entgegenzukommen. «Wir leben auf 37 Quadratkilometern», so der Wirtschafts­direktor. «Wir haben wenig Platz, und entsprechend muss dieser Raum bewirtschaftet werden. Es ist nicht alles möglich.»

Der Gewerbeverband hält an seiner Kritik fest, und sieht sich mit Blick auf die Statistik des Bundes über die Wegzüge von Firmen im Recht. Telebasel berichtete am Sonntag:

Mehrere Firmen wechselten ins Baselbiet

Selmoni ist nicht das einzige Unternehmen, das aktuell Basel verlässt: die Moritz Hunziker Elektro AG kehrt Kleinhüningen den Rücken, «um im Baselbiet von einer vorteilhafteren Verkehrssituation zu profitieren.» Die Verkehrs- und Parkplatzsituation sei «untragbar» geworden.

Offensichtlich treffen bezüglich dem Politikum Parkplätze zwischen den Gewerblern und der Regierung zwei unvereinbare Weltsichten aufeinander. Am Freitag berichtete die BaZ über einen heftigen Briefwechsel zwischen Baudirektor Hans-Peter Wessels und der Firma Selmoni. Und über weitere Firmenabgänge.

Es gehen mehr Firmen als kommen

Auch das Regionaljournal interessierte sich für das Thema. «Firmen, die von Basel-Stadt nach Baselland ziehen, waren auch in der Vergangenheit keine Seltenheit. Die Statistik zeigt, dass im Jahr 2017 insgesamt 103 Firmen nach Baselland «auswanderten». Den umgekehrten Weg vom Land in die Stadt traten nur gerade 65 an.»

Telebasel hatte vergangene Woche Selmoni-Direktor René Fässler zu einer Talk-Sendung eingeladen. Nach mehreren Versuchen von Telebasel, einen Termin zu finden, kam am Donnerstag die Absage.

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