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Der Telebasel Wahlkampf-Talk vom 29. September 2019.

Basel

Wahlkampf: Brenzikofer oder de Courten oder Marti oder Schenker?

Am 20. Oktober ist Wahltag. Am Sonntag streiten sich Florence Brenzikofer, Thomas de Courten, Samira Marti und Saskia Schenker um die Gunst des Wahlvolks.

Schlussrunde bei den Wahlkampf-Talks auf Telebasel: Florence Brenzikofer (Grüne), Thomas de Courten (SVP, bisher), Samira Marti (SP, bisher) und Saskia Schenker (FDP) kämpfen einen resp. um ihren bisherigen Baselbieter Nationalratssitz. Es moderiert Adrian Plachesi.

Finden Sie weiter unten Kurzporträts und eine Einschätzung der Wahlchancen.

Den ersten Wahlkampf-Talk um die Baselbieter Nationalratsmandate mit Miriam Locher (SP), Tanja Haller (GLP), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP, bisher) und Sandra Sollberger (SVP, bisher) vom 15. September sehen sie hier.

Hier die Übersicht über alle acht Talk-Runden mit allen Köpfen und Daten.

EU, Klima, Frauen, Altersvorsorge, Gesundheitskosten: Warum die Wahlen 2019 so wichtig sind.

Nationalratswahlen 2019 Baselbiet (7 Sitze)

Jetzige Verteilung: 2 SVP, 2 SP, 1 FDP, 1 CVP, 1 GPS

Florence Brenzikofer (Grüne, Kandidatin)

  • Landrätin Grüne (Präsidentin Finanzkommission, Ersatzmitglied Bau- und Planungskommission)
  • Vizepräsidentin Grüne Schweiz
  • Vorstand Grüne Baselland (Präsidentin  2012 – 2017)
  • Vorstand NWA Schweiz
  • Beruf: Sekundarlehrerin
  • Jahrgang: 1975

Thomas de Courten (SVP, Nationalrat)

  • Nationalrat seit 2011
  • Geschäftsprüfungskommission NR
  • Präsident Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR
  • Immunitätskommission NR (Stellvertreter)
  • Div. Vorstandsmandate (EBL, Raiffeisenbank, Intergenerika, Autobus AG, IG biomedizinische Forschung etc.)
  • Beruf: Betriebsökonom/Unternehmer
  • Jahrgang: 1966

Samira Marti (SP, Nationalrätin)

  • Nationalrätin seit 2018
  • Staatspolitische Kommission NR
  • Vizepräsidentin SP BL
  • Präsidentin VPOD Region Basel
  • Beruf: Ökonomin
  • Jahrgang: 1994

Saskia Schenker (FDP, Kandidatin)

  • Landrätin (Mitglied Finanzkommission)
  • Präsidentin FDP BL
  • Stellvertretende Geschäftsführerin/Direktorin beim Krankenkassenverband curafutura
  • ehemalige Leiterin Polit-Team Wirtschaftskammer BL
  • Studium Politologie und Finanz-Management
  • Jahrgang: 1979

Ausgangslage: stabil

Bei den kantonalen Wahlen im März wurde die SP zur stärksten Macht im Kanton und die Grünen schossen auf Platz vier. Auch wenn die SVP Federn lassen musste: Nach wie vor stellt sie im Landkanton eine stabile Supermacht dar. FDP und CVP kassierten immerhin keinen Sitzverlust. Den nationalen Aufschwung (Kantonswahlen Zürich und Luzern) konnten die Baselbieter Grünliberalen nicht nutzen: Es blieb bei drei Landratssitzen. Wenn wir das als Trend nehmen, so ist das wesentliche gesagt.

Die SP wird ihre zwei Sitze halten können. Dank dem vorzeitigen Rücktritt von Susanne Leutenegger-Oberholzer kann Samira Marti mit dem Bisherigen-Label antreten. Instinktsicher sorgte sie bereits für Aufsehen mit ihrem Vorstoss für ein Verbot von Kurzstreckenflügen. Der besonnene Energieexperte Eric Nussbaumer wird sowieso wieder gewählt.

Ähnliches Bild bei der SVP: Sandra Sollberger ist seit ihrer Wahl in die nationale Parteispitze aufgestiegen und gilt als KMU-Unternehmerin bei der Basis als äusserst beliebt. Thomas de Courten bezog eine empfindliche Niederlage bei den Regierungsratswahlen 2019. Ob man einfach keine zwei SVP-Männer in der Regierung wollte oder dem angeblichen Hardliner de Courten das Exekutiv-Amt nicht anvertrauen wollte, ist unklar. Dennoch wird die SVP selbst bei prognostizierten Verlusten genügend Stimmen anziehen, um den zweiten Sitz zu halten.

Maya Graf gilt als eine der prominentesten und beliebtesten Politikerinnen des Landes, die als Persönlichkeit weit bis ins bürgerliche Lager Sympathien geniesst. Ihre Wahl ist gesetzt. Recht sicher kann sich auch Daniela Schneeberger fühlen, die dazu auf stabile Unterstützung aus dem SVP-Lager zählen darf.

Als einziger Wackelsitz wurde derjenige der CVP diskutiert. Die Partei ist im Laufe der Jahre auf das Niveau einer grossen Kleinpartei abgerutscht. Bei den kantonalen Wahlen konnte die Partei trotz interner Spannungen die Position halten. Elisabeth Schneider-Schneiter hat mit ihrem Einsatz für die Fusions-Initiative (2014) das rechtsbürgerliche Spektrum nachhaltig verärgert. «ESS» hat jedoch viel getan, um ihre Position abzusichern. Sie präsidiert mittlerweile die Aussenpolitische Kommission, was ihr regelmässig starke Präsenz in nationalen Medien bringt, und die Handelskammer beider Basel. Ihre Bundesratskandidatur misslang zwar, machte sie aber im ganzen Land bekannt. Und die CVP hat ihre Position mit einer Listenverbindung mit der BDP, EVP und GLP zusätzlich stabilisiert.

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