(Symbolbild: Keystone)
International

66 Länder verpflichten sich zu CO2-Neutralität bis 2050

Kurz vor Beginn des Uno-Klimagipfels in New York haben sich 66 Länder verpflichtet, bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen.

«Die Klimakrise ist ein Wettlauf, den wir im Moment zu verlieren drohen. Aber es ist auch ein Wettlauf, den wir gewinnen können», erklärte Guterres.

Der Uno-Generalsekretär hatte zu dem Klimagipfel in New York eingeladen. An ihm nehmen auch Vertreter der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft teil, darunter die 16-jährige schwedische Aktivistin Greta Thunberg, die mit ihren freitäglichen Schulstreiks die neue weltweite Jugendbewegung für den Klimaschutz ins Rollen gebracht hat.

Als Ziel des Gipfels hatte Guterres im Vorfeld ausgegeben, dass die Weltgemeinschaft sich zu einer deutlicheren Verringerung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstosses verpflichtet. Dazu trägt die Vereinbarung der 66 Staaten bei. Der Bundesrat hatte bereits Ende August beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden soll.

Klimaziel des Pariser Abkommens

Bei der CO2-Neutralität geht es darum, nicht mehr Kohlendioxid auszustossen als gleichzeitig abgebaut oder gespeichert werden kann. Eine weltweite CO2-Neutralität bis zur Mitte dieses Jahrhunderts ist nach Einschätzung des Weltklimarats die Voraussetzung dafür, die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen zu können. Dieses Ziel hatte sich die internationale Gemeinschaft im Pariser Klimaabkommen 2015 gesetzt.

Bei dem Gipfel in New York wollen die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs die Beiträge ihrer Länder zum Klimaschutz vorstellen. Allerdings wird weniger als die Hälfte der 136 Staats- und Regierungschefs, die in dieser Woche an der Uno-Generaldebatte in New York teilnehmen, am Montag auf dem Klimagipfel anwesend sein.

So wird etwa die Regierung von US-Präsident Donald Trump lediglich durch eine Büroleiterin des Aussenministeriums vertreten sein. Trump hat den menschengemachten Klimawandel immer wieder angezweifelt und 2017 den Austritt seines Landes aus dem Pariser Abkommen angekündigt, weil es der US-Wirtschaft schade.

Auch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, unter dessen Regierung die Vernichtung der Regenwälder im Amazonasgebiet Rekordausmasse erreicht hat, wird nicht teilnehmen.

Ebenfalls abwesend ist der australische Premierminister Scott Morrison, dessen Regierung an der Kohleförderung festhält. China, der mit Abstand grösste Kohlendioxidproduzent der Welt und zugleich aber auch führend im Bereich der erneuerbaren Energien, wird durch Aussenminister Wang Yi vertreten sein.

NGO für Taten statt Worte

Klimaschützer und Hilfsorganisationen warnten, sich beim Gipfel auf blosse Absichtserklärungen zu beschränken. Das Treffen auf höchster politischer Ebene müsse mehr ergeben «als eine reine Bestätigung der Relevanz der Nachhaltigkeits- und Klimaziele und ein Benennen freiwilliger Massnahmen», hiess es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung des Forums Umwelt & Entwicklung, der Klima-Allianz Deutschland und des Verbands Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (Venro).

Die Entwicklungsorganisation Oxfam forderte mehr Unterstützung für arme Länder, um sich vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen. Die 48 am wenigsten entwickelten Länder erhielten jährlich nur 2,4 bis 3,4 Milliarden Dollar Unterstützung durch die Industrieländer für die Klimaanpassung. Das entspreche weniger als einem Cent pro Kopf und Tag.

Einen Tag vor dem Uno-Klimagipfel hatte die Uno einen Bericht veröffentlicht, demzufolge die fünf Jahre von Anfang 2015 bis Ende 2019 die wohl heissesten der Geschichte sein werden. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf werden die durchschnittlichen globalen Temperaturen in der jetzigen Fünf-Jahres-Zeitspanne «auf 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) und 0,2 Grad Celsius wärmer als 2011-2015 geschätzt».

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