Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 1. September 2019.

Basel

Der parteilose Marc Meyer will in den Ständerat

19 Jahre nach seinem Austritt aus der SVP kehrt Marc Meyer zurück in die Politik. Der Riehener Lehrer und Nationalbank-Kritiker macht aber kaum Wahlwerbung.

Eva Herzog, Patricia von Falkenstein und Gianna Hablützel-Bürki: Gleich drei bekannte Politikerinnen kämpfen um den Basler Sitz im Stöckli. Auf diesen schielt mit Marc Meyer ein weiterer Kandidat, der bisher im Wahlkampf kaum in Erscheinung getreten ist. Sein Konterfei prangt nicht auf den Plakatsäulen, in den Medien war er kaum präsent.

Einst gegen Conti im Rennen

Allerdings ist er politisch kein unbeschriebenes Blatt. Im Jahr 2000 stieg Marc Meyer für die SVP bei den Regierungsersatzwahlen ins Rennen. Beim Urnengang für die Nachfolge von Stefan Cornaz trat Marc Meyer gegen Rita Schiavi (BastA!) und Carlo Conti (CVP) an. Letzterer machte schliesslich das Rennen. Abgeschlagen auf dem dritten Rang, verabschiedete sich Meyer wenig später aus der Politik. Grund dafür war ein Zerwürfnis mit der SVP.

Keine Wahlplakate

Rund 19 Jahre später ist der Riehener Volkswirtschaftslehrer wieder zurück. Diesmal peilt er als Parteiloser gleich einen Sitz im Ständerat an. Allerdings geschieht dies auf leisen Sohlen. Auf Wahlwerbung verzichtet Marc Meyer nahezu. Einzig ein schlichter schwarz-weisser Flyer, den er bald in der Stadt verteilen möchte, zeugt von seinen politischen Ambitionen. «Es ist gut für Basel, wenn mal jemand keine Gelder von anderen hat und nach deren Pfeife tanzen muss», sagt Meyer gegenüber Telebasel.

Kassandrarufe gegen die Nationalbank

Seine beiden Hauptthemen sind eher ungewöhnlich in diesem Wahlkampf. Einerseits fordert er einen zweiten Ständeratssitz für Basel. Andererseits hat er sich ein Thema auf die Fahne geschrieben, das ihn schon seit vielen Jahren beschäftigt: die Nationalbank. Auf dem Blog Inside Paradeplatz geht er hart ins Gericht mit der Anlagepolitik der Notenbank. Marc Meyer  befürchtet, dass diese in einem Schulden-Desaster enden könnte.

Einst war Meyer Strategist bei der UBS. Die Banker-Karriere hängte er aber an den Nagel. Stattdessen begann er, als Lehrer zu arbeiten. An zwei Schulen unterrichtet er zurzeit. Der Riehener ist in seiner Freizeit manchmal als Jäger auf der Pirsch, einst war er auch passionierter Skirennfahrer. Zudem führt er ein Institut für Makroökonomie, das bisher nur aus ihm selbst besteht – und das ebenfalls die Nationalbank im Visier hat.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*