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Der Telebasel News Beitrag vom 31. August 2019.
Basel

«Die Wand bröckelt und es wird immer schlimmer»

Eigentlich wollte der Wirt des L'Unique die berühmte Wand in Basel restaurieren. Doch nun mache ihm die Denkmalpflege einen Strich durch die Rechnung.

Es ist ein trauriger Anblick. Vor dem bekannten Graffiti am Gerbergässlein 20 in Basel, vis-à-vis des Restaurants und Rockmuseums L’Unique, steht ein Baugerüst. Eine graue Abdeckfolie deckt den unteren Teil des Kunstwerkes ab.

Graffiti-Künstler Marc Bellé hat im Jahr 2008 im Auftrag des Wirtes des L’Unique, Andy Ibach, das Graffiti gesprüht. Es zeigt die Portraits von den grössten Musikern aller Zeiten. Längst hat die «Wall of Fame» Kultstatus in Basel erlangt.

Wand beginnt zu bröckeln

Das hat auch die Denkmalpflege erkannt und ein Sprayverbot erlassen, das auch für Marc Bellé selbst gilt. Das könnte der berühmten Wand nun zum Verhängnis werden, wie es auf Anfrage bei L’Unique heisst. Der Zahn der Zeit nage an der Wand. Weil Feuchtigkeit ins Mauerwerk laufe, halte der obere Verputz nicht mehr. Die Wand müsse bis auf 4,5 Meter restauriert werden. Natürlich soll danach das Graffiti wieder angebracht werden. So sei es mit der Denkmalpflege ausgemacht gewesen.

Wirt Andy Ibach erklärte sich laut seiner Assistentin bereit, die Kosten von rund 20’000 Franken für die Restaurierung aus der eigenen Tasche zu zahlen. Drei Tage lang sollte die Wand abgeschliffen werden. Doch nun verzögert sich alles.

Baustopp trotz Bewilligung

Trotz Bewilligung, wie die Assistentin des Wirtes betont, habe die Denkmalpflege sich plötzlich eingeschaltet und einen Baustopp verhängt. Nun muss das Gerüst länger stehen bleiben, und ob die Wand gerettet werden kann, sei noch unklar.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erklärt auf Anfrage: Arbeiten an der Gebäudehülle von Bauten in der Stadtbild-Schutzzone, worin sich die Graffiti-Wand befindet, erfordern eine Bewilligung. «Da eine solche nicht vorlag, hat das Bau- und Gastgewerbeinspektorat die Arbeiten vorübergehend eingestellt und die Bauherrschaft zur Eingabe von Bewilligungsunterlagen aufgefordert», heisst es von Seiten des Departements. Diese seien aber inzwischen eingereicht worden und in Bearbeitung.

Nicht die einzige Enttäuschung

Der Baustopp sei nicht die einzige Enttäuschung, die Andy Ibach mit dem Kanton erlebt habe. Sein Graffiti war schon in früheren Jahren umstritten. Und auch seine Stiftung sei vom Kanton nicht als gemeinnützig anerkannt worden. Mit Hilfe der Stiftung wolle er einerseits seine Sammlung an Gegenständen und Kunstwerken aus der Geschichte des Rock’n’Rolls erhalten und andererseits sanitäre Projekte in armen Ländern unterstützen.

Andy Imbach im Interview. (Video: Telebasel) 

Weil der Kanton Basel-Stadt seine Stiftung nicht anerkennen wollte, musste er den Sitz ins Baselbiet verlegen. Und dies obwohl auch der ehemalige Beatles Schlagzeuger Ringo Starr seine Stiftung befürworte.

3 Kommentare

  1. Hauptsache bei den FB-Kommentierern: Man hat einen Sündenbock, auf den es sich bequem und selbstherrlich herumdreschen lässt: die Denkmalpflege, ist schon seit Jahrzehnten so. Dabei ist, wie ich den Report verstehe, völlig unklar, was die Denkmalpflege eigentlich will. Vielleicht sogar ins Schutzinventar aufnehmen???Report

  2. Es kann nicht sein, dass soviele unfähige Personen bei der Stadt Basel arbeiten.
    Ein Magnet auch für zig tausend Touristen, einfach abzuschreiben.
    Hans-Peter Wessels geh dahin zurück, woher Du kommst. Bitte.Report

  3. Einmal mehr eine Institution die dem
    Dep. Wessels angegliedert ist. Einmal
    mehr zeigt es sich, dass in seinem Dep.
    nur Chaos herrscht. Wie lange muss man
    sich in Basel noch diesen unfähigen
    Regierungsrat gefallen lassen? Dieser
    Politkaspar gehört mit Schimpf und Schande aus der Stadt vertrieben!
    Wie lange geht das noch, bis die Linken
    feststellen dass dieser Politiker eine
    Schande für den Stadtkanton ist?Report

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