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Der Telebasel News Beitrag vom 9. Oktober 2019.

Basel

«Plötzlich war das Baby da»

Noch auf dem Weg ins Basler Frauenspital gebärt eine Frau im Taxi ihr Baby. Das Mädchen kam innerhalb weniger Minuten zur Welt.

Damit hatte niemand gerechnet. Die Basler Taxifahrerin Andra Lazar holte letzten Sonntagmittag eine Frau und ihren Mann ab, um sie in die Frauenklinik des Unispitals zu fahren, wo die Frau ihr Baby gebären wollte.

Die hochschwangere Frau lag bereits seit einem Tag in den Wehen, wie der «Blick» am Dienstag berichtet. Das Spital war nicht weit weg und Andra Lazar war zuversichtlich, es rechtzeitig zu schaffen. «Keiner hat damit gerechnet, dass es so schnell geht», erzählt die Taxifahrerin. Bis zum Spital haben sie es auch geschafft, doch dann habe die Frau nicht aus dem Taxi aussteigen können. Ihre Fruchtblase war geplatzt.

«Das Baby kommt!»

«Ich war auch schon bei einer Geburt dabei aber so spontan habe ich das noch nie erlebt, da habe ich schon Angst bekommen», erzählt Andra Lazar, die selbst Mutter einer Tochter ist.

Es sei sehr chaotisch gewesen, erinnert sich die 31-jährige Taxifahrerin. Der Mann sei zum Eingang gerannt, um einen Rollstuhl zu holen und Andra Lazar öffnete gerade die Autotür ihres Wagens. «Dann schrie die Frau: ‹Das Baby kommt!› und ich drehe mich zum Mann um, um ihn herbeizurufen. Als ich mich wieder zur Frau drehte, war das Baby plötzlich schon da!», erzählt Andra Lazar noch immer fassungslos. Es sei eine Sache von weniger als einer Minute gewesen.

Dem Mädchen geht es gut

«Der Mann hat super reagiert, er kam sofort zurück. Aber ich hatte Angst und bin zum Empfang gerannt, habe alle Knöpfe gedrückt, die ich sah, und habe nach Hilfe gerufen», schildert Andra Lazar die Situation weiter.

Als sie dann das Baby hat schreien hören, wusste sie aber, dass alles gut war. Im nächsten Moment seien auch mehrere Hebammen und Ärzte angerannt gekommen. Es sei ein schöner Moment gewesen: «Alle waren glücklich, dass es dem Mädchen gut geht und ich war auch sehr erleichtert», erinnert sich die Chauffeuse.

Besonderen Respekt habe sie vor der frischgebackenen Mutter: «Sie hat alles ganz alleine geschafft, so etwas habe ich noch nie gesehen.»

Taxifahrerin noch Stunden danach überwältigt

Die 31-Jährige habe ihr Taxi im Anschluss zur Reinigung gebracht. Erst dort habe sie realisiert, was gerade passiert war: «Ich habe noch zwei Stunden danach gezittert.»

In dem ganzen Trubel habe niemand an die Bezahlung für die Taxifahrt gedacht. Das Paar habe am nächsten Tag aber angerufen, und darum gebeten, die Fahrt und die Reinigung des Taxis zu zahlen.

Geburt ungewöhnlich, aber nicht gefährlich

Die anwesenden Hebammen waren überrascht von der schnellen Geburt, gesundheitliche Risiken hätten aber keine bestanden, sagt Maya Hunger, stellvertretende Leiterin Pflege und Geburtsabteilung. «Das Baby ist auf dem Taxisitz weich gelandet und die Mama hat es dann gleich zu sich genommen.»

Bei Nicht-Spitalgeburten könnte theoretisch das Risiko bestehen, dass die Kinder unterkühlen. Bei dieser Geburt wurde die Kleine allerdings schnell in warme Handtücher gepackt und sei wohl auf.

Die frischgebackene Familie konnte in der Zwischenzeit das Unispital verlassen und nach Hause gehen.

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