Zu Basel hat der Restauranttester Daniel Bumann eine besondere Verbindung. (Bild: 3plus)

Basel

Bumanns besonderer Bezug zu Basel

Daniel Bumann besucht mit seiner Sendung oft Basel. Der Spitzenkoch blickt im Interview zurück und spricht über seine Verbindung zur Stadt am Rheinknie.

In den letzten zehn Jahren war «Bumann der Restauranttester» schon mehrmals in Basel und der Region und half Gastronomen zurück auf die Beine oder gab ihnen eine neue Perspektive. Momentan läuft die 13. Staffel auf 3+ und das dreimal mit der Destination Basel. Den Basler Start machte am Montag Ercole Mattera von der Casa Piccola Italia.

In dieser Staffel erwartet den Zuschauer «viel Abwechslung und viele coole Momente». In Frenkendorf zum Beispiel begegnet der Walliser drei besonderen Frauen: «So eine aufgestellte, nette, tolle Clique. Das hat mir viel Freude bereitet», so Daniel Bumann. «Auch Ercole ist eine so spezielle Persönlichkeit, die mich gefordert hat. Ich musste verstehen, dass er mit dem Kopf durch die Wand will.»

«Ist das menschenmöglich?»

Daniel Bumann betrieb von 1995 bis 2017 zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid ein eigenes Restaurant in La Punt bei St. Moritz. Mit der Chesa Pirani erkochte er sich zwei Michelin-Sterne und 18 Gault Millau-Punkte. Im Jahre 2009 startete die 3+-Eigenproduktion «Bumann der Restauranttester». Seit nun mehr als zehn Jahren hilft der ehemalige Sternekoch verlorenen Gastronomen und Wirten aus der Bredouille.

In seiner Karriere als Restauranttester hat der 60-Jährige vieles erlebt, vielen Menschen beruflich, sowie privat, unter die Arme gegriffen. Bumann selbst schaut nicht gern zurück und blickt stets in die Zukunft. Aber: «Es waren ein paar krasse Momente, die ich erlebt habe. Mein Gott, ist das wirklich vorgekommen? Ist das menschenmöglich?», fragt sich Bumann rückblickend. Besonders gefordert wurde er 2017 im Rusticana in Aathal. Der damalige Wirt hätte seine Fehler nicht einsehen wollen und «niemand war erstaunt als er den Betrieb aufgeben musste», so Bumann. Die neuen Mieter hätten sehr unter dem schlechten Ruf des Vorgängers gelitten und haben sich bei Bumann gemeldet. Eine Herzensangelegenheit für den Restauranttester, dem jungen Paar zu helfen – die Sendung ist auch in dieser Staffel zu sehen.

Für Bumann ist die prekäre Situation in den Beizen oft ein politisches Problem: «Die, die es nicht so gut machen, sollte man schützen.» In vielen Kantonen brauche es kein Patent mehr, um ein Restaurant zu eröffnen, kritisiert der Walliser. Auch jemand, der keine Ahnung vom Wirte-Beruf hat, könne sein eigenes Restaurant eröffnen. «Die Menschen laufen ins Verderben. Denn der Beruf ist viel schwieriger, als er aussieht.» Klare Worte vom Restauranttester. Aber: Die Basler verstehen etwas vom Kochen. Laut Bumann haben wir in der Schweiz eine grossartige Gastronomie: «Die, die es gut machen, sind erfolgreich.»

Ein Walliser und Basel

Zwischen dem Walliser und der Stadt Basel besteht eine ganz besondere Verbindung. Seine Mutter kommt ursprünglich aus Basel und spricht jetzt noch, nach über 60 Jahren, Basler Dialekt – das Walliserdeutsch hat sie sich nie angeeignet. Bumann hat deshalb eine «gewisse, engere Beziehung zu Basel».

«In den 70er Jahren war ich mit meinem Grossvater oft im alten FCB-Stadion an den Matches mit Karli Odermatt. Es ist für mich eine besondere Region, mit vielen netten Menschen. Das liegt natürlich auch an der Sprache, welche ich gut verstehe», erzählt der Restauranttester.

Wenn Daniel Bumann in Basel gastiert, gibt es für ihn etliche Kollegen, die er gerne besucht und die es hervorragend machen. So zum Beispiel Sterneköchin Tanja Grandits, im Stucki auf dem Bruderholz, oder das Chez Donati vom Les Trois Rois. Auch «am Rhein gibt es viele einfache, schöne ‹Beizli› – die Stimmung dort ist toll», schwärmt er.

Kein Comeback hinter dem Herd

Über zwei Jahre ist es nun her, dass die Bumanns ihr Restaurant für immer geschlossen haben und beide sind jetzt voll auf den Job beim Sender 3+ fokussiert: «Das neue Leben fühlt sich, nach 44 Jahren als Koch, gut an. Ich war mit Leib und Seele Koch, doch jetzt ist die Arbeit im TV als Experte mein Vollberuf, wir haben dadurch auch viele neue Möglichkeiten erhalten.» Daniel Bumann wirkt glücklich und zufrieden.

Und was isst ein Spitzenkoch persönlich gerne? «Meine Frau hat soeben einen Zwetschgenkuchen in den Ofen geschoben, ich freue mich sehr. Alles, was hausgemacht ist, mit viel Leidenschaft und Freude, das habe ich super gerne».

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