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Der Telebasel Talk vom 28. August 2019 mit Silke Gillessen.

Basel

Wann besiegen wir den Prostatakrebs, Frau Gillessen?

Silke Gillessen studierte Medizin in Basel und ist eine der profiliertesten Krebsforscherinnen der Welt. Nun bringt sie einen Kongress zu Prostatakrebs hierher.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart überhaupt. In der Schweiz erkranken 6’100 Männer pro Jahr. Fast 30% der Krebsdiagnosen bei Männern entfallen auf Prostatakrebs. Zwar hat sich die Überlebenschance in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Aber dennoch ist diese Krebsart in unserem Land mit 1’300 Todesfällen pro Jahr die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern.

Wie bei anderen Krebsarten ist die Früherkennung wichtig für einen guten Heilerfolg. Aber bei Prostatakrebs sind die Verfahren umstritten und unsicher. Gewissheit liefert erst die sogenannte Biopsie, eine oft schmerzhafte und bei Fachleuten heftig diskutierte Gewebeentnahme. Die Krankheit bedeutet auch bei gutem Verlauf eine schwere psychische Belastung: Nicht selten hat eine Operation Impotenz oder Inkontinenz zur Folge, und nicht in jedem Fall können diese Beschwerden behoben werden.

Hochkarätiger Fachkongress

Ab Donnerstag findet erstmals in Basel die Fachtagung «APCCC» zum Thema statt: Advanced Prostate Cancer Consensus Conference, «ein Forum zur Diskussion aktueller Fragen zum klinischen Management von Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs». Rund 1’000 Teilnehmer werden erwartet. Hier sollen neuste Erkenntnisse aus der Forschung zusammengebracht und ausgetauscht werden. In rund zwei Monaten sollen die Ergebnisse resümiert vorliegen und publiziert werden.

Die Gründerin und Leiterin des APCCC (Präsidentin APC Society) gehört zu den profiliertesten Krebsforscherinnen der Welt: Silke Gillessen Sommer ist auf das Gebiet des Prostatakarzinoms und bei malignen Erkrankungen des Urogenitalsystems spezialisiert. Zuvor hat sie die Konferenz zwei Mal in St. Gallen (2015, 2017) durchgeführt; dieses Jahr nun also der Wechsel nach Basel.

Silke Gillessen arbeitete im Claraspital

Gillessen (1965) studierte Medizin in Basel, wo sie auch promovierte. Sie arbeitete unter anderem am Basler Claraspital und forschte am Dana-Farber Cancer Institute in den USA. Am Kantonspital St. Gallen (KSSG) war sie zudem Leiterin der Klinischen Forschungsabteilung für Onkologie/Hämatologie. 2011 verlieh ihr die Universität Bern den Titel einer Professorin.

Seit knapp einem Jahr lehrt und forscht die Schweizerin als Professorin am Cancer Research Centre der britischen Universität in Manchester. Nun kehrt die Ärztin zurück in die Schweiz. Anfang Januar 2020 übernimmt sie die Funktion als Chefärztin Onkologie bei den Tessiner Kantonsspitälern (EOC). Gleichzeitig wird Silke Gillessen medizinische und wissenschaftliche Direktorin des Onkologischen Instituts der Italienischen Schweiz (IOSI) und Professorin für Onkologie an der Tessiner Universität (USI).

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