Brennende Container bei der Gegendemonstration zum «Marsch fürs Läbe». (Bild: Keystone)

Schweiz

Unbewilligte Demo mit Krawall gegen «Marsch fürs Läbe»

Die bewilligte Kundgebung «Marsch fürs Läbe» gegen Abtreibung am Samstag in Zürich ist durch Teilnehmende einer unbewilligten Demonstration gestört worden.

Zwei Polizisten wurden durch Wurfgegenstände verletzt, aber nicht gravierend. Ein Polizeifahrzeug wurde massiv beschädigt, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Sie kontrollierte 175 Personen. Ein 30-jähriger Mann wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte festgenommen.

Die Teilnehmenden des bewilligten Demonstrationsumzuges «Marsch fürs Läbe» versammelten sich gegen 14 Uhr auf dem Turbinenplatz. Gegen 15 Uhr formierten sich die über tausend Personen, um auf der bewilligten Route zu demonstrieren.

Kurz vor 14 Uhr versammelten sich auf der Josefswiese mehrere hundert Personen, um einen unbewilligten Gegendemonstrationsumzug zu starten. Die Polizei trat mit Dialogteams an beiden Orten auf, um mit den Teilnehmenden in Kontakt zu treten.

Gleichzeitig versammelten sich auf dem Helvetiaplatz mehrere hundert Personen und starteten gegen 15 Uhr zu einer bewilligten Demonstration. Die Juso protestierten damit friedlich gegen den «Marsch fürs Läbe».

Wurfgegenstände in Kinderwagen

Den Teilnehmenden auf der Josefswiese wurde mitgeteilt, dass eine Demonstration nicht geduldet, eine Kundgebung auf der Wiese aber toleriert würde. Trotzdem setzten sich kurz nach 14:15 Uhr mehrere hundert Personen in Bewegung und marschierten in Richtung Turbinenplatz. Die Teilnehmenden waren zum Teil mit Kinderwagen unterwegs, in denen sich Wurfgegenstände befanden.

Um die unbewilligte Demonstration zu stoppen und ein aufeinandertreffen dieser mit dem «Marsch fürs Läbe» zu verhindern, setzte die Polizei Gummischrot und Reizstoff ein. Die Polizisten wurden an verschiedensten Orten mit Wurfgegenständen, wie Flaschen, Steinen usw. beworfen, und mehrere kleinere Gruppierungen versuchten an den Polizeisperren vorbeizukommen.

Gleichzeitig zündeten unbekannte an mehreren Orten Container an und blockierten einzelne Strassenzüge mit Baustellenmaterial. Die Feuerwehrleute von Schutz & Rettung Zürich wurden bei den Löscharbeiten teilweise angegriffen und behindert.

«Marsch fürs Läbe» gestoppt

Die Polizei stoppte den bewilligten «Marsch fürs Läbe» aus Sicherheitsgründen, um ein Aufeinandertreffen mit zum Teil vermummten Gegendemonstranten zu verhindern. Der bewilligte Umzug konnte gegen 15:45 Uhr wieder gestartet und auf einer verkürzten Route kurz nach 16:30 Uhr ohne weitere Zwischenfälle zu Ende geführt werden.

Ab zirka 16:45 Uhr stoppte die Stadtpolizei Zürich total 175 Personen im Kreis 5, die mutmasslich an der unbewilligten Demonstration teilgenommen hatten. Diese Personen wurden kontrolliert. Die Personenkontrolle wurde kurz nach 18:30 Uhr abgeschlossen

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