Die Vertreter Pascal Moor und Ute Sengebusch formulierten im Jungen Theater Basel ihre Anliegen, die Kulturamtsleiterinnen beider Basel hörten aufmerksam zu. (Bild: Keystone)

Basel

Theaterschaffende wollen neues Fördermodell

Mit einem «Theaterpolitischen Plädoyer« riefen Theaterschaffende aus der Region Basel zum Revisionsprozess auf. Sie plädieren für neue Förderstrukturen.

Das Positionspapier wurde im Jungen Theater Basel den Kulturamtsleiterinnen von Basel-Stadt und Baselland überreicht. Diese gaben sich vor den rund anwesenden 70 Theater- und Tanzschaffenden dialogbereit.

Als Vorbild für ihren Forderungskatalog nennen die Bühnenkünstlerinnen und -künstler, vertreten durch die Verbände t.Basel/Theaterschaffende Schweiz und Tanzbüro Basel, die Stadt Zürich. Dort hat das Präsidialdepartement 2018 im engen Dialog mit Protagonisten aus der Theater- und Tanzszene ein umfassendes neues Förderkonzept ausgearbeitet, das auch die grossen Theaterhäuser mit einbezieht.

So weit, auch die Förderung subventionierten Institutionen zu überdenken, möchten die freien Tanz- und Theaterschaffenden in Basel nicht gehen. Sie üben auch auffallende Zurückhaltung, was konkrete Forderungen etwa nach mehr Geld angeht. Sie rufen die Behörden aber zu einer Grundsatzebatte über «eine neue ideelle und materielle Perspektive der Tanz- und Theaterförderung in der Region Basel» auf.

Förderkonzept in die Jahre gekommen

Das «Plädoyer zu den Perspektiven der unabhängigen Tanz- und Theaterszene» hält fest, dass die konzeptionell-inhaltliche Grundstruktur der Förderung über 15 Jahre alt sei. In dieser Zeit habe sich in der freien Theaterlandschaft einiges bewegt. Konkret werden unter anderem die Stichworte «Festivalisierung», «Musikalisierung» und «Digitalisierung» aufgeführt.

Die finanzielle Ausstattung der Förderkredite ist seit zehn Jahren unverändert geblieben. Dem Fachausschuss Theater und Tanz beider Basel stehen pro Jahr 1,16 Millionen Franken zur Verfügung. Dazu kommen Kleinbeträge aus der nicht spartengebundenen Kulturpauschale.

Aus der Antwort auf eine entsprechende Interpellation im Grossen Rat vom Februar 2019 geht hervor, dass die zu vergebende Summe im Schnitt nur halb so hoch ist wie die beantragten Beträge. Im Jahr 2018 musste der Fachausschuss Theater und Tanz über 65 Gesuche mit einer beantragten Gesamtsumme von 2,03 Millionen Franken urteilen. Lediglich 23 Gesuchsteller erhielten schliesslich eine Zusage.

Bei den formulierten Eckdaten für ein künftiges Fördermodell spielt das Geld also doch eine gewichtige Rolle. So bleibt es nicht bei der Forderung nach mehr Transparenz bei den Förderkriterien Qualität, Professionalität, Relevanz und Prioritätensetzung. Vielmehr erwarten die Tanz- und Theaterschaffenden, dass die Fördergelder ausreichen sollen, dass «lebenskostendeckende Gagen» nach den Richtlinen von t.Schweiz ausbezahlt werden können.

Evaluation in Planung

Die Kulturamtsleiterinnen zeigten im Grundsatz Verständnis für die Anliegen der Theater- und Tanzschaffenden. Esther Roth, Leiterin der Baselbieter Abteilung Kulturelles, sagte, dass eine Evaluation der Förderstrukturen des freien Theaters und Tanzes eh in Planung sei. Und Katrin Grögel, Co-Leiterin der Abteilung Kultur des Kantons Basel-Stadt, sprach von guten Voraussetzungen für den geplanten Evaluationsprozess.

So schnell, wie sich das die Bühnenkünstler wünschen, dürfte das Ganze aber nicht ablaufen. In ihrem Positionspapier visieren sie ein Inkraftsetzung neuer Förderstrukturen auf 2022 an. Roth bat die Anwesenden indes um etwas mehr Geduld.

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