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Der Telebasel Wahlkampf-Talk vom 8. September 2019.

Basel

Nationalrat BS: Wer beerbt SP-Frau Silvia Schenker?

Wer soll für Basel in den Nationalrat? Im Wahlkampf-Talk streiten sich vier Kandidaten: Christoph Eymann, Sebastian Frehner, Sarah Wyss und David Wüest-Rudin.

Wahlkampf-Talks auf Telebasel, Runde 3: Am Sonntag streiten sich die Kandidaten Sarah Wyss (SP), Christoph Eymann (LDP), Sebastian Frehner (SVP) und David Wüest-Rudin (GLP) um einen Sitz im Nationalrat. Finden Sie weiter unten Kurzporträts und eine Einschätzung der Wahlchancen.

Den Wahlkampf-Talk um die baselstädtischen Sitze im Ständerat sehen Sie ab 19:10 Uhr am Sonntag, 8. September 2019.

Einen zweiten Wahlkampf-Talk mit Kandidaten für die Basler Nationalratsmandate sehen sie dann am 22. September.

Hier die Übersicht über alle acht Talk-Runden mit allen Köpfen und Daten.

EU, Klima, Frauen, Altersvorsorge, Gesundheitskosten: Warum die Wahlen 2019 so wichtig sind.

Nationalratswahlen 2019 Basel-Stadt (5 Sitze)

Jetzige Verteilung: 1 GPS, 1 LDP, 2 SP, 1 SVP

Rücktritt: Silvia Schenker (SP)

Unsere Gäste:

Sarah Wyss (SP)

  • Seit 2012 im Grossen Rat (Präsidentin der Gesundheits-und Sozialkommission)
  • Geschäftsführerin der Stiftung Selbsthilfe Schweiz
  • Ehemalige JUSO-Präsidentin Basel-Stadt
  • Jahrgang 1988

Christoph Eymann (LDP)

  • Nationalrat von 1991 bis 2001, aktuell seit 2015
  • Regierungsrat in Basel-Stadt von 2001 bis 2017
  • Verheiratet, 3 Kinder
  • Dr. iur.
  • Hauptmann a.D.
  • Jahrgang 1951

Sebastian Frehner (SVP)

  • Seit 2010 im Nationalrat
  • Grossrat in Basel-Stadt von 2005-2014
  • Selbständiger Unternehmensberater
  • Dr. iur.
  • Jahrgang 1973

David Wüest-Rudin (GLP)

  • Im Grossen Rat 2009 bis 2013, aktuell seit 2015
  • Gründete 2008 die Basler Grünliberalen
  • Unternehmensberater
  • Verheiratet, 2 Kinder
  • Jahrgang 1970

Ausgangslage: spannend

Als sicher gilt die Wiederwahl von Beat Jans, der 2015 die Wiederwahl als Erstplatzierter schaffte und im gleichen Jahr ins SP-Präsidium aufstieg. Auch die Abwahl von Christoph Eymann (LDP) ist sehr unwahrscheinlich. Als wandelnde SVP-freie Zone und als neuer SKOS-Präsident, der die Sozialhilfe-Tarife nicht senken will, gilt der Liberale als auch für Linke als wählbar.

Zuversichtlich mit der Wiederwahl rechnen darf auch Sebastian Frehner (SVP, seit 2010). Wie sehr er im Bürgertum verankert ist, zeigt sich etwa daran, dass er die offizielle 1. Augustrede an der Bundesfeier in Riehen halten durfte. Zwei Faktoren, die ihn Zuspruch kosten könnten: Zum einen sorgte die SVP Basel-Stadt mit peinlichen Streitereien für Schlagzeilen. Zum anderen wird Frehner parteiintern konkurrenziert vom ehemaligen Leiter Novartis Schweiz, Pascal Brenneisen. Als wenig SVP-linientreu ist Sebastian für breitere Schichten wählbar, als Unternehmer gilt er in globalen Wirtschaftsfragen als sehr kompetent.

Die SP darf sich recht sicher fühlen, den zweiten Sitz (von Silvia Schenker) halten zu können. Als aussichtsreiche Kandidatin gilt Sarah Wyss (sofern Eva Herzog in den Ständerat gewählt wird). Ihren letzten Triumph feierte sie im Mai, als sie an vorderster Front wirkte, um die JUSO-Topverdienersteuer durchzubringen.

Am meisten zittern muss nach Einschätzung von Kommentatoren BastA!-Politikerin Sibel Arslan. Nur dank 159 Stimmen eroberte sie 2015 den Sitz, der sonst als dritter Sitz an die SP gegangen wäre. Die kurdischstämmige Baslerin erzielte jedoch einiges Medieninteresse, zuletzt als sie das Model Tamy Glauser auf die Nationalratsliste der Grünen lotste. Im Parlamentarier-Ranking 2019 der «SonntagsZeitung», das die Machtfülle abbilden soll, figurierte Arslan auf dem sehr guten 54. Rang.

Die Bürgerliche Mitte will den fünften Sitz unbedingt zurück erobern und hat zu dem Zweck eine riesige Listenverbindung aus sechs Parteien von der EVP bis zur FDP gebildet. Die FDP, die 2015 ihren Sitz (Daniel Stolz) verlor, könnte zum Zug kommen.

Unklar ist, ob am 20. Oktober 2019 die Stunde Thomas Kesslers schlägt, der seine Kandidatur mit einer aufwändigen Social Media-Kampagne bewirbt. Kessler wurde nur als fünftplatzierter von der Partei nominiert, ist aber die national bekannteste Person auf der FDP-Liste: als ehemaliger Kantonsentwickler, national auch als Integrations- und Drogenfachmann. Seine Politik (Beispiel: Drogenlegalisierung) entspricht aber kaum den vordringlichsten Sorgen des typischen FDP-KMU-Gewerblers.

Die Grünliberalen und damit David Wüest-Rudin rechnen sich mit ihrer Unterlistenverbindung mit der EVP und der BDP Chancen auf den fünften Sitz aus. Aber im Grossen Rat hat die GLP nicht einmal Fraktionsstärke. Ob das für die nationale Bühne reicht?

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