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Basel

Jetzt fahren die Monster-Bagger in der Rheingasse auf

Das nach dem Grossbrand einsturzgefährdete Gebäude an der Rheingasse 17 wird teilweise abgerissen. Heute sind die ersten Bagger vorgefahren.

«Endlich geht etwas», sagt Erika Furrer vom Wildmaa-Kiosk in der Rheingasse. Seit dem 16. August 2019 herrscht mehr oder weniger Ungewissheit, was mit dem Gebäude an der Rheingasse 17 passiert. Nun ist klar. Mindestens ein Teil des Gebäudes soll abgerissen werden.

Spektakulärer Transport in der Nacht auf Donnerstag:

Wie die «bz» am Donnerstag schreibt, sei von einem Rückbau des Dachstocks und des dritten Stockwerks die Rede. Seit heute steht nun ein 120 Tonnen schwerer Greif-Bagger, der eine Reichweite von 40 Metern hat, vor der Hausnummer 17. Der PC 800 mit Teleskopausleger wurde in der Nacht auf Donnerstag unter Polizeibegeleit in die Rheingasse gestellt. Heute und am Freitag wird er aufgebaut. Die Abrissarbeiten beginnen aber erst kommende Woche. Denn es müsse neben dem Aufbau des Monster-Baggers auch die Umgebung gesichert werden, erklärt ein Arbeiter vor Ort gegenüber Telebasel.

Neue Standortbestimmung

Die Verantwortlichen wollen nach dem Rückbau entscheiden, was von dem historischen Gebäude gerettet werden kann und was nicht. Die beiden betroffenen Stockwerke mussten nach einem Brand 1972 bereits erneuert werden und sind wie Peter Blumer, Direktor der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, gegenüber der «bz» sagt, «aus denkmaltechnischer Sicht deshalb nicht so entscheidend».

Die Hoffnung besteht, dass in ein paar Wochen klar sei, wie weiter vorgegangen werde. Doch bis das Haus wieder einzugsbereit sei, wird mit maximal ein bis eineinhalb Jahren gerechnet.

Anwohner atmen auf

Erika Furrer vom Kiosk Wildmaa in der Rheingasse ist erleichtert: «Endlich geht etwas. Würde es noch länger so bleiben, könnten wir dicht machen». Die Laufkundschaft aus der Utengasse und der Rebgasse fehle. «Wir können ohne die gewohnten Einnahmen nicht überleben.»

Erinnerungstücke, wie die Wirtshaus-Tafel des Schwarzen Bären wurden am Mittwoch mit einer Hebebühne sichergestellt.

War es Brandstiftung?

Die Basler Staatsanwaltschaft sei ebenfalls in den Rückbau verwickelt, denn die Kriminaltechnik konnte aufgrund der Einsturzgefahr das Haus noch nicht betreten. Auch die Besitztümer der Bewohner und der Grenzwert-Besitzer befänden sich noch im Gebäude.

In der Nacht auf den 16. August 2019 brannte in der Rheingasse der Dachstock des Schwarzen Bären. Es wird vermutet, dass ein Brandstifter Schuld an dem Brand sei. Betroffen sind Sozialwohnungen und die Bar Grenzwert.

Der 35-jährige Tatverdächtige, der kurz nach der Tat festgenommen wurde, sitzt noch immer in Untersuchungshaft. Wie hoch der Schaden ausfällt sei noch unklar. Was klar sei ist, dass die Sozialwohnungen seit Längerem in desolatem Zustand seien.

(Video: Telebasel/ Leser-Reporter)

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