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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. Oktober 2019.

Basel

«Basel-Stadt vergrault Unternehmen»

Basel sei nicht gewerbefreundlich, das zeige das jüngste Beispiel vom Wegzug von Selmoni, sagt der Gewerbeverband.

Die Mitteilung der Basler Zeitung «BaZ», dass Selmoni mit 600 Mitarbeitern von Basel-Stadt ins Baselbiet zieht, sorgte für Empörung. Der Grund waren zusätzliche Parkplätze, die Basel-Stadt nicht für Selmoni errichten wollte. Die Stadt habe sich nicht bemüht, das Traditionsunternehmen zu halten. Basel sei nicht gewerbefreundlich, findet der Gewerbeverband.

Credit Suisse: «Basel ist Wirtschaftsstandort Nr. 1»

Erst vor einer Woche hat die Credit Suisse Basel-Stadt zum Wirtschaftsstandort Nr. 1 gekürt. Gewerbefreundlich sei die Stadt deswegen noch lange nicht, findet der Präsident vom Gewerbeverband Basel-Stadt, Marcel Schweizer. Das  jüngste Beispiel, der Wegzug von Selmoni, sei nur eines von vielen.

«Wirtschafts- und gewerbefreundlich ist nicht deckungsgleich», gibt Schweizer zu bedenken. Es gebe durchaus Unternehmen, die unter den hiesigen Bedingungen gut wirtschaften können. Das produzierende Gewerbe, hauptsächlich Dienstleister wie Maler, Gipser oder Elektriker hätten allerdings zunehmend Schwierigkeiten mit der Basler Verkehrspolitik. Basel würde seine Unternehmen damit vergraulen.

Mehr Unternehmen ziehen weg als zu

Tatsächlich ziehen jedes Jahr mehr Basler Unternehmen in andere Kantone als neue Unternehmen von anderen Kantonen nach Basel ziehen. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Nicht berücksichtigt sind da aber Firmen, die vom Ausland nach Basel-Stadt kommen oder hier neu gegründet werden.

Im Gesamten gehe es Basel als Wirtschaftsstandort hervorragend, so Samuel Hess, von der Geschäftsleitung vom Amt für Wirtschaft und Arbeit.  Dass einzelne Firmen hier nicht glücklich werden, könne durchaus sein, so wie es bei Selmoni der Fall war: «Es ist bedauerlich, wenn so eine Firma wegzieht, aber man muss dann doch die Relationen sehen. Die Anzahl Firmen ist ziemlich konstant geblieben in diesem Jahr».

Basel-Stadt bleibt attraktiv

Um die 15’000 Firmen sind es, die mehr oder weniger konstant in den letzten Jahren ihren Hauptsitz in Basel-Stadt haben. Die Credit Suisse bleibt dabei: In ihrem Ranking seien zwar nur die wichtigsten Faktoren für KMU berücksichtigt, Basel sollte aber vor allem in Zukunft spannend für die Unternehmen bleiben, wie Jan Schüpbach, Verfasser der Ranking-Studie, ausführt: «Unser Standortqualtitätsindikator dient Unternehmen als erster Wegweiser bei der Evaluierung möglicher Standorte. Das Ranking basiert auf sieben quantitativen Teilindikatoren in den Bereichen Steuerbelastung, Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter sowie Erreichbarkeit, die für die Mehrheit der Schweizer KMU relevant sind».

Bei der Auswahl eines konkreten Standorts spiele dann eine Vielzahl weiterer Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Verfügbarkeit und der Preis einer geeigneten Immobilie, die Verfügbarkeit von Parkplätzen oder auch individuelle Präferenzen der Firmeneigentümer, so Jan Schüpbach. «Nichtsdestotrotz hat der Standort Basel-Stadt durch die deutliche Senkung der Unternehmenssteuern für KMU deutlich an Attraktivität gewonnen, was sich mittelfristig auch in der Statistik zeigen dürfte», teilt Schüpbach mit.

Die Aussichten lösen beim Gewerbeverband nicht viel aus. Er will weiterhin für ein gewerbe- und autofreundlicheres Basel kämpfen.

1 Kommentar

  1. Der ewig jammernde Gewerbeverband mit seiner Mobilitätsvorstellung der 60er Jahre, Stichwort “autofreundliche Stadt”. Vor lauter Verbohrtheit merken die nicht mal, wie sich das urbane Leben und die Arbeitswelt verändert haben und sich weiter verändern werden.

    Ein trauriger Verein von Ewiggestrigen. Schade, denn der Gewerbeverband könnte ein Innovationsmotor und Bindeglied der urbanen Arbeits- und Lebenswelt sein. Wie sehr vermisse ich da den bodenständigen Brückenbauer Peter Malama selig.Report

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