YB-Captain Fabian Lustenberger behauptet sich im Duell mit Glasgows Glen Kamara. (Bild: Keystone)

Schweiz

YB gewinnt gegen die Glasgow Rangers

Die Young Boys gewinnen das zweite Gruppenspiel der Europa League gegen die Glasgow Rangers zuhause 2:1. Christian Fassnacht schiesst die Berner (93.) zum Sieg.

Mit Fassnachts spätem Tor entlöhnten sich die Young Boys für einen generösen Aufwand über 90 Minuten und mit den ersten drei Punkten in der Europa League.

Roger Assalé glich nach 50 Minuten zum 1:1 aus, indem er eine flache Hereingabe des brillanten Vorbereiters Ulisses Garcia allein vor dem Tor mühelos verwertete. In der 90. Minute bewahrte Goalie David von Ballmoos die Berner einer schier unglaublichen Reflex-Parade gegen einen abgelenkten Schuss von Torschütze Alfredo Morelos. Statt 1:2 hiess es vier Minuten später 2:1. Fassnacht traf aus dem lauf mit seinem schwächeren Fuss, dem linken, präzis in die linke untere Torecke.

YB setzt Glasgow unter Druck

Die Schotten, eine Mannschaft ohne grosse Namen, wenn man von Trainer Steven Gerrard absieht, betrieben in beiden Halbzeiten den weit geringeren Aufwand als die Young Boys, für die das Unentschieden ein magerer Lohn war. Sie entwickelten vor allem in der zweiten Hälfte einen fast konstanten Druck, ohne dass lange Zeit ganz zwingende Torchancen herausschauten. Bei einem tatsächlichen Hands und einem vermeintlichen Foul im schottischen Strafraum durften sie überdies auf einen Penaltypfiff hoffen, aber der österreichische Schiedsrichter Manuel Schüttengruber winkte beide Male, wie die TV-Bilder zeigten, zu Recht ab.

In der Defensive offenbarten Gerrards Spieler wenig Schwächen. Sie hatten ihre letzten fünf Wettbewerbsspiele alle gewonnen, vier davon ohne Gegentor. Und sie kamen zu den beiden besten Szenen nebst den Toren. Nach 47 Minuten hätte der Schiedsrichter ihnen eine Foulpenalty zugestehen können oder müssen.

Nsame scheitert zwei Mal

Bevor der Kolumbier Morelos, die einzige nominelle Sturmspitze der Rangers, nach 44 Minuten das Führungstor der Schotten erzielte, hatten die Young Boys die besten zwei Chancen. Beide Male scheiterte Jean-Pierre Nsame. Auf dem Kameruner lastet in den Wochen, in denen Goalgetter Guillaume Hoarau wegen Verletzungen oft nicht zur Verfügung steht und auch der aufstrebende Nicolas Moumi Ngamaleu angeschlagen ist, die Hauptverantwortung für das Toreschiessen.

Hoarau wurde für den Match gegen die Rangers nicht rechtzeitig fit, nachdem er im letzten Meisterschaftsspiel gegen Sion (3:2) einen Schlag auf den Fuss bekommen hatte. Nsame steht als Leader der Super-League-Torschützenliste bei acht Toren in neun Partien, oftmals vergibt er – teils mit Pech – aber auch grosse Chance für sehr wichtige Tore. Zweimal hatte er in einer Nachspielzeit ein 2:1 auf dem Fuss: jenes bei Roter Stern Belgrad, das die Young Boys in die Champions League gebracht hätte, und jenes in Bern gegen Basel, das der Tabelle in der Super League ein anderes Gesicht gegeben hätte. Trotz allem sind die Fortschritte, die Nsame in seiner Zeit bei YB gemacht hat, eklatant.

Patzer von Zesiger

Die zeitweilige Führung der Schotten machte auf ein weiteres Problem der Young Boys in diesem Herbst der vielen Absenzen hin: die Innenverteidigung. Cédric Zesiger, von Absteiger GC gekommen, kam in einem Laufduell ins Stolpern und fiel, sodass Alfredo Morelos allein auf den machtlosen Goalie David von Ballmoos ziehen konnte. Solche Patzer sind dem baumlangen jungen Seeländer in den letzten Wochen in zu vielen Spiele zu oft passiert. Bis er auf dem verlangten Niveau spielen kann, wären die im ganzen Herbst nicht zur Verfügung stehenden Ali Camara und besonders Sandro Lauper die weit sichereren Werte im Abwehrzentrum.

Zu Zesigers Ehrenrettung ist zu sagen, dass auch seine Verteidigerkollegen mit dem schnellen Morelos – er erzielte in der Qualifikation zur Europa League acht Tore – ihre liebe Mühe hatten. So setzte er sich kurz nach dem 1:1 auf Ulisses Garcias Seite durch. Er zwang Von Ballmoos zu einer tollen Parade. Und noch ein echter Pluspunkt für Zesiger: Sein weiter Kopfball aus der eigenen Platzhälfte heraus wurde zur idealen Vorlage für den Siegestorschützen Fassnacht.

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