Breel Embolo spricht über seine Rolle als Papa. (Bild: Keystone)

Basel

«Ich bin erstaunt, wie schnell ich das hingekriegt habe»

Seit über einem Jahr ist Breel Embolo Papa. Tochter Naliya hat sein Leben verändert. Im Interview spricht er über seine Rolle als Vater.

Karrieretechnisch läuft es für Breel Embolo eigentlich wie am Schnürchen. Seit diesem Sommer spielt der Basler für Borussia Möchengladbach. Die «Fohlen» stehen nach dem 5:1 gegen Augsburg erstmals seit acht Jahren wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga.

Aber nicht nur auf dem Fussballplatz sieht sich Embolo einigen Herausforderungen gegenüber. Erst letztes Jahr wurde der 22-Jährige Papa. Tochter Naliya veränderte sein Leben komplett, wie er im Interview mit der «bz Basel» erzählt. «Es hat mir gezeigt, dass es neben dem Fussball, neben meinen Kollegen noch etwas anderes gibt», so der Stürmer.

Plötzlich ein Frühaufsteher

In erster Linie müsse man mehr Verantwortung übernehmen. «Meine Tochter gibt mir aber auch sehr viel Kraft.» Seit der Geburt der kleinen Naliya im Juni 2018 hat Embolo aber vor allem eines mehr: Zeit. Denn früher habe der Stürmer vor dem Training immer so lange wie möglich geschlafen – heute ist das anders. «Ich sass in den Ferien mit meiner Kleinen eine Woche lang um halb 8 Uhr am Hotel-Buffet», so der 22-Jährige. «Das war etwas, was ich mir nie hätte vorstellen können.»

Er sei automatisch in die Rolle als Vater hinein gewachsen. Am schönsten seien für ihn die Fortschritte, die seine Tochter jeden Tag mache. «Wenn ich sehe, dass sie laufen und Worte sagen kann, dann merke ich, wie schnell die Zeit vergeht.» Naliya habe ihn gelernt, das Leben positiver zu sehen. Natürlich wisse er, dass in seinem erst jungen Leben in Zukunft noch Rückschläge auf ihn zu kämen, aber es gäbe Schlimmeres auf der Welt als ein verlorenes Spiel oder eine Verletzung.

Eine ganz andere Liebe

Auch wenn der Fussball für den 22-Jährigen sehr wichtig ist, sagt er: «Aber ich glaube, ich liebe meine Tochter noch etwas mehr als den Fussball.» Diese Aussage korrigiert Embolo im Interview aber sogleich lachend. Es sei eine andere Liebe. «Ich gehe gerne um 15:30 Uhr mit den Jungs auf den Platz, ich reise gerne mit ihnen herum und spiele irgendwo.» Der Fussball gebe ihm Emotionen und das vor sowie nach dem Spiel.

Heute passe er sein Leben einfach mehr seiner Tochter an. Das seien vor allem Kleinigkeiten. «Ich gehe plötzlich am Sonntag in den Streichelzoo oder in den Park, statt zu Hause zu bleiben und nichts zu machen», erzählt der Basler. Das würden andere 22-Jährige wohl oft nicht machen. Gleichzeitig sei er aber auch erstaunt, wie schnell er das hingekriegt habe. «Meine ganze Familie staunt darüber», so Embolo lachend.

«Ich habe in meiner Freundin eine grosse Hilfe»

Der Stürmer hatte selbst keine einfache Kindheit, denn seine Eltern haben sich früh getrennt. Nach eineinhalb Jahren bei seinem Vater in Afrika, folgte er schliesslich seiner Mutter in die Schweiz. Die Beziehung mit seiner Freundin schätzt Embolo deshalb umso mehr. «Ich habe in meiner Freundin eine grosse Hilfe, die mir immer den Rücken frei hält.» Sie nehme ihm vor allem vor und nach den Spielen viel ab. «Das hätte ich glaube ich alleine nie geschafft», so der 22-Jährige. Trotz seinem Papa-Dasein kommen seine Kollegen nicht zu kurz. Man müsse immer schauen, dass man selbst noch ein Lebe habe.

Trotzdem geniesst Embolo seine Aufgaben als Papa. Vor allem das Zu-Bett-Bringen gestalte sich oft als lustige Angelegenheit. «Wenn die Kleine mich sieht, will sie nur Spass haben, herum springen. Bei ihrer Mutter ist es seriöser», erzählt der Stürmer. Wie es als Vater so ist, verwöhne er seine Tochter natürlich auch gerne. Schwierig sei es da, die goldene Mitte zu finden. «Gerade, wenn man viel weg ist, will man nicht der Böse sein, wenn man mal da ist.» Für Embolo ist es wichtig, seiner Naliya auch Eckpfeiler mit auf den Weg zu geben. «Sie soll immer wissen, woher sie kommt und dass nichts einfach gegeben wird, sondern dass man sich Dinge erarbeiten muss.»

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