Die Fans des FCB können sich über die Transfers freuen. (Keystone)

Basel

Eine Reaktion auf den letzten Drücker

Je näher das Ende des Transferfensters rückte, desto nervöser wurde man auf Fan-Seite. Nun hat Rotblau in letzter Minute nochmals zugeschlagen – und wie.

Lange musste der FCB-Fan auf eine Reaktion seines Klubs warten. Am Ende wurde die Geduld belohnt. Der FCB schlägt am Deadline-Day, am letzten Tag der Transferperiode, doppelt zu. Und das auf vielsprechende Weise.

Südamerika – what else?

Die Handschrift des neuen Sportchefs Ruedi Zbinden ist sofort erkennbar. Die Verbindungen nach Südamerika bestehen seit über 30 Jahren. Ein Sturmtank und ein Filigrantechniker aus Brasilien hat er geholt. Dazu einen erfahrenen Hünen aus dem Norden. Das passt. Nicht nur wurde auf den Ausfall Ricky van Wolfswinkels und die Abgänge Albian Ajetis und Éder  Balantas reagiert. Es wurde gleichzeitig perspektivische Arbeit geleistet. Darunter fällt auch eine mögliche Partnerschaft mit dem argentinischen Verein San Lorenzo.

Mit dem brasilianischen Youngster Eric Ramires könnte der FCB die nächste Perle aus Südamerika gefunden haben. Der 19-Jährige gilt als grosses Talent und könnte künftig für das Spektakel sorgen, dass Rotblau oftmals vermissen lässt. Denn das zentrale FCB-Mittelfeld ist vieles, aber keinesfalls dynamisch. Dynamik ist aber genau das Stichwort.

Konkurrenzkampf neu lanciert

Eine weitere Baustelle des FCB ist klar die Defensive: Denn so gross das Talent von Eray Cömert und Omar Alderete sein mag, immer wieder leisten sich die Youngsters krasse Aussetzer und bringen ihre Farben damit bedrohlich in die Bredouille. Nur ein Spiel zu null in dieser Saison spricht Bände.

Mit Emil Bergström eine erfahrene Alternative zu haben ist dementsprechend Gold wert. Der Schwede überzeugt aber vor allem auch als Typ. Er wird den Konkurrenzkampf in der Verteidigung nochmals neu lancieren. Was auch bitter nötig ist.

Letztlich wurde mit der Verpflichtung von Arthur Cabral die immense Lücke die Ajeti und van Wolfswinkel hinterlassen haben, personell gefüllt. Cabral wird nun Druck auf Kemal Ademi ausüben, der sein Potenzial wöchentlich andeutet. Der Riese im Basler Sturm ist ein harter Arbeiter. Rennt was das Zeug hält. Und trifft vor allem das Tor.

Neue Zuversicht beim FCB

Doch was diese Transfers – ausser zusätzlicher Qualität im Kader – versprechen, ist in erster Linie Zuversicht. Zuversicht, dass man die Young Boys aus Bern nach zwei Jahren wieder vom nationalen Thron stossen kann. Neue Zuversicht in die eigene Vereinsführung und sportliche Leitung, die trotz des Vorwurfs der Passivität das Kerngeschäft doch nicht so vernachlässigt, wie man meinen könnte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*