In Lesbos verloren am Sonntag eine Mutter und ihr Kind bei einem Brand in einem Flüchtlingslager ihr Leben. (Bild: Keystone)

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Mindestens zwei Tote bei Brand in Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Am Sonntag starben im Flüchtlingslager Moria bei zwei Bränden auf der Insel Lesbos eine Mutter und ihr Kind. Es folgten Unruhen. Die Brandursachen sind unklar.

Die beiden Feuer waren griechischen Medienberichten zufolge am Sonntag gegen 17 Uhr sowohl im Auffanglager Moria als auch im daneben gelegenen provisorischen Zeltlager «Olive Grove» ausgebrochen.

Während das Feuer im Zeltlager schnell gelöscht werden konnte, entstand im sogenannten Hotspot, dem Registrierzentrum der Insel, erheblicher Schaden. Die Feuerwehrleute hätten sich angesichts der Feuersbrunst zunächst zurückziehen müssen, berichtete eine Nachrichten-Website der Insel Lesbos.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Lage unter Kontrolle zu behalten. Aus Athen wurden zudem mit Armeehelikoptern zusätzliche Sicherheitskräfte eingeflogen. Flüchtlinge gaben an, dass die Feuerwehr viel zu lange gebraucht habe, bis sie im Lager angekommen sei.

Das Lager Moria auf Lesbos steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Nach der Ankunft von 3000 neuen Flüchtlingen im August hatte sich die ohnehin schwierige hygienische Situation in dem inmitten von Olivenhainen gelegenen Zeltlager weiter verschlechtert. Derzeit leben rund 13’000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für 3000 ausgelegt ist.

Auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind derzeit rund 30’000 Flüchtlingen unter teils prekären Umständen untergebracht, weil der Zustrom von illegalen Migranten und aus der Türkei in den vergangenen Wochen zugenommen hat. Die Zahl der Flüchtlinge ist die höchste seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016.

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