Auch das erwachsene Gehirn kann neue Nervenzellen produzieren. (Bild: Universität Basel)

Basel

Forschende identifizieren Schalter für neue Hirnzellen

Forschende haben einen molekularen Schalter identifiziert, der regelt, ob Stammzellen im Hirn ruhen oder neue Nervenzellen hervorbringen.

Womöglich liesse sich die Erkenntnis dereinst zur Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten nutzen. Auch das erwachsene Gehirn kann neue Nervenzellen produzieren. Verantwortlich dafür sind Stammzellen, die aber mit zunehmendem Alter immer inaktiver werden und in eine Art Ruhezustand verfallen.

Wie genau es dazu kommt, war bisher unklar. Ein Forschungsteam um Verdon Taylor von der Universität Basel hat nun bei Mäusen einen molekularen Schalter identifiziert, der die Zellteilung der Hirn-Stammzellen reguliert. Womöglich könnte dies den Weg zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen weisen.

Das Team um Taylor fokussiert auf eine molekulare Signalkaskade, die die Aktivität der Stammzellen reguliert, Notch2-Signalweg genannt. Dieser kontrolliert die Produktion eines Faktors namens Id4, der wiederum die Aktivität einer Reihe von Genen steuert. Wird Id4 produziert, legt dies den Schalter quasi auf die Position «Ruhezustand». Dies hemmt die Zellteilung der Stammzellen und die Produktion neuer Neuronen im Hippocampus des erwachsenen Gehirns, wie die Uni Basel in einer Mitteilung schrieb.

Alte Maus mit neuen Neuronen

Mit zunehmendem Alter gerät diese Notch2-Id4-Signalkaskade in einen Zustand dauernder Hyperaktivität. Die «Bremse» der Zellteilung ist bei den Stammzellen damit ständig angezogen. Wird die Signalkaskade jedoch gehemmt, löst dies die Bremse, und die Stammzellen bringen selbst bei einer alten Maus neue Nervenzellen hervor, berichten die Forschenden im Fachblatt «Cell Reports».

Die Ergebnisse zeigen, dass der Ruhezustand der Stammzellen reversibel ist und sich die Produktion neuer Nervenzellen stimulieren lässt, schrieb die Uni Basel. Da der Notch-Signalweg bei den meisten Organismen vorkommt, hoffen die Forschenden, dass sich ihre Studienergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Sollte dies der Fall sein, könnte man womöglich eines Tages Hirnschäden und Nervenzellverlust durch Krankheiten reparieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*