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Der Wahlkampf-Talk vom 22. September 2019 mit Sibel Arslan (Basta, bisher), Balz Herter (CVP), Beat Jans (SP, bisher) und Luca Urgese (FDP). (Video: Telebasel)

Basel

Wahlkampf: Arslan oder Herter oder Jans oder Urgese?

Wer soll für Basel in den Nationalrat? Im Wahlkampf-Talk streiten sich am Sonntag Abend Sibel Arslan (bisher), Balz Herter, Beat Jans (bisher), Luca Urgese.

Wahlkampf-Talks auf Telebasel, Runde 4: Am Sonntag kämpfen in der zweiten Baselstädtischen Nationalratsrunde Basta-Nationalrätin Sibel Arslan, CVP-Nationalratskandidat Balz Herter, SP-Nationalrat Beat Jans und Nationalratskandidat Luca Urgese um die Gunst der Wählerinnen und Wähler.

Den ersten Wahlkampf-Talk um die Basler Nationalratsmandate vom 8. September mit Sarah Wyss, David Wüest-Rudin, Christoph Eymann und Sebastian Frehner sehen sie hier.

Finden Sie weiter unten Kurzporträts und eine Einschätzung der Wahlchancen.

Den Wahlkampf-Talk um die baselstädtischen Sitze im Nationalrat sehen Sie ab 19:10 Uhr am Sonntag, 22. September 2019.

Hier die Übersicht über alle acht Talk-Runden mit allen Köpfen und Daten.

EU, Klima, Frauen, Altersvorsorge, Gesundheitskosten: Warum die Wahlen 2019 so wichtig sind.

Nationalratswahlen 2019 Basel-Stadt (5 Sitze)

Jetzige Verteilung: 1 GPS, 1 LDP, 2 SP, 1 SVP

Rücktritt: Silvia Schenker (SP)

Unsere Gäste:

Sibel Arslan (Nationalrätin Basta BS, Fraktion Grüne)

  • Seit 2015 Nationalrätin
  • Mitglied Aussenpolitische Kommission NR
  • Mitglied Kommission für Rechtsfragen NR
  • Gerichtskommission
  • Vizepräsidentin Neue Europäische Bewegung Schweiz Nebs, Bern
  • Beruf: Juristin
  • Jahrgang 1980

Balz Herter (Nationalratskandidat CVP BS)

  • Seit 2017 Grossrat (Büro des Grossen Rates, Finanzkommission)
  • Seit Präsident CVP BS
  • Seit 2005 Zunftbruder in die Ehrenzunft zum Goldenen Stern und Gesellschaftsbruder E.Ehrengesellschaft zum Greifen
  • Beruf: Leitung Nachbarschaftskontaktstelle Roche
  • Jahrgang 1984

Beat Jans (Nationalrat SP BS)

  • Seit 2010 Nationalrat
  • Mitglied Kommission Raumplanung, Umwelt und Energie NR
  • Mitglied Kommission Wirtschaft und Abgaben NR
  • Vizepräsident SP Schweiz / Mitglied Geschäftsleitung
  • Verwaltungsrat Industrielle Werke Basel (IWB)
  • Beruf: Umweltberater/Dozent
  • Jahrgang 1964

Luca Urgese (Nationalratskandidat FDP BS)

  • Grossrat (Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission)
  • Seit 2016 Präsident FDP BS
  • Beruf: Jurist / Bereichsleiter Finanzen und Steuern
  • Jahrgang 1986

Ausgangslage: spannend

Als sicher gilt die Wiederwahl von Beat Jans, der 2015 die Wiederwahl als Erstplatzierter schaffte und im gleichen Jahr ins SP-Präsidium aufstieg. Auch die Abwahl von Christoph Eymann (LDP) ist sehr unwahrscheinlich. Als wandelnde SVP-freie Zone und als neuer SKOS-Präsident, der die Sozialhilfe-Tarife nicht senken will, gilt der Liberale als auch für Linke als wählbar.

Zuversichtlich mit der Wiederwahl rechnen darf auch Sebastian Frehner (SVP, seit 2010). Wie sehr er im Bürgertum verankert ist, zeigt sich etwa daran, dass er die offizielle 1. Augustrede an der Bundesfeier in Riehen halten durfte. Zwei Faktoren, die ihn Zuspruch kosten könnten: Zum einen sorgte die SVP Basel-Stadt mit peinlichen Streitereien für Schlagzeilen. Zum anderen wird Frehner parteiintern konkurrenziert vom ehemaligen Leiter Novartis Schweiz, Pascal Brenneisen. Als wenig SVP-linientreu ist Brenneisen für breitere Schichten wählbar, als Unternehmer gilt er in globalen Wirtschaftsfragen als sehr kompetent.

Die SP darf sich recht sicher fühlen, den zweiten Sitz (von Silvia Schenker) halten zu können. Als aussichtsreiche Kandidatin gilt Sarah Wyss (sofern Eva Herzog in den Ständerat gewählt wird). Ihren letzten Triumph feierte sie im Mai, als sie an vorderster Front wirkte, um die JUSO-Topverdienersteuer durchzubringen.

Am meisten zittern muss nach Einschätzung von Kommentatoren BastA!-Politikerin Sibel Arslan. Nur dank 159 Stimmen eroberte sie 2015 den Sitz, der sonst als dritter Sitz an die SP gegangen wäre. Die kurdischstämmige Baslerin erzielte jedoch einiges Medieninteresse, zuletzt als sie das Model Tamy Glauser auf die Nationalratsliste der Grünen lotste. Im Parlamentarier-Ranking 2019 der «SonntagsZeitung», das die Machtfülle abbilden soll, figurierte Arslan auf dem sehr guten 54. Rang.

Die Bürgerliche Mitte will den fünften Sitz unbedingt zurück erobern und hat zu dem Zweck eine riesige Listenverbindung aus sechs Parteien von der EVP bis zur FDP gebildet. Die FDP, die 2015 ihren Sitz (Daniel Stolz) verlor, könnte zum Zug kommen.

Unklar ist, ob am 20. Oktober 2019 die Stunde Thomas Kesslers schlägt, der seine Kandidatur mit einer aufwändigen Social Media-Kampagne bewirbt. Kessler wurde nur als fünftplatzierter von der Partei nominiert, ist aber die national bekannteste Person auf der FDP-Liste: als ehemaliger Kantonsentwickler, national auch als Integrations- und Drogenfachmann. Seine Politik (Beispiel: Drogenlegalisierung) entspricht aber kaum den vordringlichsten Sorgen des typischen FDP-KMU-Gewerblers.

Die Grünliberalen und damit David Wüest-Rudin rechnen sich mit ihrer Unterlistenverbindung mit der EVP und der BDP Chancen auf den fünften Sitz aus. Aber im Grossen Rat hat die GLP nicht einmal Fraktionsstärke. Ob das für die nationale Bühne reicht?

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