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Eindrücke vom Klimastreik in Basel. (Video: Telebasel)

Basel

«Wir haben viel verändert»

Am Freitag war Basel erneut Teil der weltweiten Klimabewegung. Die Proteste würden ihre Wirkung zeigen, sind sich Demonstranten und Organisatoren einig.

«Wir sind nicht hier um zu schwänzen, wir sind hier, um für unsere Zukunft zu kämpfen.» Weit über 1000 Menschen gingen am Freitag auch in Basel gegen die Klimakrise auf die Strasse. Telebasel mischte sich unter die Demonstranten, um ihre Beweggründe zu hören.

«Es braucht jetzt sofort eine Veränderung», sagt eine junge Mutter. Die Genferin demonstriert seit zehn Jahren gegen die Klimakrise – ans aufhören denkt sie dabei nicht. Extra aus dem Elsass angereist ist Stéphanie, ebenfalls eine Mutter. «Ich habe richtig, richtig Angst um die Zukunft meiner Kinder», erzählt sie. «Es macht mir Hoffnung, zu sehen, dass ich nicht alleine im Kampf gegen die Klimakrise bin.» Die Freude über die zahlreich erschienen Leute teilen auch viele Mitdemonstranten. So würden sich immer mehr Personen der Klimaproblematik bewusst findet etwa Schülerin Pauline.

«Alle müssen sich einsetzen, alle sind betroffen», sagt eine der jungen Rednerinnen an der Demonstration. Ihre Betroffenheit zeigten die Demonstrierenden mit lauten Parolen, Bannern und einer Schweigeminute auf der Mittleren Brücke.

Von Kapitalismus bis AKW

Im Fokus der Demonstration stand auch der Brand im Amazonas, der Anfang September für Schlagzeilen gesorgt hatte. Die Demonstrierenden riefen Politik und Wirtschaft in die Verantwortung. Manche Parolen und Transparente verlangten gar die Abschaffung des Kapitalismus. «Umwelt schützen heisst Kapitalismus überwinden», stand etwa auf einem Banner.

In der bunt gemischten Menschenmenge gab es auch Gegenentwürfe, wie das Klima verbessert werden kann. An der Demonstration versammelten sich Gegner von Atomkraft genauso wie Befürworter der nuklearen Energie. Werner Bechtel aus Bülach, SVP-Politiker, sieht in der Atomkraft die Lösung gegen die Klimaerwärmung. Die Gegner der nuklearen Energie zeigten ihre Haltung derweil mit Stickern, die sie am Freitag verteilten.

«Wir haben wieder ein Zeichen gesetzt»

Viele der jungen Menschen wollten vor allem Farbe bekennen, wie sie sagten. So auch die Studenten Timo und Valenz. «Es geht darum, einen Teil der Bewegung zu sein. Darum, einer mehr zu sein, der sich ausdrückt», sagen sie. Für die meisten Teilnehmenden war es nicht die erste Demonstration. «Die Klimakrise ist eines der grössten Probleme, welches wir im Moment haben», erklärt Schülerin Pauline.

«Wir haben wieder ein Zeichen gesetzt», fasst Mitorganisatorin Helena Gärtner die Demonstration in Basel zusammen. Die Wirkung auf die Politik sei dabei spürbar. «Besonders jetzt vor den Wahlen merkt man einen grossen Unterschied. Das Klima hat eine hohe Priorität. Wir haben viel verändert.»

Nach knapp einer Stunde war der friedliche Marsch durch die Stadt vorbei. Bei der BVB kam es dennoch zur Einschränkungen, weil ein Teil des Marsches über die Schifflände bis zum Claraplatz auf den Tramgleisen stattfand. Danach kam es teilweise zu Folgeverspätungen, wie es seitens der BVB heisst.

Kommende Woche geht es weiter für die Aktivisten: In Bern findet am Samstag der nationale Klimastreik statt. Die Jugendlichen aus Basel organisieren eine zweitägige Velofahrt in die Bundesstadt.

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