Der Bruder von Erika Preisig hat sich von Eternal Spirit abgespalten. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Bruder von Erika Preisig gründet eigene Sterbehilfe

Die fünfte Freitodorganisation der Deutschschweiz ist entstanden. Gegründet hat sie der Bruder von Erika Preisig – nachdem sich die beiden verkracht haben.

Die neue Freitodorganisation heisst Pegasos Swiss Association mit Sitz in Basel und Sterbezimmer in Liestal. Der Non-Profit-Verein will mit möglichst schlanken Strukturen und unkomplizierter Bürokratie arbeiten und auf PR verzichten. Dies berichtet die «Schweiz am Wochenende».

Gleicher Standort

Präsident ist Ruedi Habegger. Er ist der Bruder von Freitodaktivistin Erika Preisig. Während mehreren Jahren hat er für ihre Freitodorganisation Eternal Spirit gearbeitet. Doch die Beziehung geht in die Brüche.

Seine Schwester nehme es ihm übel, dass er hinter ihrem Rücken einen eigenen Verein gegründet habe, wie sie gegenüber der «Schweiz am Wochenende» sagt. Sie stört sich vor allem daran, dass er am gleichen Standort in einem Liestaler Gewerbegebiet sein Sterbezimmer eingerichtet hat. Sie wolle Liestal nun den Rücken zukehren. Vielleicht auch gleich dem ganzen Kanton, so Preisig gegenüber der Zeitung.

Abspaltung von der Abspaltung

Habegger sagt, er habe den Verein in bester Absicht gegründet. Er habe das Angebot aufrechterhalten wollen, nachdem seine Schwester einen Mitgliederstopp verhängt hatte. Sie musste sich schonen, weil sie der Stress um den Strafprozess im Juli krank machte.

Die Geschichte der Freitodbewegung wiederholt sich damit zum dritten Mal. Zuerst gab es in der Deutschschweiz nur Exit, dann spaltete sich 1998 Dignitas ab. 2012 trennte sich Preisig von Dignitas und machte sich selbstständig. Jetzt hat ihr Bruder die Abspaltung gewagt.

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