Xherdan Shaqiri wird Nati-Trainer Vladimir Petkovic in Zukunft wieder zur Verfügung stehen. (Archivbild: Keystone)

Schweiz

Xherdan Shaqiri kehrt in die Schweizer Nati zurück

Xherdan Shaqiri wird der Schweizer Nationalmannschaft in Zukunft wieder zur Verfügung stehen. Ein Gespräch zwischen ihm und dem SFV war positiv.

Xherdan Shaqiri kehrt dem Nationalteam nicht den Rücken. Die Gespräche zwischen ihm und dem SFV haben zu einem positiven Ergebnis geführt. Shaqiri wird weiterhin zur Verfügung zu stehen. In den nächsten Spielen gegen Dänemark und Irland fehlt er allerdings verletzt.

Gespielt hat Xherdan Shaqiri in dieser Saison kaum. Beim FC Liverpool war er entweder verletzt oder sass er auf der Ersatzbank. In Pflichtspielen war er 25 Minuten im Einsatz; möglich gewesen wären 1140 Minuten. Dass er einmal 90 Minuten durchspielte bei Liverpool, liegt mehr als ein halbes Jahr zurück. Dem Nationalteam stand er in den Spielen Anfang September gegen Irland und Gibraltar nicht zur Verfügung. Er hatte dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) eine Absage erteilt.

Geredet haben fast alle – ausser Shaqiri

Und doch hat Shaqiri in der Schweiz in den letzten Wochen mehr Aufmerksamkeit bekommen als jeder andere Nationalspieler. Seit der frühere Nationaltrainer Artur Jorge vor der EM-Endrunde 1996 in England die Starspieler Alain Sutter und Adrian Knup aus dem Kader strich, hat keine Absenz eines Nationalspielers in der Schweiz derart viel zu reden gegeben. Denn geredet haben darüber hierzulande fast alle – nur Shaqiri selbst erklärte sich nicht.

Nun liess er sich zumindest im Communiqué des SFV zitieren: «Ich verpasste (…) die Vorbereitung zur neuen Saison. Ich hatte kaum Spielpraxis. Unter diesen Umständen fühlte ich mich nicht in der Lage, dem Nationalteam zu helfen. In Absprache mit der Führung des Nationalteams kam ich dem Aufgebot nicht nach und konzentrierte mich auf meinen Verein, um schnell wieder auf jenes Niveau zu kommen, mit dem ich meine Mitspieler im Nationalteam unterstützen kann.» So weit, so gut. Ähnlich hatte der SFV die Absenz Shaqiris für die Spiele gegen Irland und Gibraltar bereits Ende August erklärt.

«Nichts mit dem Amt des Captains zu tun»

Im Communiqué steht weiter: «Ich habe diese Pause gebraucht. Die dadurch entstandene Unruhe war nicht beabsichtigt. Es ist für mich ein Anliegen zu klären, dass mein Fehlen nichts mit dem Amt des Captains zu tun hatte», so Shaqiri. Die Motivation zu diesem letzten Satz hat ihren Ursprung in einer Debatte, die in den Medien und an den Stammtischen geführt wurde. Hatte Shaqiri sich, und nicht den um ein Jahr jüngeren Granit Xhaka, als (Vize-)Captain gesehen? War er deshalb beleidigt und blieb dem Nationalteam fern? Xhaka selbst hatte nach dem Spiel in Irland Shaqiri die Captainbinde angeboten, «wenn dies das Problem ist».

Oder ging es gar nicht darum? Spürte Shaqiri von Seiten Petkovics einfach zu wenig Wertschätzung? Oder von den Mitspielern? Kann er sich nicht mehr mit der Schweiz und ihrem Fussball-Nationalteam identifizieren? Fragen über Fragen – und nun ein paar erste Antworten. Zumindest die letzte Frage wurde für die SFV-Auswahl positiv beantwortet. Shaqiri steht dem Nationalteam in Zukunft wieder zur Verfügung.

Erfolgsfaktor Tami?

Da Petkovic Anfang September zugeben hatte, dass das Verhältnis zu Shaqiri besser sein könnte, ist davon auszugehen, dass vor allem der neue Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami das sensible Thema in den letzten Wochen mit Erfolg angegangen ist. Nach dem Spiel gegen Gibraltar reiste er für ein erstes Gespräch nach England. «Ich wollte beim Treffen mit dem Spieler unter vier Augen herausspüren, was sein Standpunkt ist», sagte Tami.

Zum zweiten, offenbar von Beginn weg geplanten Gespräch trafen sich Tami und Nationaltrainer Vladimir Petkovic mit Shaqiri in Liverpool. Zum Resultat des «offenen, rund zweistündigen Austauschs am Mittwoch» sagte Petkovic: «Wir haben mit Xherdan vereinbart, dass wir keine inhaltlichen Details öffentlich machen werden. Xherdan ist Teil unserer Mannschaft. Wir sind froh, auf ihn zählen zu können.»

Das wird allerdings noch nicht in den nächsten beiden EM-Qualifikationsspielen in Dänemark und gegen Irland der Fall sein. Shaqiri verletzte sich in der letzten Woche im Training in Liverpool an der Wade. Deswegen fehlte der Offensivspieler unter anderem auch am Mittwochabend in der Champions-League-Partie gegen Salzburg.

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