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International

Brigitte Bardot feiert ihren 85. Geburtstag

Jahrelang war sie mit Schmollmund, Kurven und blonder Mähne ein Sex-Symbol. Heute macht Brigitte Bardot mit radikalen Thesen auf sich aufmerksam.

Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte Brigitte Bardot ihre Memoiren unter dem Titel «Larmes de combat» (Tränen des Kampfes). Darin beschreibt der «lebende Mythos», wie sie sich selbst nennt, ihre Wandlung vom Schauspiel-Star zur selbsternannten Anwältin der Tiere. «Ich bin nicht mehr Teil des Menschengeschlechts», betont sie in dem Werk. «Ich fühle mich anders, fast anormal.»

Anders war Brigitte Bardot auch schon in den 50er- und 60er-Jahren: Mit ihrem freizügigen Auftreten scherte sie sich nicht um den Verhaltenskodex ihres grossbürgerlichen Elternhauses. «Sie tut, was sie mag, und das stört», schrieb die Feministin Simone de Beauvoir einmal über sie.

Tiere und sonst nichts

Heute bringt Bardot Feministinnen gegen sich auf. Zum Beispiel in der #MeToo-Debatte: Die Klagen über Anmache und Missbrauch seien «scheinheilig und lächerlich», sagte Bardot dazu. Viele Schauspielerinnen flirteten mit Produzenten, um eine Rolle zu ergattern. «Und dann sagen sie, dass sie belästigt wurden, damit wir über sie reden.» Frauenrechtlerinnen warfen ihr daraufhin eine «Riesendummheit» vor.

Aber auf die Meinung von Menschen gibt Bardot nur noch wenig. «Ohne die Tiere hätte ich mich umgebracht», sagte sie in einem Interview zu ihrer Entscheidung, im Alter von 38 Jahren der Schauspielerei den Rücken zu kehren und sich ganz dem Tierschutz zu widmen.

Zudem beklagte sie die «Oberflächlichkeit und Frivolität» der Kino-Welt, in der «alles falsch» sei. Nur an Alain Delon, mit dem sie 1961 in «Les amours célèbres» spielte, lässt sie noch ein gutes Haar. Und an ihrer verflossenen Liebschaft, dem schon lange verstorbenen Sänger und Komponisten Serge Gainsbourg.

Leben wie im Drehbuch

Die Lebensgeschichte der am 28. September 1934 in Paris geborenen Industriellen-Tochter könnte einem Drehbuch entstammen: Mit 18 heiratet sie den Regisseur Roger Vadim. Er verschafft ihr mit «Et Dieu créa la femme» (1956) den Durchbruch.

Mit seinen lasziv-erotischen Szenen wird der Film ein internationaler Erfolg, der Mythos «BB» ist geboren. In knapp 50 Filmen wird sie mitwirken. Einige werden zu Klassikern, etwa «Le mépris» von Jean-Luc Godard (1963) mit Michel Piccoli.

Privat ist Bardot zunächst wenig Glück beschieden: Die Ehe mit Vadim und zwei weitere scheitern – auch die mit dem deutschen Playboy Gunter Sachs. Mit dem Schauspieler Jacques Charrier bekommt sie 1960 ihren Sohn Nicolas, aber die Beziehung zu ihrem Kind bleibt distanziert.

Rechtsradikale Alters-Diva

Seit 1973 widmet sich Brigitte Bardot ganz dem Tierschutz. Ihre Stiftung macht mit lautstarken Aktionen auf sich aufmerksam: Ob tot geprügelte Seehundbabys, bedrohte Elefanten in Afrika oder Tanzbären in Bulgarien – ihr entgeht keine Grausamkeit.

Zudem wetterte Bardot gegen «barbarische» rituelle Schlachtungen durch Muslime und Juden. Wegen rechtsradikaler und schwulenfeindlicher Äusserungen wurde die Alters-Diva bereits fünf Mal verurteilt.

Viele nehmen ihr übel, dass sie Werbung für die rechtsextreme Front National machte und seit 1993 mit einem früheren Partei-Berater verheiratet ist. Zuletzt liess sie sich in einer gelben Warnweste ablichten, dem Zeichen der Protestbewegung gegen Präsident Emmanuel Macron.

Ist «BB» selbst nur noch eine arme Kreatur, wie Kritiker meinen? In ihren Memoiren plädiert sie für eine «gemeinsame Zukunft» aller Zwei- und Vierbeiner. «Dann findet meine Seele endlich Frieden.»

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