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Der Telebasel News Beitrag vom 9. September 2019.

Basel

Kampf ums Basler Auto

Hitzige Debatte um die Zukunft des Autos auf Basler Strassen. Eine Initiative will mehr Freiheiten, der Gegenvorschlag keine privaten Autos mehr.

Der Gewerbeverband wollte das Autofahren in der Stadt einfacher machen. Dazu lancierte er die kantonale Volksinitiative «Zämme fahre mir besser!». Dem Basler Gewerbeverbands-Direktor Gabriel Barell geht es darum, ein bestehendes Gesetz aufzuheben: «Ganz entscheidend ist, dass das Reduktionsziel, das besagt, dass der motorisierte Individualverkehr um zehn Prozent zurückgehen sollte, verschwindet», so Barell. «Da sind wir der Meinung, dass in einer Stadt, in der die Wirtschaft und die Wohnsituation wächst, dass man dort auch den Verkehr adäquat wachsen lassen können soll.»

Keine Privatautos mehr

Nachdem der Regierungsrat einen Gegenvorschlag zur Initiative ausarbeitete, meldete sich die Verkehrskommission zu Wort. Diese formulierte einen eigenen Gegenvorschlag, der den Gewerbeverband Basel-Stadt vor den Kopf stösst. Von der Idee von mehr Freiheiten für Autos ist im Gegenvorschlag der UVEK nichts mehr zu spüren. Stattdessen will sie, dass der Kanton dafür sorgt, dass die Basler Strassen bis 2050 von Motorfahrzeugen mit Verbrennungsmotor befreit werden.

Es sollen ausschliesslich umweltfreundliche Verkehrs- und Fortbewegungsmittel verkehren, die flächeneffizient, emissionsarm, klima- und ressourcenschonend sind. Letztere Begriffe bedeuten für Raphael Fuhrer von der UVEK auch, dass Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge in Zukunft geteilt werden sollen: «Auch Elektroautos brauchen Platz. Der Trend geht hin zum Car Sharing».

Hitzige Debatte steht bevor

Für die Bürgerlichen ein Angriff auf das Privateigentum. Die UVEK wolle den Privatbesitz von Fahrzeugen jeglicher Art verbieten. «Dass Motorfahrzeuge im Jahr 2050, auch wenn sie batterie- oder wasserstoffbetrieben sind, nicht mehr im Eigentum sein und privat benützt werden dürfen, also das ist indiskutabel», so Barell.

Nun sind die Fronten verhärtet. An der kommenden Grossratssitzung vom nächsten Mittwoch werden sich die Parlamentarier dann entscheiden müssen, ob sie den Gegenvorschlag der UVEK dem Volk vorlegen möchten. Klar ist schon jetzt: Die Frage, welche und wie viele Autos in Zukunft auf den Basler Strassen fahren dürfen, wird im Parlament für hitzige Debatten sorgen.

3 Kommentare

  1. Ich sehe keinen Grund überhaupt etwas zu untenehmen. In 50 Jahren wird es keine Verbrennungsmotoren mehr geben. Wenn einmal ein gewisser Anteil an Eletro- und Wasserstofffahrzeugen unterwegs ist (und das wird angesichts der Preisvorteile relativ schnell geschehen), wird es sich immer weniger lohnen, Benzin und Diesel an Tankstellen anzubieten, was den Umstieg noch einmal weiter beschleunigt,

    Es lohnt sich aber auch nicht mehr, in den ÖV zu investieren, weil es in 50 Jahren auch keine Trame und Busse mehr geben wird. Denn selbstfahrende Autos können die Transportleistungen bedarfsgerecht, umstiegsfrei und dank der hohen Auslastung sehr günstig erbringen.

    Schade, dass in Basel sowohl Rechts wie Links rückwärtsdenken. Die einen glauben an das Auto der 60er-Jahre, die anderen an die Züge und Strassenbahnen des 19. Jahrhunderts. Beides wird sich nicht als Lösung für die Zukunft taugen.Report

  2. Total ideologisch verblendet die UVEK Mitglieder
    Wenn das Wahrheit wird baut Mann am besten ein Mauer um Basel
    Aus dem Grund keine der Melonenpolitiker mehr wählen, die machen alles kaputtReport

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