Sicherheitskräfte bewachen den Eingang zur Synagoge während des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Bild: Keystone)

International

Angreifer von Halle wollte ein «Massaker» anrichten

Der Angreifer von Halle wollte ein «Massaker» anrichten Der Mann sei zur Synagoge gegangen, «um zahlreiche Menschen zu töten», so der Generalbundesanwalt.

Nach den Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank hatte der Rechtsextremist bei seiner Tat am Mittwoch neben Waffen mehrere Kilogramm Sprengstoff bei sich.

Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Ermittler «tief durchdrungen von einem erschreckenden Antisemitismus» und geprägt von Fremdenhass und Rassismus. Nach Aussage von Frank wollte der Attentäter mit seiner Tat «weltweite Wirkung erzeugen» durch das live gefilmte und im Internet übertragene Tatgeschehen und seine Pläne, die er zuvor im Internet verbreitet habe.

Christchurch-Attentat als Vorbild

Er habe sich dabei «in der Tradition vergleichbarer Attentäter» gesehen, etwa im neuseeländischen Christchurch, sagte Frank. Dort hatte im März ein Rechtsextremist in zwei Moscheen über 50 Menschen getötet und den Anschlag live im Internet übertragen.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurden Beweismittel beschlagnahmt, die nun wie die Waffen und Sprengmittel kriminaltechnisch untersucht werden. Auch die gesamte Kommunikation des Tatverdächtigen solle durchleuchtet werden, sagte Frank. Die Ermittlungen würden sich aber einige Zeit hinziehen.

Justizministerin: grösste Bedrohung

Die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht bezeichnete den Rechtsextremismus als eine der aktuell grössten Bedrohungen, denen der Rechtsstaat mit allen Mitteln gegenübertreten müsse. Rechtsextremismus trete in Deutschland immer gewalttätiger und aggressiver auf, sagte Lambrecht am Donnerstag in Karlsruhe. Der Nährboden beginne oft zunächst mit Worten, denen dann Taten folgen.

Man müsse ganz deutlich machen, dass man die Mitmenschen in Deutschland schütze, sagte die Ministerin. Es gehöre zur Staatsräson, dass Juden in Deutschland sicher leben könnten. Lambrecht kündigte an, Vorschläge zu machen, wie Internetplattformen verpflichtet werden könnten, rechtsextreme Äusserungen zu verhindern.

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