Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 18. September 2019.
Basel

Tiny-House-Siedlung für Basel

Auf dem Basler Wolf-Areal könnte schon bald die erste Tiny-House-Siedlung der Schweiz entstehen. Die SBB sind «offen» gegenüber Vorschlägen.

Dusche, WC, Küche, Bett – alles Wesentliche, was man zum Leben braucht, auf ein paar wenigen Quadratmetern zusammengestaucht. Das sind Tiny-Houses. Eine Bewegung aus den USA, die immer mehr auch in die Schweiz schwappt.

Innerhalb von nur einem Jahr hat der Verein Kleinwohnformen Schweiz über 1’000 Mitglieder akquiriert. Auch in Basel steigt dadurch der Druck immer mehr, den vielen Interessenten auch Platz für ihre Mini-Häuser zur Verfügung zu stellen.

Eine Tiny-House-Variante, ausgestellt auf dem Dreispitz-Areal. (Bild: Telebasel)

Zonenrecht als Stolperstein

Ganz so einfach ist das aber nicht. Denn dort, wo zurzeit freie Flächen zur Verfügung stehen, auf Industriebrachen beispielsweise, ist Wohnen gemäss Zonenrecht gar nicht erlaubt. Genau solche Flächen wären für Tiny-Houses aus der Region aber wie gemacht. Denn viele von ihnen suchen gar nicht eine dauerhafte Lösung, sondern suchen bewusst nach Zwischennutzungsflächen, damit sie wieder weiter ziehen können. «Es gibt zig Leute in Basel, die ein Tiny House haben oder gerne eines hätten, aber einfach keinen Platz finden, um es aufzustellen», sagt Jonas Bischofberger, Präsident des Vereins Kleinwohnformen Schweiz.

Flächen mehrfach nutzen, das ist der Clou beim Tiny House: In den Schubladen unter dem Bett gibt es massig Platz. Zudem dient die ausgezogene Schublade als Sitz-Sessel. (Bild: Telebasel)

Licht am Ende des Tunnels

Um die Situation zu entspannen, hat die Basler GLP Ende letzten Jahres einen Vorstoss eingereicht. Dieser wurde vom Parlament angenommen und somit die Regierung beauftragt, geeignete Flächen für einen Tiny-House-Testbetrieb zu finden. Zudem sollen Lösungen für das Zonenproblem gefunden werden.

Nun zeichnet sich tatsächlich eine Lösung ab: und zwar im Smart-City-Lab der SBB auf dem Wolf-Areal. Auf Nachfrage von Telebasel zeigen sich die SBB «offen» gegenüber solchen Smart-Living-Ansätzen. Im Idealfall soll es sich aber um modulare, stapelbare Tiny-Houses handeln, damit der Aspekt der Verdichtung zum Tragen komme, sagt Anja Riedle, Leiterin Smart-City bei den SBB gegenüber Telebasel. Zudem müsse die konkrete Umsetzung ein externer Partner übernehmen.

Werden in dieser Halle auf dem Basler Wolf-Areal schon bald Tiny-Häuser gestapelt? (Bild: Telebasel)

Kanton von Idee angetan

Stadtentwickler Lukas Ott findet den Vorschlag gut. Auch er könnte sich auf dem Wolf eine Tiny-House-Siedlung vorstellen. Es seien sogar schon Investoren am Start, die das Projekt umsetzen möchten. Ott mahnt aber, dass zuerst das Zonenproblem gelöst werden müsse. Wie er das machen will, verrät Ott noch nicht. Wahrscheinlich wird er versuchen, eine übergeordnete Lösung zu finden um zu verhindern, dass jedes einzelne Tiny-House eine Bewilligung einholen muss. Dies müsste dann wohl zuerst vom Grossen Rat abgesegnet werden. Ist das aber erstmal erledigt, könnte es auf dem Wolf schnell gehen. «Wir sind hier sehr agil unterwegs», erklärt Anja Riedle von den SBB vielsagend.

3 Kommentare

  1. Ich finde fürs erste ist es ein Anfang, das auf dem Wolf Areal, aber was Wir wirklich brauchen ist einen Investor der etwas Land außerhalb kauft und so wie einen Campingplatz auf zieht, nur eben mit Tiny Häuser.
    Ein Tiny Haus Dorf, Central ein Fixes Gebäude mit Waschmöglichkeiten sowie Briefkästen und eine Sammelkompost, sowie für Strom und Wasser zu verfügung stellt.
    Und ich bin mir sicher das das relativ einfach zu bewerkstelligen währe, wenn die verschlafenen Politiker endlich aus Ihrem geradezu komadiöse Leichenstarre erwachen würden, und Sich wider daran erinnern würde, das Sie und zwar allesamt fürs VOLK also Uns arbeiten, und nicht wie so mancher glaubt für die eigene Tasche oder Kariere oder sonst was.
    Ja dann könnte das ganze recht zügig von statten gehen !
    Und ja es ist wirklich nicht Jedermann Sache zusammengepfercht auf einem Haufen zu leben. und ein so hübsches Tiny Haus auf Räder läst sich auch nur schlecht aufeinander stapeln.
    Natürlich währen da immer noch Die Geldgierigen Haus, und Blockbesitzer die ein immenses Geschäft damit Macher Ihre zum teil schimmelversaüchetn Wohnungen zu einfach unverschämten Mitten zu verschachern.
    Ich muss es wissen, denn ich lebe seid 8 Jahren in solch einem.
    Doch als Mieter hast Du nicht die geringste Chance gegen Die gewieften Immobilie Heinis.
    Auch aus dem Grund und weil ich mir bei meiner Pansionierung in 5 Jahren die horrenden Miete erst gar nicht mehr leisten kann. sehne ich mir mein eigenes kleines Häuschen, immer vorausgesetzt ich überlebe diese Schimmelbude, die ich aus gewiesen Gründen die da jetzt nicht erwähnt möchte, nicht umziehen kann.
    Denn während Der Lohn bei der Arbeit seit nun 20 Jahren immer gleich blieb, hat sich der gesamte Rest geradezu vervielfacht.
    Und der einzige Posten an dem noch etwas gespart werden könnte, ist Die Mitte, sofern man das grosse Glück haben sollte, eine einigermaßen bezahlbare Wohnung ergattert zu haben, doch die sind mittlerweile so rar wie ein 6. im Lotto.
    Also bleibt Und normalsterblichen nur Die Hoffnung und das Volk, gemeinsam zu sagen was Wir brauchen!Report

  2. Was ich sehr schade finde, ist dass hinter dem Traum eines Tiny Houses, auch der Wunsch von ein wenig mehr Freiheit liegt. Wo ich mir ein kleines Häuschen (Tiny House) mit Rädern vorstelle, ist in der Natur, möglichst ökologisches und ruhiges Wohnen. Nun sind die Pläne aber auf dem alles andere als entspannenden Wolf-Areal diese Häuser auch noch aufzustapeln… Da klingt es für mich auch wieder nach Lärm, zu viele Leute auf kleinem Raum und hat meiner Meinung nach nichts mit Freiheit zu tun… Wahrscheinlich müssen wieder viele Jahren vergehen bis man einsieht, dass der Druck in unserer Gesellschaft, ständiger Lärm und Erreichbarkeit den Menschen zu viel geworden ist. Deshalb sehnen sich viele von uns nach Einfachheit, Natur und ein wenig mehr Freiheit. Natürlich reagiert der Staat nicht genauso wie wir es gerne hätten. Auch bei diesem aktuellen Thema „Wohnen in der Schweiz“ müssen Veränderungen stattfinden. Die Bewohner der Schweiz müssen auch hierfür ihre Stimme erheben, sonst wird sich schlicht und einfach nichts ändern.Report

  3. Die öffentliche Akzeptanz für diese Form des Wohnens, mit dem niedlichen Titel „Tiny House“, ist erschreckend. In Latainamerika würden wir solche Siedlungen Slums nennen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Baracken dem Lebensstandard in Europa angepasst sind.

    Für mich ist das ein Indiz, dass auch die Marktwirtschaft in einer Demokratie früher oder später grandios versagt und den Menschen zum Humankapital macht, um weiter existieren zu können.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*