Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen. (Foto: Key)

Schweiz

SBB richten den Fokus wieder aufs Kerngeschäft

Die SBB will sich wieder auf das Kerngeschäft fokussieren und Bundesanwalt Michael Lauber kämpft gegen die Abwahl. Das sind die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Kritik an SBB reisst nicht ab

Die Sonntagspresse beschäftigt sich umfassend mit den SBB. So berichtet etwa der «SonntagsBlick», dass die SBB jährlich rund 100 Millionen Franken für Marketing und Kommunikation ausgäben und das Bundesamt für Verkehr BAV diese Aufwandspositionen mittlerweile hinterfrage. Die Zeitung berufe ich auf einen 24-seitigen Revisionsbericht, bei dem es hiess, dass die PR-Kosten grossen Interpretationsspielraum hinsichtlich der zweckmässigen Erfüllung ihrer Aufgaben offen liessen. Die SBB reagierten empfindlich auf den Befund und erklärten, die ausgewählten Kostenarten bildeten das Geschäftsmodell der Kommunikation nicht ab. Gleichzeitig erklärte die Verwaltungsratspräsidentin von den SBB, Monika Ribar, etwa im «SonntagsBlick», dass sich die SBB zuletzt zu wenig auf das Kerngeschäft konzentriert hätten. In Zukunft möchte die SBB-Präsidentin wieder den Fokus vermehrt auf das Kerngeschäft legen. Genau diesbezüglich äussern zahlreiche Politiker in der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» zudem Kritik. Wenn es um strategische Optionen geht, sei der Verwaltungsrat kaum sichtbar, hiess es etwa vom Nationalrat Manfred Bühler (SVP/BE). Die Führung von den SBB sei seit der Ankunft von Ribar schwach geworden, kritisierte zudem SP-Bundeshaus-Fraktionschef Roger Nordmann. Die «SonntagsZeitung» schreibt obendrein, dass bei den SBB tausende Jobs gefährdet seien. Die Zeitung beruft sich auf eine Studie der ETH mit dem Beratungsunternehmen PWC. Demnach fallen bei den SBB im extremen Szenario wegen der Digitalisierung und Automatisierung rund 3400 der derzeit 26’400 Mitarbeiter weg.

Abstimmungskampf der Offiziersgesellschaft

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) bettelt laut der «SonntagsZeitung» bei den vier Kampfjet-Herstellern, welche der Schweiz die Geräte verkaufen wollen, um Geld. In dem Bettel-Brief der SOG gehe es unter anderem um die Finanzierung der Pro-Kampagne für die Abstimmung über die Beschaffung der Militärflugzeuge. Die SOG wünsche sich von jedem der vier Hersteller einen sechsstelligen Betrag, schrieb die Zeitung weiter. Beim Hersteller des Tarnkappenjets F-35 stösst die SOG auf offene Ohren: «Lockheed Martin beabsichtigt, die öffentliche Kampagne zu unterstützen», sagte eine Sprecherin zu der Zeitung. Das Unternehmen Boeing, das den F/A-18 Super Hornet anbietet, verrate nur: «Wir prüfen jede Sponsoring-Anfrage und stellen sicher, dass sie der Ausschreibung entspricht”. Und während sich Dassault, der Produzent des Kampfjets Rafale, gar nicht äussere, zeige sich der Eurofighter-Hersteller Airbus vorsichtig: «Die Anfrage der SOG ist eine Frage, die von der Schweizer Regierung bewilligt werden muss», hiess es gegenüber der «SonntagsZeitung». Politiker zeigten sich von der Aktion der SOG schockiert und mahnten, ausländische Flugzeughersteller dürften sich keinesfalls in einen Schweizer Abstimmungskampf einmischen.

Lauber kämpft gegen Abwahl

Bundesanwalt Michael Lauber nimmt laut der «NZZ am Sonntag» die Dienste einer renommierten Zürcher Kommunikationsagentur in Anspruch, um das Szenario seiner Abwahl abzuwenden. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft bestätigte entsprechende Informationen der Zeitung. Die Agentur unterstütze Lauber persönlich, «insbesondere mit der externen Beobachtung der Resonanz zu seiner Person und einer Einschätzung der diesbezüglichen Lage». Die Sprecherin betonte allerdings, dass Lauber die Kosten für diese Dienstleistung privat übernehme.

Banken-Mandate bringen Parlamentarier viel Geld

Schweizer Parlamentarier verdienen laut dem «SonntagsBlick»  jährlich rund 6,5 Millionen Franken durch Mandate bei Banken und Versicherungen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie zweier unabhängiger Experten. National- und Ständeräte haben demnach im Schnitt acht ausserparlamentarische Mandate. Besonders lukrativ seien Positionen bei Krankenkassen, Versicherungsgesellschaften und Banken. Rund fünf Millionen Franken entfielen allein auf Mandate in der Finanzbranche, hiess es. Die meisten Mandate hätten Politiker aus den Reihen der FDP, die rund die Hälfte dieser Zuwendungen bezögen. Dahinter folgten die SVP mit 25 Prozent und die CVP mit rund 19 Prozent.

Moldau bittet um Rechtshilfe

Moldau hat die Schweiz laut der «NZZ am Sonntag» um Rechtshilfe gebeten. Seit dem Machtwechsel in der Moldau ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft des Landes gegen den Oligarchen Vladimir Plahotniuc – den reichsten und ehemals mächtigsten Mann des osteuropäischen Landes. Die Ermittlungen gegen den 53-Jährigen reichten bis in die Schweiz. Plahotniuc befände sich seit Juni auf der Flucht. In dem Zusammenhang sei beim Bundesamt für Justiz (BJ) bereits Ende August 2019 ein Rechtshilfeersuchen der Republik Moldau eingegangen, bestätigte die Schweizer Behörde der Zeitung. Man habe dieses zum Vollzug an die Staatsanwaltschaft Zürich übergeben, hiess es weiter. Zusätzliche Angaben wolle das BJ aber nicht machen.

An jeder Prothese verdient

Ein Berner Orthopäde hatte laut der «NZZ am Sonntag» und «Le Matin Dimanche» ein Interesse an den Verkäufen von komplikationsanfälligen Bandscheiben-Prothesen. Die Zeitungen berufen sich auf einen Untersuchungsbericht der Klinikgruppe Hirslanden zu den fehlbaren Implantaten der britischen Firma Ranier. Der Berner Mediziner habe als wissenschaftlicher Beirat von Ranier eine Kaufoption auf Aktien der Firma besessen. Dadurch sei er direkt am finanziellen Erfolg des Implantats interessiert gewesen. Der Direktion des Spitals habe er die Tätigkeit als Berater verschwiegen und auch den Patienten habe er die Bindung nicht offengelegt, hiess es weiter. Die «SonntagsZeitung» berichtet zudem, dass die Hirslanden-Gruppe künftig neue Implantate und andere invasive Medienproduktion selber intern prüfen möchte. Eine interne Heilmittelstelle müsse neu die Verwendung solcher Produkte freigeben.

Noch mehr Profiteure von Preisabsprachen

Von den jahrelangen Absprachen über Preise und Auftragsvergaben der Baumeister in Graubünden sollen laut der «NZZ am Sonntag» auch Angestellte des kantonalen Tiefbauamts profitiert haben. Die Zeitung beruft sich auf Eingeweihte. Beamte sollen als Gegenleistung für das Mitwirken am Kartell angeblich mit kostenlosen Bauarbeiten an privaten Liegenschaften oder mit Bargeld entschädigt worden sein. Die Firmen hätten im Wissen von Mitarbeitern des Tiefbauamts einen zu hohen Bedarf an Kies oder Asphalt für kantonale Bauprojekte veranschlagt. Der nicht benötigte Überschuss sei dann etwa für das Erstellen einer Mauer oder eines Parkplatzes eines privaten Bauherrn verwendet worden. Das Material sei diesem ebenfalls verrechnet worden, womit es doppelt – sowohl vom Kanton als auch vom Privaten – bezahlt worden sei. Diesem Vorwurf solle nun die Parlamentarische Untersuchungskommission PUK zum Baukartell nachgehen.

Streit um Migros-Personalie spitzt sich zu

Der Streit in der Migros um den Präsidenten der Migros Genossenschaft Neuenburg-Freiburg, Damien Piller, nimmt laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» an Schärfe zu. Im Juli hatte der Migros Genossenschaftsbund und die Geschäftsleitung der Regionalgenossenschaft gegen Piller eine Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eingereicht. Am Mittwoch habe nun der Genossenschaftsrat ihm und den anderen vier Mitgliedern der Verwaltung das Vertrauen entzogen. Elena Wildi-Ballabio, seit zehn Jahren Mitglied der Verwaltung der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg, verlasse zudem das Strategie- und Aufsichtsorgan per sofort. «Ich habe am Freitag meinen Rücktritt erklärt», sagte Wildi-Ballabio, die im Hauptberuf Direktionssekretärin von Aussenminister Ignazio Cassis ist, gegenüber den Zeitungen.

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