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Der Telebasel News-Beitrag vom 10. Oktober 2019.

Basel

«Es ist eine Zunahme von offenem Antisemitismus spürbar»

Nach dem Attentat von Halle appellieren der Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel und auch ein Historiker, dem Hass im Internet mehr Paroli zu bieten.

Das Attentat im deutschen Halle, bei dem ein Mann am Mittwoch vor einer Synagoge zwei Menschen erschoss, warf einen dunklen Schatten auf den jüdischen Feiertag Jom Kippur.

So auch in Basel. «Die Sicherheitslage hat sich in Europa verschlechtert», sagt Manuel Battegay, Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB). «Die Sorge ist also gross, aber wir sind froh, dass wir gut mit der Polizei zusammenarbeiten.» Dabei findet er, diese habe ein gutes Sicherheitsdispositiv aufgestellt.

Strenger werden bei Hass im Netz

Antisemitisch motivierte Anschläge verunsichern nicht erst seit Halle. Man erinnere sich: Nach längerem Ringen bewilligte der Grosse Rat letztes Jahr schliesslich 746’000 Franken pro Jahr für die Kantonspolizei, um das Sicherheitsdispositiv für jüdische Einrichtungen aufzustocken.

In den Augen von Manuel Battegay gilt es, nebst dieser Massnahme auch auf anderer Ebene dem Antisemitismus – aber auch der Hetze gegen andere Minderheiten – Paroli zu bieten. «Man muss schauen, dass derartiger Hass unterbunden wird, vor allem im Internet.» Hier müssten die Behörden rigoroser werden, so Battegay gegenüber Telebasel.

Soziale Medien machen Hass salonfähig

Auf diese Problematik weist auch der Historiker Erik Petry hin. Er ist Professor am Zentrum für Jüdische Studien der Uni Basel.

Das Netz sei nicht als Ursache, wohl aber als Beschleuniger von Hasspropaganda immer bedeutender. «Es ist eine Zunahme von Antisemitismus in der Offenheit spürbar, das heisst weniger versteckt und offener, etwa in sozialen Medien», sagt Petry. Dies werde zum Beispiel in den Kommentaren bei Zeitungen in erschreckendem Masse deutlich. «Das schafft eine gewisse Akzeptanz, das darf dann wieder gesagt werden und wird salonfähig», beobachtet Erik Petry mit Besorgnis.

1 Kommentar

  1. Ich will niemals wieder diesen Antisemitismus, geschichtlich gesehen, erfahren müssen !!! Ich bin Jahrgang 1948, nicht Jüdisch, aber sehr empfindlich und betroffen über diese antisemitische Tendenz !!! Anscheinend haben viele Menschen aus dieser, menschenverachtenden Geschichte nichts gelernt. Leider kommt diese Brut Mensch, aus sehr einfachem und unbelesenem Umfeld zustande. Mein trauriges Fazit ist, es wird sich wohl niemals etwas ändern……….Report

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