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Schweiz

Ju-52 kommt ins Museum und Verzögerung von Pestizid-Verboten

Ju-52 kommt ins Museum, Türkischer Flüchtlings-Boom und Verzögerung von Pestizid-Verboten. Die Schlagzeilen der Sonntags-Presse.

Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

Erdogan-Hetzer: Schweiz gewährt Türkei Rechtshilfe

Die Schweiz gewährt der Türkei laut der «NZZ am Sonntag» Rechtshilfe im Fall einer Person aus dem Kanton Basel-Landschaft. Diese habe vor mehr als vier Jahren auf einer Social-Media-Plattform zur Tötung des türkischen Staatschefs Recep Erdogan aufgerufen. Die Behörden von Bund und Kanton hätten nunmehr entschieden, dass sie ein türkisches Rechtshilfeersuchen bewilligen, weil die beidseitige Strafbarkeit für den Sachverhalt gegeben sei. Wegen des «politischen Kontextes» des Falles habe die Schweiz die Gewährung der Rechtshilfe aber davon abhängig gemacht, dass die Türkei gewisse Garantien abgibt. Die Schweiz verlange von der Türkei, dass diese die Einhaltung der Grund- und Verfahrensrechte des Beschuldigten garantiere.

Verzögerung von Pestizid-Verboten

Chemiefirmen können laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» die Verbote von Pestiziden lange verzögern. Die Zeitungen beschreiben den Fall von Chlorpyrifos, das bereits seit 2016 als gefährlich gilt, aber erst in diesem Sommer verboten worden sei. Vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hiess es zu den Zeitungen, dass es ein Effizienzproblem beim Zulassungs- und Überprüfungsverfahren von Pestiziden gebe. So könnten Hersteller bis vor dem Bundesverwaltungsgericht etwa Rekurse einlegen oder einfach neue Daten zur Toxizität ihrer Produkte versprechen. Der «SonntagsBlick» schreibt unter Berufung auf einen Bericht der Kantonschemiker zur Qualität von Trinkwasser, dass die Lage um Basel und im Wallis am schlechtesten bestellt sei. Besonders Deponien und Fabrikgelände verunreinigten das Grundwasser, aus denen das Trinkwasser stamme.

Türkischer Flüchtlings-Boom

Die Zahl der türkischen Flüchtlinge ist laut der «NZZ am Sonntag» seit dem Versuch eines Putschs gegen den türkischen Staatschef Recep Erdogan vor drei Jahren um rund 130 Prozent gestiegen. Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Staatssekretariats für Migration SEM. Demnach stellten im Betrachtungszeitraum rund 2800 Türken in der Schweiz ein Asylgesuch – in den drei Jahren davor waren es nur rund 1200 Personen gewesen. Im vergangenen Juli lag die Türkei auf der Liste der Herkunftsländer aller Asylsuchenden in der Schweiz bereits auf Rang zwei. Viele türkische Asylsuchende seien für ihre Asylverfahren sehr gut dokumentiert und reichten zahlreiche Beweismittel ein, weshalb die Schweiz auch überdurchschnittlich vielen türkischen Staatsangehörigen hierzulande Asyl gewähre, hiess es aus dem SEM zu der Zeitung. Die Anerkennungsquote liege im laufenden Jahr bei 62 Prozent.

Ju-52 kommt ins Museum

Der Mutterkonzern der Fluggesellschaft Swiss, die deutsche Lufthansa, mottet die Ju-52 laut der «SonntagsZeitung» ein. Der Oldtimer-Flugzeugtyp war wegen des Absturzes am Segnespass oberhalb von Flims in die Kritik geraten. Die Geschäftsleitung der Lufthansa habe vergangenen Freitag beschlossen, dass ihr Flugzeug des Typs Ju-52 nie mehr abheben werde. Es werde vielmehr kommende Woche auf dem Landweg von Hamburg nach Bremen gebracht und dort eingelagert. Später soll der Oldie-Flieger in ein Museum gelangen. Die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung bestätigte der Zeitung, dass der Entscheid für eine museale Lösung gefallen sei.

Schweizer Projekt in Grönland gestoppt

Ein von der Schweiz geleitetes Forschungsprojekt in Grönland ist laut der «NZZ am Sonntag» blockiert worden. Das Swiss Polar Institut habe bisher keine Begründung von der zuständigen dänischen Regierung erhalten, weshalb die erste Umrundung Grönlands mit einem Forschungsschiff nicht bewilligt werde, bestätigte die Organisation der Zeitung. Vieles deute daraufhin, dass das Projekt der ETH Lausanne in einen Konflikt geraten sei. Die Verweigerung von den Dänen habe militärische Gründe – der russische Eisbrecher, welcher die Mission begleiten sollte – soll die wahre Ursache für die ablehnende Haltung sein, hiess es in dem Blatt. Es werde Spionage der Russen befürchtet. Die Behörden in Grönland hätten die Mission allerdings problemlos genehmigt, hiess es.

Ungesühnte Nazi-Ausfälle

Ein Swisscoy-Offizier ist laut dem «SonntagsBlick» mit wiederholten Hitlergrüssen und Sieg-Heil-Rufen aufgefallen. Die Zeitung beruft sich auf Informationen eines Militärgerichtsentscheides. Der 26-jährige Thurgauer habe sich im Juni vor dem Militärgericht St. Gallen verantworten müssen, weil er bei der Schweizer Truppe Swisscoy mit solchen Äusserungen und Handlungen aktenkundig geworden sei. Das Militärgericht verurteilte ihn jedoch lediglich wegen Trunkenheit. Die Nazi-Ausfälle blieben ungesühnt, hiess es. Der Anwalt des Leutnants begründete dies in der Zeitung damit, dass der Beschuldigte nicht wissentlich und willentlich rechtsextremes Gedankengut verbreitet habe.

Puff in der Schweizer Offiziersgesellschaft

Die Bettelei um Geld bei den Herstellern für Kampfjets durch die Schweizer Offiziersgesellschaft SOG hat laut der «SonntagsZeitung» für Konsequenzen gesorgt. So habe Verteidigungsministerin Viola Amherd die Führung der SOG nach Bern zitiert. Nunmehr sähen die Offiziere von ihrem Plan ab, Spenden von den Kampfjet-Herstellern für eine Ja-Kampagne zu erbitten. Die Organisation bestätigte der Zeitung, dass sie die Frage der Finanzierung der Kampagne nicht mehr weiterverfolge. Zudem sei es im Vorstand der SOG zu Rücktritten gekommen, hiess es.

Amag zahlt künftig in Cham (ZG) Steuern

Der Autoimporteur von VW, Auto und Porsche, die Schweizer Amag, wird laut der «NZZ am Sonntag» den Steuersitz von Zürich nach Cham ZG verlegen. Als Grund gibt die Zeitung den Bezug eines neuen Bürogebäudes an. Die Stadt Zürich werde dadurch einen bedeutenden Steuerzahler verlieren. Amag erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Steuern bei der Standortwahl nicht ausschlaggebend gewesen seien. Vielmehr sei es darum gegangen, vier Bürostandorte zusammenzuziehen und rund 1000 Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze mit entsprechenden Parkplätzen zu bieten.

SBB: Zoff um Millionen wegen Korrosionsschäden

Die SBB sind laut der «SonntagZeitung» in einem Millionenstreit mit Stadler Rail unterlegen. Wegen Korrosionsschäden in den Böden von 148 Regionalzügen des Stadler-Rail-Typs Flirt wollten die SBB mehrere Millionen von dem Zughersteller. Die beiden Parteien hätten sich darauf verständigt, dass Stadler Rail nichts bezahlen müsse und die SBB die Schäden selber bezahle. Dies bestätigten die SBB und das Bundesamt für Verkehr der Zeitung. Die Schweizerischen Bundesbahnen hätten im Jahr 2017 bereits eine Sanierung der entsprechenden Züge gestartet. Diese Massnahmen würden bis zum Jahr 2033 dauern und Kosten von rund 32 Millionen Franken verursachen. Einen Teil dieses Aufwandes würden die Kantone zahlen, hiess es weiter.

Die Schweiz im Boeing 737 Max-Klinsch

Die Schweiz hat laut dem «SonntagsBlick» bei der Wiederzulassung des Unglücksfliegers Boeing 737 Max durch die Amerikaner keine Möglichkeit, als den US-Behörden zu vertrauen. Wenn die Amerikaner für ein neues Flugzeug grünes Licht gäben, folgten die Europäer bei der Easa nämlich meist kurze Zeit später. Es bestehe ohnehin ein bilaterales Abkommen für die gegenseitige Anerkennung von Flugzulassungen, hiess es zudem in der Zeitung. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl habe obendrein gar keine Kapazitäten, eigene Prüfungen mit Ingenieuren durchzuführen. In der Schweiz gebe es beim Bazl nur acht Personen, die Flugzeugzulassungen prüften – in den USA arbeiteten für die Flugaufsicht dagegen rund 1’300 Prüfer.

Gefährliche Chlor-Transporte

Die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» schreibt, dass nur 25 Prozent aller Transporte von Chlor den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Ende des Jahres sollten es allerdings bereits 75 Prozent sein. Das Bundesamt für Umwelt Bafu bestätigte der Zeitung, dass der Anteil der Chlor-Importe mit den sichersten Waggons unter den Erwartungen läge und eine Verbesserung der Sicherheit noch etwas Zeit in Anspruch nehme. Politiker forderten angesichts der Situation in der Zeitung aber ein rascheres Handeln beziehungsweise eine Untersuchung.

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