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Der Telebasel News Beitrag vom 1. September 2019.

Basel

Krankenkassen horten ihre Überschüsse

Die Krankenkassen haben eigentlich die Möglichkeit, den Versicherten die Überschüsse zurückzuzahlen. Doch nur wenige tun das auch.

Seit 2016 ist es möglich, dass Krankenkassen ihre Überschüsse an die Kunden zurückzahlen. Somit kann jede Person, die seit Silvester des Vorjahres noch bei der entsprechenden Kasse versichert war, Geld zurückbekommen.

Doch nur wenige Krankenkassen nutzen diese Möglichkeit – die meisten legen ihre Überschüsse zu den Reserven. Sympany-CEO Michael Willer erklärt, sein Unternehmen mache von dieser Rückzahlungsmöglichkeit seit drei Jahren Gebrauch. Allerdings sei es aufwendig, die Rückzahlungen zu kalkulieren und für jeden Kanton einzeln zu berechnen. Daher sei womöglich diese Praxis noch nicht überall verbreitet.

Sarah Wyss, Präsidentin der Gesundheitskommission des Grossen Rats, begrüsst diese Rückzahlungen. Allerdings packt dies in ihren Augen das Problem noch nicht bei der Wurzel an. Es brauche einkommensabhängige Krankenkassenprämien. Bis es so weit sei, müsse man schauen, dass Gesundheits- und Prämienkosten nicht zu ungleich steigen: «Es kann nicht sein, dass wir viel in die Reserven der Kassen zahlen und diese Geld anhäufen».

Prämiensenkung oder -steigung?

Nun stellt sich die Frage, weshalb mit diesen Reserven nicht die Prämien gesenkt werden. Diese Überschüsse bezögen sich immer aufs vergangene Jahr und sagten nichts über die Prämienentwicklung im neuen Jahr aus, so Michael Willer.

Der Vergleichdienst Comparis sagt voraus, dass die Prämien bei den Grundversicherungen um zwei bis drei Prozent teurer werden. Anders sieht das Helsana-Chef Daniel Schmutz. Er erklärte gegenüber der «NZZ»: «Eine Mehrheit unserer Kunden wird 2020 für die Grundversicherung weniger Prämie bezahlen als 2019».

Der Grund dafür sieht Schmutz vor allem bei den Versicherten: «Wir spüren, dass bei den Versicherten ein gewisses Umdenken eingesetzt hat. Immer mehr Menschen wählen alternative Versicherungsmodelle, in denen die Behandlung besser koordiniert wird und damit effizienter und günstiger ist».

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