(Montage: Telebasel)

Basel

«Haben die Behörden keine anderen Probleme?»

Einem Basler Tierliebhaber wird verboten, seine Futterstation für verwilderte Hauskatzen weiter zu betreuen. Ein Grossteil der Telebasel-Community ist empört.

Der Tierliebhaber Sascha von Sawilski betreibt im St. Johann-Quartier eine unerlaubte Futterstelle für verwilderte Hauskatzen. Er kennt die Katzen, die vorbeischauen sehr gut. Doch nun ist Schluss: Die Behörden zwingen ihn, die Futterstation an der Grenze zum Elsass aufzulösen. Telebasel berichtete.

Der Grund: «Das Errichten von grossen, unkontrollierten und immer zugänglichen Futterstellen ist auch in Hinblick auf die Zunahme von Schädlingen wie Ratten, Krähen und Mäusen, die durch das Katzenfutter angelockt werden, problematisch», schreiben das Veterinär- und Tiefbauamt in einer gemeinsamen Antwort auf Anfrage von Telebasel.

Unterstützung für Katzen-Götti ist gross

Die Telebasel-Community auf Facebook ist entrüstet. Die Mehrheit der Leser findet den Entscheid der Behörde absurd. Sie solle sich um wichtigere Dinge kümmern, finden die User.

Auch der Präsident der Schweizerischen Hunde- und Katzenrettung, Oliver Bieli, meldet sich zu Wort. Er habe die Futterstation mehrfach besucht. Sie sei immer sauber gewesen. Auch er klagt die Behörden an. Sie würden dem Tierwohl Steine in den Weg legen.

Und der «Katzen-Götti» persönlich schaltet sich in den Kommentaren ein. Die Katzen am Bachgraben sind kastriert, sagt Sascha von Sawilski. Die Tierschutzorganisation NetAP habe dies übernommen.

Auf Anfrage von Telebasel bestätigt NetAP Präsidentin Esther Geisser die Kastrationsaktion. Es sei aber eine Sisyphus-Aufgabe. Denn die Katzen vermehren sich rasant. Ausserdem würden Anwohner ihnen das Leben schwer machen.

In der Telebasel-Community gibt es vereinzelt Menschen. Die sich hinter den Entscheid des Veterinär- und Tiefbauamts stellen.

2 Kommentare

  1. Ich muss zugeben, dass beiden Seiten in gewissem Masse recht gegeben werden. Klar ist, dass das Verbot klar am Ziel vorbei schiesst. Das Grundproblem der Katzenvermehrung wäre dabei nämlich immer noch nicht gelöst. Jedoch fördern solche unbeaufsichtigte Futterstationen ganz sicher die Vermehrung von Parasiten wie Ratten und sonstigem Ungeziefer. Deshalb müsste man eine einvernehmlich Lösung anstreben. Außerdem verstehe ich immer noch nicht, weshalb Katzen nicht gechipt werden müssen und überall frei rumlaufen dürfen. Gartenbesitzer können vermutlich ein Lied davon singen wieviel Hinterlassenschaften von Katzen, sie jeweils aus ihren Gärten entsorgen müssen. Damit wären dann auch die Katzenbestände besser zu kontrollieren. Oder weiss jeder Katzenbesitzer immer wo sich seine freilaufende Katze so herumtreibt???Report

  2. Leider gibt es einige Anwohner die unkontrolliert füttern. Sie lassen das Futter oft stehen, so dass es andere Tiere anzieht, wie zum Beispiel Ratten. Auch wird häufig mit nicht artgerechtem Futter gefüttert. So wurde zum Beispiel auch schon Muschelsuppe als Futter angeboten, welche toxisch werden kann, wenn sie länger herumsteht. Einige Anwohner füttern bewusst noch mehr, wenn wir die unkastrierten Tiere einfangen wollen, um zu verhindern, dass die Katzen in die Falle gehen. Sie tragen damit massiv zum Katzenelend bei. Kontrollierte Futterstellen wären zu begrüssen, helfen sie doch unkastrierte Tiere einzufangen und auch kranken oder verletzten Tieren gezielt helfen zu können.Report

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