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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Oktober 2019.

Basel

Abfall und Kot statt Kleiderspenden beim Roten Kreuz

Beim Roten Kreuz Basel häufen sich seit einigen Monaten die «Spenden» von unbrauchbarem Gut. Statt Kleider werden Geschirr und sogar Kot abgegeben.

Hausmüll, zerbrochenes Geschirr oder Bettwäsche mit Exkrementen. Immer häufiger finden die Mitarbeiter des Roten Kreuzes Basel-Stadt in den Sammelcontainern Abfall, die die Grenzen des Anstandes überschreiten. «Schon im Sommer hat es angefangen doch jetzt im Herbst, vor den traditionellen Umzugsterminen, ist die Lage besonders prekär», erzählt Mathias Kippe, Leiter Kommunikation vom Roten Kreuz.

Missbräuchliche Entsorgungen

In dieser Zeit werde beim Rotkreuzhaus mehrmals wöchentlich über Nacht Hausrat oder Abfall vor dem Hauseingang abgelegt. Auch bei den anderen Sammelstellen kommt es gelegentlich zu solch missbräuchlichen Entsorgungsaktionen. «Darunter sind Dinge, die in Unwissenheit eingeworfen werden, wie beispielsweise Geschirr. Das können wir nicht brauchen. Oft zerbricht es beim Einwerfen und wird für die Mitarbeiter auch noch gefährlich beim Aussortieren. Daneben sind aber auch Sachen, die wirklich widerlich sind», so Kippe. Nicht nur kaputte, sondern auch dreckige Kleider und Textilien mit Exkrementen muss das Rote Kreuz entsorgen.

Kaum eine Sachspende sei zu 100 Prozent zum Wiederverkauf geeignet. Darum werde jeder Kleidersack genau geprüft und der Inhalt aussortiert. Nur was tragbar sei, komme ins Regal. «Beim Spenden kann man sich einfach überlegen, ob man die Sachen selber auch noch tragen würde oder an Freunde verschenken würde», gibt Mathias Kippe zu bedenken.

Untragbare Textilien führt das Rote Kreuz Basel für die Herstellung von Putzlappen oder Dämmstoffe dem Textilrecycling  zu. Rund ein Drittel aller Spenden gehört zu diesem Ausschuss, wie das Rote Kreuz mitteilt.

Extremes Ausmass an «Abfallspenden»

Alarmierend sei insbesondere das aktuelle Ausmass von «Abfallspenden». Es übersteige alles Bisherige und das Rote Kreuz Basel rechnet bis Ende Jahr mit fast doppelt so hohen Entsorgungskosten wie üblich, schreibt es in einer Medienmitteilung. Statt 3000 Franken für die sachgerechte Entsorgung müsse die humanitäre Organisation dieses Jahr mit über 5000 Franken rechnen. Dieser zusätzliche Aufwand reduziere den Verkaufserlös der Rotkreuzläden und vermindere damit die Beiträge an soziale Projekte in Basel, Bettingen und Riehen.

Das Rote Kreuz bietet nämlich für Menschen an der Armutsgrenze in den beiden Geschäften im Gundeli und am Claraplatz Kleider, Heimtextilien, Spielsachen für Kinder und Romane an. Damit immer genügend Ware vorhanden ist, sammelt das Rote Kreuz Basel Kleider an vier Standorten im Kanton mittels Kleidercontainer.

Ein Merkblatt über «korrektes» Spenden von Kleidern gibt es unter www.srk-basel.ch/kleider.

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