(Symbolbild: Keystone)

Basel

Neuer Ansatz gegen Hirnschäden nach Schlaganfall entdeckt

Basler Forschende haben einen Schlüsselfaktor entdeckt, der dem Gehirn nach einem Schlaganfall bei der Regeneration helfen könnte.

Wenn das Gehirn «erstickt», drohen schwere Schäden: Eine akute Unterversorgung mit Sauerstoff endet in einem Drittel der Fälle mit schweren Behinderungen oder dem Tod. Eine solche Asphyxie tritt beispielsweise bei einem Schlaganfall auf.

Forschende der Universität, des Universitätsspitals Basel und des Universitätskinderspitals beider Basel (UKBB) haben in Untersuchungen mit Mäusen die Schlüsselrolle eines Proteins identifiziert, bleibende Schäden nach einem solchen Sauerstoffmangel zu verhindern. Davon berichteten sie am Mittwoch im Fachblatt «Nature Communications».

Die Forschenden um Sven Wellmann, Raphael Guzman und Josef Kapfhammer knüpften für ihre Studie an die Beobachtung an, dass bei Neugeborenen, die unter der Geburt an schwerem Sauerstoffmangel leiden, durch Kühlung des Gehirns auf rund 33 Grad bleibende Schäden gemildert oder verhindert werden können. Die Kältebehandlung hat jedoch Nebenwirkungen, die die Anwendung bei Erwachsenen nach einem Schlaganfall schwierig machen, wie die Forschenden im Fachblatt schreiben.

Gleicher Mechanismus ohne Kälte

Womöglich liessen sich jedoch die gleichen Signalwege ausnutzen, die durch Kälte ausgelöst werden, um auch Erwachsene vor bleibenden Hirnschäden zu schützen. Hierfür fokussierten die Forschenden auf die Rolle eines Proteins namens RBM3, das bei Kälte vermehrt in Zellen produziert wird und für das bereits eine schützende Wirkung auf Nervenzellen nachgewiesen werden konnte.

Die Wissenschaftler konnten in ihrer nun veröffentlichten Studie an Mäusen zeigen, dass RBM3 eine Schlüsselrolle spielt, um das Überleben und die Vermehrung von neuronalen Stammzellen im Gehirn nach einem Schlaganfall zu fördern. Diese Stammzellen existieren im erwachsenen Gehirn in zwei Regionen und verleihen dem Gehirn eine gewisse Fähigkeit zur Selbstheilung: Sie können bei Bedarf neue Nervenzellen hervorbringen.

Die Erkenntnis zur Schlüsselrolle von RBM3 liesse sich womöglich für die Entwicklung neuer Therapien nutzen, um das Gehirn nach einem Schlaganfall zu schützen und zu regenerieren, schrieb das Universitätsspital Basel in einer Mitteilung vom Mittwoch.

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