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Der Telebasel News Beitrag vom 28. August 2019.

Basel

Jetzt müssen die Kinder im Bundesasylzentrum in die Schule

Seit Mitte August besuchen im Bundesasylzentrum in Basel 54 Kinder den Schulunterricht. Und zwar für die Zeit, die sie dort verbringen müssen.

In den sechs Asylregionen der Schweiz gehen derzeit rund 430 Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren in die Schule. Der Bund bezahlt in diesem Jahr für den Unterricht bis zu zwei Millionen Franken. Der Schulunterricht im Bundesasylzentrum (BAZ) sei der erste Schritt zur Integration, sagte Esther Maurer, Vizedirektorin des Staatssekretariats für Migration (SEM), am Mittwoch vor den Medien in Basel.

«Nach dem neuen Asylgesetz bleiben die Kinder bis maximal 140 Tagen in den Asylzentren. Wenn man hier nicht schon mit der Schule beginnen würde, würde man eine ganz entscheidende Phase verpassen. Das heisst, es geht nicht darum, dass das ganze Schulwissen in die Köpfe gepackt wird, aber es geht darum, dass man sich an die Sprache gewöhnt, an Klassenverband, dass man eingebettet ist in einen strukturierten Tagesablauf.»

Neues Gesetz

Im BAZ Basel-Stadt besuchen seit Mitte August erstmals 54 Kinder von Asylsuchenden die Schule. Wegen der kurzen Aufenthaltszeit im BAZ und der damit verbundenen hohen Fluktuation in der Schule muss der Unterricht flexibel gestaltet sein. Dafür zuständig sind die Kantone.

Das seit dem 1. März gültige neue Asylgesetz sieht die Schulpflicht für Kinder von Asylsuchenden in den BAZ vor. Es sei nicht vorgesehen, den Kindern die gleiche Schulbildung zukommen zu lassen, wie in der Regelschule, sagte Maurer. Es gehe darum, die jungen Menschen auf ein selbständiges Leben vorzubereiten, ihnen Wissen mitzugeben und sie sinnvoll zu beschäftigen. Ihr Alltag solle eine Struktur erhalten.

Einteilung nach Alter

Der Basler Bildungsdirektor Conradin Cramer sagte, ein Aufbau des Unterrichts wie in der Regelschule sei nicht möglich. Die Zu- und Abgänge seien zu hoch. Im BAZ Basel-Stadt werden die Kinder je nach Alter in drei Gruppen eingeteilt. Zwei Lehrkräfte pro Klasse sind für den Unterricht zuständig. Rund die Hälfte der Kinder und Jugendlichen kommt aus Afghanistan und Eritrea.

Nach wenigen Tagen Schulunterricht könne noch keine aussagekräftige Bilanz gezogen werden, hiess es am Medienanlass. Die ersten Eindrücke seien positiv und ermutigend. Der Wissensdurst der Kinder sei gross. Die Freude am Singen in der Gruppe zeigten die Kinder vor den Medien eindrücklich. Kein Kind tanzte aus der Reihe und alle folgten vorbildlich den Vorgaben der Lehrerinnen.

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