(Bildmontage: Telebasel)

Schweiz

«Ich weiss nicht, wer von beiden der grössere Komödiant ist»

Ronja Jansens angekündigte Beschwerde gegen SRF wegen Sexismus löste eine hitzige Debatte in der Telebasel Community aus.

Die JUSO-Präsidentin Ronja Jansen hat am Freitag angekündigt, eine Sexismus-Beschwerde gegen SRF einzureichen. Das, weil Comedian Michael Elsener sie in seiner Satire-Sendung «Late Update» «Miss JUSO» und «heiss» genannt hat. Telebasel berichtete.

Ronja Jansens angekündigte Beschwerde löste in der Folge eine hitzige Debatte aus: Sind solche Kommentare berechtigter Teil einer Comedy-Sendung oder sind sie sexistisch und unangebracht? Bei den Telebasel Usern scheiden sich die Geister.

«Ich stelle mir gerade den Aufschrei vor, der durchs Land gegangen wäre, wenn Sie, lieber Michael Elsener, den Herrn Christian Levrat als ‹Mister SP› und ‹heiss› angeredet hätten!», meint ein Facebook-User.

Andere hingegen können die Massnahme der JUSO-Präsidentin ganz und gar nicht nachvollziehen: «Ich weiss jetzt nicht, wer von beiden der grössere Komödiant ist? Was erwartet sie? Eine tiefsinnige politische Debatte in so einem Sendegefäss?», fragt sich eine Userin.

Einige User stehen ganz auf Seiten der JUSO-Präsidentin und geben ihr recht, dass Elseners Kommentare sexistisch seien.

Andere verstehen nicht, dass Ronja Jansen eine Beschwerde eingereicht hat. «Es kommt noch so weit, dass sich eine sexuell belästigt fühlt, wenn man sie hübsch nennt.»

Sexismus in den Medien

Auf Facebook wird zudem darauf hingewiesen, dass auch andere Politiker schon mit Kommentaren bezüglich ihres Äusseren klarkommen mussten. Beispielsweise werde Didier Burkhalter als George Clooney der Polit-Szene bezeichnet. Eine Studie der Universität Zürich zur medialen Darstellung von Politikerinnen und Politkern vom Juli 2019 zielt in die gleiche Richtung wie Sam Philipp Moors Kommentar.

SRF berichtete im August dieses Jahres über die Studie mit dem Resultat, dass Schweizer Medien nicht sexistisch über Politkerinnen berichten würden. Sie würden ausgewogen über Politikerinnen berichten und diese nicht schlechter als Männer darstellen.

Das hindert Ronja Jansen nicht daran, eine Kontrollstelle für sexistische Medienberichterstattung zu fordern, wie Telebasel berichtete. Dass den Betroffenen mehr Unterstützung gegeben wird, scheint der Politikerin am Herzen zu liegen: «Es kann nicht sein, dass die Verantwortung, sich zu wehren auf die individuellen Betroffenen geschoben wird».

Die JUSO-Präsidentin ist mit ihrem Anliegen nicht alleine: Der Blog medienpranger.ch einer Arbeitsgruppe von Aktivistin.ch sammelt und hinterfragt «Artikel, die Frauen und Männer auf ihr Geschlecht reduzieren». Mit dem Blog möchten sie sich gegen sexistische Medienberichterstattung einsetzen.

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