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Der Telebasel Talk vom 19. September 2019

Basel

Gladiatoren-Ausstellung in Basel: War alles ganz anders?

Kommt nach der Tutanchamun-Ausstellung nun der nächste Blockbuster ins Antikenmuseum? Im Talk spricht Direktor Andrea Bignasca über die Gladiatoren-Ausstellung.

+++ Wiederholung vom 19. September 2019 +++

Nur Weniges in der Menschheitsgeschichte wirkt seit Jahrtausenden so ungebrochen faszinierend und obszön zugleich wie die Schau-Kämpfe der Gladiatoren bis zum Tod in den römischen Arenen. Spitz formuliert: Das heutige, selbstverständlich verbotene Snuff-Video, das einen realen Mord zur Lüsternheit des Betrachters darbietet, war damals ein selbst von Dichtern gepriesenes Massenspektakel.

Von den vielen Mythen um die Gladiatoren inspiriert wurden Filme wie «Spartacus» (1960) von Stanley Kubrick und «Gladiator» (2000) von Ridley Scott zu Kassenschlagern. Und setzten ihrerseits – nicht immer historisch genau – die Mythenbildung fort.

Gladiatorenkampf in «Spartacus» (Video: Youtube/Movieclips)

Gab es auch Gladiatorinnen?

Aber führten die Kämpfe immer zum Tod? Stachen nur Männer mit dem Gladius (Kurzschwert, daher: Gladiator) zu, oder gab es auch Frauenkämpfe? Wie war deren gesellschaftliche Stellung und wer landete, so sonderbar bizarr bewehrt, im Staub der Arena? Stimmt die Sache mit dem «Daumen nach oben oder unten»? Und waren es die Gladiatoren, die Cäsar mit «Ave Cäsar, morituri te salutant» (Die Todgeweihten grüssen Dich) grüssten?

Diese Fragen werden nicht nur in der aufwändigen Ausstellung im Antikenmuseum beantwortet, sondern auch teilweise im unterhaltsam gestalteten Webauftritt. Die Sonderausstellung führt den Untertitel: «Die wahre Geschichte». Das Antikenmuseum will das «gängige Bild» der Gladiatoren korrigieren.

Erster Gladiatorenkampf in «Gladiator» (Video: Youtube/SceneScreen)

Zahlreiche Premieren für Basel

«Spektakulär» nennt das Antikenmuseum seine Präsentation, die beispielsweise «bedeutende Leihgaben, die zum ersten Mal überhaupt ausserhalb Italiens in ihrer Gesamtheit ausgestellt sind» beinhaltet. Als Premiere wird das aufwändig restaurierte Mosaik aus Augusta Raurica präsentiert.

Das Basler Museum arbeitete eigens mit dem Museo Archeologico Nazionale di Napoli (Archäologisches Nationalmuseum Napoli) zusammen, das mit Fundstücken aus der Antike eine archäologische Sammlung von Weltrang aufweist. Auch das Römermuseum Augusta Raurica in Augst konnte für die Ausstellung gewonnen werden.

Der Trailer zum Römerfest 2019. (Video: Youtube/Römerfest Augusta Raurica)

Was fasziniert uns an der Antike?

Die Antike ist noch immer ein «Reisser». Die Römerfeste in Augusta Raurica, bei denen die Gladiatorenkämpfe stets einen Höhepunkt bilden, ziehen Jahr für Jahr ein Massenpublikum an. Viele Epochen, die unserer Zeit eigentlich viel näher liegen, und über die wir auch viel mehr wissen, wecken nicht halb so viel Interesse wie die Zeit der Götter und Willkürherrschaften der ersten städtischen Zivilisationen und Weltreiche, aber auch der ersten Wissenschaften, Philosophen und Dichter.

Eine halbe Million Menschen besuchten 2004 die Tutanchamun-Ausstellung im Antikenmuseum. Holen nun die Gladiatoren den damaligen Besucherrekord ein?

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