Der Restaurant-Tester Daniel Bumann sieht für das Casa Piccola keine Zukunft. (Bild: Screenshot 3+)

Basel

«Ercole bewegt sich auf einem Minenfeld»

Casa Piccola-Wirt Ercole Mattera lässt sich durch Restaurant-Tester Daniel Bumann nicht beirren. Er hält am Billigkonzept fest.

«Soll ich jetzt gehen, einfach gehen? Eigentlich braucht es mich hier gar nicht mehr. Er macht so oder so, was er will!», fragt sich Restaurant-Tester Daniel Bumann. Der ehemalige Sternekoch stösst in Basel bei Restaurant-Besitzer Ercole Mattera mit seinen Tipps auf Granit. Bumann war bei Mattera zu Besuch, um dessen Beiz auf Vordermann zu bringen (Telebasel berichtete).

«Er braucht dringend einen Geschäftsführer»

«Ich musste schockiert feststellen, dass er über einen Businessplan und Kalkulation in seinem Betrieb nicht Bescheid weiss.» Es ist Bumann zwar gelungen, dank seiner Hilfe das Restaurant etwas netter einzurichten. Ein Geschäftsführer müsse jedoch dringend her. «Du hast zwar jetzt ein einigermassen laufendes Restaurant. Aber ein Gastronom bist du nicht», so das Fazit.

Ercole bleibt stur

Nach sechs Wochen kommt Bumann zurück nach Basel. Bereits von aussen sieht sein geschultes Gastro-Auge Mängel. «Hier sollte der kaputte Topf weggeräumt werden und auch der Stehtisch passt überhaupt nicht hierher.»

Zumindest trifft der Walliser einige Gäste drinnen an. Und was macht der Chef? Der hat nichts geändert. Zumindest auf der Speisekarte. Immer noch werden viele Gerichte unter zehn Franken angeboten. «Der Preis sollte lieber noch etwas runter», kontert Ercole Mattera Bumanns erneute Kritik.

Ein Geschäftsführer sei ebenfalls noch nicht gefunden. «Da ist dein grosses Glück, dass du einen Koch hast, der kochen kann», stellt Bumann fest. Und auch Maria, welche im Service die Gäste empfängt, würde einen super Eindruck machen. «Ercole hat seine Philosophie. Er findet das gut – und damit kann ich leben», sagt der Walliser nach seiner kurzen Visite und verschwindet. Er gehöre zu diesen Wirten, welche sich «auf einem Minenfeld bewegen» würden, so der ehemalige Sternekoch.

Bumann sieht keine Zukunft

Eine gute Küche ist viel Wert in einem Gastrobetrieb, resümiert Bumann. Doch dies würde heute nicht mehr reichen, so seine nüchterne Analyse nach dem erneuten Besuch im Restaurant Casa Piccola in Basel. Das Ambiente und der Service seien gleich wichtig. Und natürlich der Preis. Und genau da stiess der Weltmeister-Koch auf Gegenwehr. Wirt Ercole Mattera will an seinen Billigpreisen nicht rütteln.

3 Kommentare

  1. Nicht jeder ist ein guter Gastgeber. Das obligatorische Wirtepatent bietet eine breit gefächerte Grundlage zum Führen eines Gastbetriebes (63% der Betriebe sind CH-weit in den roten Zahlen). Mancher Quereinsteiger sollte dadurch besser gerüstet sein für die harte Wirklichkeit.Report

  2. Schon wieder ein Beizer der nicht rechnen kann und deshalb zum schlechten Image dieser Branche beiträgt. Nicht umsonst der Spruch: Wet nichts wird, wird Wirt!!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*