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Der Telebasel News Beitrag vom 18. September 2019.

Basel

«Mit der Nase in der Tanne kann man keinen Weihnachtsbaum schmücken»

Seit fünf Jahrzehnten verkauft Johann Wanner am Spalenberg Weihnachtsschmuck. Weltweit ist er damit bekannt geworden. Am Mittwoch feiert er sein Jubiläum.

50 Jahre ist es her, da eröffnete Johann Wanner sein kleines, unscheinbares Antiquitätengeschäft am Spalenberg, im Herzen der Basler Altstadt. «Eine kleine mundgeblasene Weihnachtskugel bildete den Grundstein für das heute unvergleichbar grosse Sortiment», damit habe alles begonnen, steht auf seiner Webseite.

Zu Beginn war das Sammeln von Weihnachtsartikeln bloss eine Leidenschaft des heute 80-Jährigen. Er bezog besonders gerne handgemachte Kugeln und Figuren aus den Glasbläser-Werkstätten in Thüringen, im nördlichen Polen, in Böhmen und Tschechien. Heute ist Johann Wanner selbst der weltweit grösste Händler und Hersteller von handgemachten Weihnachtskugeln.

Die Schule besuchte Wanner in Basel, danach absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Im Alter von 22 Jahren ging er auf Reisen, um sich selbst klar zu werden, wer er ist und woher er kommt. «Ich finde, dass es mit dem Reisen das gleiche ist, wie mit dem Baum schmücken. Man muss das Ganze von Aussen betrachten, um zu wissen wo man steht, woher man kommt. Mit der Nase in der Tanne kann man keinen Weihnachtsbaum schmücken.»

Papst und Lady Diana gehören zu seinen Kunden

Zu seinen Fans und Kunden gehören weltbekannte Grössen wie Lady Diana, das monegassische Fürstenhaus Grimaldi oder der Schweizer Künstler Jean Tinguely. Auch das Weisse Haus, sowie den Weihnachtsbaum des Papstes im Vatikan durfte sein Weihnachtsschmuck schon bestücken. «Der 25-Meter-Baum war natürlich spektakulär in den Farben des Vatikans», erinnert sich Johann Wanner in einem Telebasel-Interview von 2016.

Der weltweit bekannte Weihnachtsexperte setzt jedes Jahr neue Trends. Dabei orientiere er sich nie an anderen: «Ein Dirigent spielt nicht nach der Musik, sondern er gibt den Takt an», wie er letztes Jahr gegenüber Telebasel Glam sagte.

(Video: Telebasel)

«Weihnachten hat sich verändert»

Für Wanner habe sich Weihnachten in den letzten Jahren verändert, wie er letztes Jahr Telebasel erzählt hat: «All diese grossen Feste, auf die man sich früher lange vorbereitet hat, gibt es heute in dieser Form nicht mehr». Einzig Weihnachten würde noch mit einer fast einmonatigen Adventszeit begleitet und sei deshalb in den letzten Jahren noch stärker geworden. Wo früher strikt im Kreise der «heiligen» Familie gefeiert wurde, würden heute auch Freunde eingeladen.

«Weihnachten ist ein Spiegel der Gesellschaft und diese ist offener, ungezwungener und auch freier geworden», so der 80-Jährige. Auch bezüglich Dekoration habe sich einiges verändert. Die Menschen haben nicht mehr einfach nur einen Weihnachtsbaum in der Ecke stehen, sondern dekorieren auch nach aussen hin. «So drücken sie ihre Freude an diesem Fest aus», meint Wanner. Bei der Dekoration besonders wichtig: «Es muss glitzern und glänzen.»

Bei den Trends setzt Wanner dieses Jahr auf weiche Farben. «Babies first Christmas» und leckere Naschereien kommen dabei als Kugelmotiv gut zur Geltung. Auch Waldmotive wie Pilze, Eichhörnchen und Tannenzapfen werden im Fokus des diesjährigen Angebots stehen.

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