Ein Wahlplakat von Christoph Buser hängt bei einer Bushaltestelle in Riehen. (Bild: Telebasel)

Basel

Geht Christoph Buser im falschen Kanton auf Wählerfang?

In Riehen hängt mitten im Wohnquartier ein Wahlplakat des Baselbieters Christoph Buser. Der FDP-Nationalratskandidat spricht von einem Versehen.

«Nein, ich mache keine Wahlwerbung für die FDP. Ich möchte nur gerne betonen, dass Riehen zum Kanton Basel-Stadt gehört und nicht zum Kanton Basel-Landschaft!», schreibt SVP-Grossrat Pascal Messerli auf Facebook. Dazu postet der junge Politiker ein Bild von einem Wahlplakat von Christoph Buser (FDP) an der Bushaltestelle Hinter Gärten in Riehen.

Riehen im Baselbiet?

«Ich finde das herausgeworfenes Geld», sagt Messerli nüchtern auf Anfrage. Riehen würde ja nicht zum Baselbiet gehören. «Ich denke aber nicht, dass er es extra gemacht hat.» Witzig fände er es aber schon.

Christoph Buser hat vom Problem bereits seit letztem Donnerstag Kenntnis. «Es ist sicher nicht meine Absicht, auf städtischem Boden für meine Kandidatur zu werben», so der Baselbieter FDP-Politiker. Und: «Scheinbar sollen auch Plakate im Aargau hängen.»

Fehler bei der APG?

Der Fehler soll laut Buser bei der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) liegen. Er habe bei der Firma einige Plakate im sogenannten «Free Floating-Model» gebucht. Da sei es dem Unternehmen freigestellt, wo genau in einem bestimmten Gebiet die Plakate aufgehängt werden.

«Ich verstehe dass ein Fehler passieren kann. Darum bin ich auch nicht wütend», sagt Buser. Ihm sei aber gesagt worden, dass die Plakate so rasch wie möglich überklebt und im richtigen Kanton aufgehängt würden.

Telebasel hat die APG mit dem mutmasslichen Versehen konfrontiert. Diese widerspricht: «Die Plakate sind korrekt im Aushang und wurden von einem werbetreibenden Kunden unter dem Kriterium «Basel Agglo» gebucht und bestätigt». Weitere Details zu Kampagne und Auftraggeber geben man aus Datenschutzgründen keine bekannt, heisst es weiter.

Baselbieter in Basel-Stadt abholen

Grundsätzlich, fährt die APG aber fort, würden viele Politiker darauf setzen, ihre Zielgruppe mehrfach und an verschiedenen Orten anzusprechen – beispielsweise «am Wohnort auf dem Land, entlang von Strassen zum Einkaufscenter in der Agglomeration und am Arbeitsplatz im Stadtzentrum». Ob dies im Fall von Christoph Buser und seiner (versehentlichen?) bikantonalen Plakat-Kampagne sinnvoll ist, bleibt dahingestellt.

Bis die falsch platzierten Wahlplakate abgehängt sind, kann Buser ja nur hoffen, dass an den Plakatwänden auch der eine oder andere Baselbieter vorbeikommt. Schliesslich zählt bekanntlich jede Stimme – auch wenn sie auf «fremdem Boden» ergattert wurde.

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