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Baselland

«Anthony macht von allem etwas, aber nichts richtig»

Die fünfte Folge der neuen Staffel führte Daniel Bumann ins Blue Ginger nach Allschwil. Neben dem Kochlöffel wurde dieses Mal auch das Tanzbein geschwungen.

Tiefkühlprodukte, altes Fritteusen-Öl und ein flüssiges Curry. Im Blue Ginger in Allschwil hatte Daniel Bumann in der fünften Folge alle Hände voll zu tun und tanzte im wahrsten Sinne des Wortes gleich auf mehreren Hochzeiten. Wirt Anthony will sich mit seinem Lokal, einem Lieferservice sowie einem sogenannten «Fräss-Platz» einen Take Away-Wagen verwirklichen – mit mässigem Erfolg.

Gemeinsam auf kulinarischer Mission

Dieses Mal war Daniel Bumann allerdings erst einmal nicht alleine auf kulinarischer Mission. Im Baselbiet trifft der Restauranttester nämlich Stepptanz-Europameister Angelo Borer. «Wir waren sogar einmal auf der gleichen Seite in der ‹Glückspost›, so ist der Kontakt entstanden», erinnert sich Bumann nach dem Dreh. Weil sich Borers Tanzschule gleich in der Nähe befindet, sei er auf die Idee gekommen, den Lieferservice von Blue Ginger gleich gemeinsam zu testen.

Bevor aber geschlemmt werden konnte, wurden Kalorien verbrannt und das natürlich – wie sollte es auch anders sein – mit einer Runde Stepptanz. Hier durfte Bumann vom Besten lernen. Aber laut eigenen Aussagen liege ihm das Tanzen im Blut: «Ich bin ein Wahnsinns-Tänzer», sagt er lachend. Mit dem Stepptanz hatte der Restauranttester dann aber doch seine Mühe. «Das sieht so mega einfach aus, ist es aber nicht, fast wie Gastronomie.»

Lieferservice liefert nicht ab

45 Minuten später stand dann auch schon der Lieferservice vor der Tür. Abliefern konnte er das Essen aber nicht. Schon beim Auspacken hat Bumann etwas auszusetzen. «Das ist alles sehr flüssig», so der 60-Jährige. «Fast wie Geschirrspülwasser». Das rote Curry habe die Konsistenz einer Suppe und das Fleisch sei so zäh wie eine Schuhsole.

Das hatte sich Daniel Bumann zuvor anders vorgestellt. «Die Ente wurde als Spezialität ausgewiesen. Für mich war das aber schlicht und einfach nichts», so der Restauranttester später. Das Ganze sei einfach mit zu wenig Liebe daher gekommen. Fazit: Für den schnellen Hunger ist das Essen einigermassen akzeptabel. Bestellen würden sowohl Bumann als auch Borer hier aber nicht mehr.

Anthony war noch niemals in Thailand

Nach dem misslungenen Start wollte sich der Restauranttester auch ein Bild vor Ort machen. Im Blue Ginger traf er schliesslich auf ein leeres Restaurant und Wirt Anthony. Dieser ist zwar gelernter Koch, steht aber heute nicht mehr am Herd. Die Küche ist das Revier seiner Frau. Der erste Eindruck: «Ich habe mir das Lokal ganz anders vorgestellt», so Bumann. Ihm fehlte vor allem das thailändische Flair. Was den 60-Jährigen besonders irritierte: «Anthony ist wegen seiner Frau zwar mit Thailand verwurzelt, war aber selber noch nie dort». So habe auch das Restaurant ausgesehen.

Nach einem Besuch in der Küche die Ernüchterung: Weder die Currypaste noch die Süss-Sauer-Sauce werden im Blue Ginger selbst hergestellt. Auch die Ente wird bereits gegart und tiefgekühlt geliefert. Aber nicht nur das, auch die Qualität des Fritteusen-Öls lässt zu wünschen übrig. «Das ist ein No-Go, das geht nicht», mahnte der Restauranttester Wirt Anthony. Das Essen selber schmeckte Daniel Bumann aber im Lokal deutlich besser, trotzdem gibt es handwerkliche Mängel und das Fleisch auch hier – «Schuhsole».

Flüssige Saucen überall

Was Bumann nicht wusste, früher betrieb Anthony in diesen Räumlichkeiten eine Karaokebar – und das mit Erfolg. Daneben sorgte der Lieferservice für regelmässige Einnahmen. Wegen Lärmbeschwerden wird im Blue Ginger nicht mehr gesungen. Jetzt sieht es finanziell weniger rosig aus. Für Daniel Bumann ist die Erklärung dafür: «Du machst von allem etwas, aber nichts richtig». Einfach gesagt, Anthony will einfach zu viel. «Ich habe ihn auch gefragt, wieso er sich das antut und er konnte mir keine richtige Antwort darauf geben», so Bumann im Nachhinein.

Der sogenannte «Fress-Platz» konnte den Restauranttester ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Mit «Grill/BBQ/Smoker/Thai Food und mehr» setzte Anthony auch hier auf Vielfalt. «Ich muss ja für alle ein bisschen etwas da haben», lautet die Erklärung des Wirtes. Auch im Food-Truck trifft Bumann auf Altbekanntes: eine flüssige Sauce. Und dem 60-Jährigen wurde immer mehr bewusst, wie viel Arbeit wirklich vor ihm liegt. Was ihm fehlte: «Leidenschaft und Freude».

Mehr Thailand fürs Blue Ginger

An Tag 3 im Baselbiet wurden dann schliesslich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Ansage des Restauranttesters war klar: «Wenn du so weiter machst, gibt es euch in einem halben Jahr nicht mehr». Schritt 1 im Veränderungsprozess: Das Thai-Restaurant soll endlich auch nach einem Thai-Restaurant aussehen. Um dem Blue Ginger ein asiatisches Flair zu verpassen, eilt der Ausstatter Marco mit asiatischen Pflanzen und Dekomaterialien zu Hilfe.

Weil Anthonys Frau erst am letzten Tag von Bumanns Besuch aus Thailand zurückkehrte, schaute der Restauranttester stattdessen deren Schwester in der Küche über die Schulter. Nachdem das zubereitet Curry eher weniger überzeugte, wollte Bumann Wirt Anthony und seiner Köchin zeigen, wie man es richtig macht. «Ich habe keine thailändischen Wurzeln, habe keine thailändische Frau und war nur einmal dort. Aber ich koch jetzt aus dem Herzen heraus mit meiner Leidenschaft», so der 60-Jährige. Und so entstand im Handumdrehen ein leckeres Thai-Curry.

Zu viele Köche verderben die Laune

Tag 4 in Allschwil war gleichzeitig der Tag der Wahrheit. Anthony sollte nicht nur zeigen, was er von Daniel Bumann gelernt hat, der Restauranttester traf dann endlich auch auf die Frau des Wirtes. Das Problem: «Ihr Deutsch war doch sehr limitiert Die Herausforderung: Hungrige Gäste erwarteten leckere thailändische Gerichte. Daniel Bumann wurde schnell klar: In Sachen Timing und Service hat Anthony noch einiges aufzuholen. Der Wirt des Blue Ginger wirkte eher genervt als motiviert. Ganz nach dem Motto: Zu viele Köche verderben nicht nur den Brei, sondern auch die Laune.

Die Stimmung brodelte und Sturkopf Anthony beharrte auf seinen Methoden. Unverständnis bei Daniel Bumann. Grund der Diskussion: heisse oder kalte Teller. «Ich verstehe hier vieles zu wenig», so der Restauranttester. Zur gleichen Zeit sassen im Restaurant die Gäste vor ihren Tellern voller Reis, was aber immer noch fehlte, war das Curry.

Daniel Bumann beobachtete das Treiben in der Küche. «Ich weiss nicht, ob man so einen Betrieb führen kann», sagt er kopfschüttelnd. Für den Restauranttester war klar: Hier ist Schluss. Sein Rat: «Mach etwas, aber das dafür richtig gut». Und auch Anthony zeigte sich ehrlich: «Du gingst mir ab und zu schon auf den Sack».

Bei seinem erneuten Besuch wollte Bumann wissen, ob Anthony irgendetwas aus seinen Fehlern gelernt hatte. Vom Wirt fehlte allerdings jede Spur. Diesen trifft der Restauranttester am «Fress-Platz». Daniel Bumann wollte jetzt natürlich wissen, für welches Standbein sich der Anthony entschieden hat. Die Antwort: Der Lieferservice steht immer noch an erster Stelle. Das andere macht Anthony nach wie vor nebenbei.

Das Fazit des Restauranttesters: «Anthony soll sich um das Standbein Take Away kümmern, alles andere ist zu viel». Mit seinem Besuch wollte Bumann dem Wirt die Leidenschaft zurückgeben. «Das ist mir aber leider nicht gelungen.»

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