Das Traditionsunternehmen Selmoni zieht von Basel nach Münchenstein. (Bild: www.sietec.ch/Selmoni)

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Selmoni zieht mit 600 Mitarbeitern aus Basel weg

Das Traditionsunternehmen Selmoni verlässt Basel und zieht mit 600 Mitarbeitern nach Münchenstein. Grund dafür seien die fehlenden Parkplätze in Basel.

Das 1932 gegründete Elektrotechnik-Unternehmen Selmoni hat seinen Standort seit 1962 in der St. Alban-Vorstadt. Nun wird es in einen Neubau nach Münchenstein umziehen. Der Grund für den Wegzug sind die mangelnden Parkplätze in Basel, wie Selmoni in der Publikation «kmu-News» des Basler Gewerbeverbands mitteilt.

Gesetzlich sei nämlich nur der Bau von 25 Parkplätzen zugelassen, das Unternehmen habe aber 122 Firmenfahrzeuge. Selmoni-Direktor René Fässler sagt gegenüber dem KMU-Magazin, dass die Behörden zu keinen Ausnahmen bereit gewesen seien.

Kanton nimmt Wegzug hin

Der Basler Wirtschaftsdirektor Christoph Burtschin (SP) bedauert Selmonis Wegzug, wie er am Dienstag gegenüber der «Basler Zeitung» sagt: «Wichtig ist in einem solchen Fall, dass die Unternehmung in der Region bleibt. Damit werden die Arbeitsplätze erhalten, und die bisherigen Kunden können mit der Firma weitergeschäften». Im Fall von Selmoni ist dieser Punkt erfüllt.

Christopj Brutschin argumentiert, der Kanton habe mit 37 Quadratkilometern wenig Platz. Es müsse entsprechend bewirtschaftet werden – auch mit den Parkplätzen. «Das ist in unseren Nachbarkantonen anders: Dort gibt es mehr Platz, und die Anbindung an den ÖV ist ­weniger dicht, was ja zum Teil dazu führt, dass eine Mindestanzahl Parkplätze von den Unternehmen bereitgestellt werden muss, damit die Mitarbeitenden ihre Fahrzeuge nicht auf Allmend abstellen.»

Moritz Hunziker Elektro zieht auch ins Baselbiet

Auch Moritz Hunziker Elektro wird Basel den Rücken kehren. Per Februar 2020 werden 30 Mitarbeiter neu in Birsfelden arbeiten. Die Administration und Verwaltung bleibe aber vorerst noch in Kleinhüningen. Das sagt der Inhaber Daniel Hunziker gegenüber der «Basler Zeitung». Auch seine Firma wolle von einer vorteilhafteren Verkehrssituation im Baselbiet profitieren.

Basel ist Wirtschaftsstandort Nummer 1

Trotz des Wegzugs von Selmoni steht der Kanton Basel-Stadt laut Ranking der Credit Suisse zur wirtschaftlichen Standortqualität auf Platz 1 (Telebasel berichtete). Basel-Stadt sei besonders in Sachen Steuern attraktiv. Das, weil der Kanton die Reform der Firmensteuern schneller als andere Kantone umgesetzt hat.

2 Kommentare

  1. Hochmut kommt (hoffentlich) vor dem Fall, Herr Brutschin. Eine prosperierende Wirtschaft setzt ein einigermaßen tragbares Verkehrs- und Parkkonzept voraus. Beides wird in BS längstens reduziert. Mit Arroganz der Wirtschaft, der Anwohner und auch den Arbeitnehmern gegenüber.Report

  2. Die Parkmisere wurde ja durch unsere Regierung verursacht in dem immer wie mehr PP aufgelöst werden, dass jetzt Firmen wegziehen ist die logische Konsequenz. Was beide Firmen ja bemängeln ist fehlende PP für die Firmenflotte welche jetzt dann halt die wenigen noch übrig bleibenden PP beansprucht. Und dies nervt auch die autofahrende Bevölkerung welche zwar eine Anwohnerparkkarte haben aber keine PP finden. Wer abends oder am Wochenende durch die Wohnquartiere läuft sieht viele Firmenfahrzeuge nicht nur weil der Servicemonteur Pikettdienst hat sondern auch weil am Firmensitz keine zur Verfügung stehen.Report

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