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Der Telebasel News-Beitrag vom 25. August 2019.

Basel

«Brasilianische Produkte sollte man boykottieren»

Im Amazonas steht der Regenwald in Flammen. Die brasilianische Gemeinschaft in Basel ist aufgebracht. Indianer-Verbände fordern gar einen Boykott.

Es ist ein Flammenmeer von kaum vorstellbarem Ausmass. Noch nie hat es im Amazonas mehr Brände gegeben. Über 10’000 sollen es alleine letzte Woche gewesen sein. In Basel am Klosterbergfest sammeln die Organisatoren Geld für hilfsbedürftige Kinder in Brasilien. Trotzdem sind die Brände Thema Nummer eins bei den Brasilianern. «Der Amazonas ist wie das Herz von Brasilien. Viele kommen und fragen danach», sagt Elizabeth Ruiz, die einen Stand betreibt. «Die ganze Situation ist sehr traurig.»

Die Schweiz würde anders reagieren

Tatiana Vieira hat lange das portugiesischsprachige Radioprogramm Beleza auf Radio X geleitet. Sie sieht gewisse politischen Absichten hinter den Bränden. Und sie ist überzeugt: In der Schweiz würde man diese Brände anders angehen: «So etwas würde in der Schweiz eine ganz andere Auswirkung haben. Man würde sofort darauf reagieren, und schauen, was es für politische Massnahmen gibt.»

Indianer-Verband besorgt

Betroffen von den Bränden sind auch verschiedene Indianerstämme. Das Video von einer Indianerin, die auf ihr brennendes Reservat zeigt, ging viral. In der Schweiz setzt sich das Swiss Indigenous Network für die Anliegen der Indianer ein. Für diese sei die Situation besonders schlimm, sagt die Verantwortliche Clara Mestrinel aus São Paulo. «Vor allem die Reservate, in denen sie leben, wurden nicht mehr respektiert. Das, weil die Gesetze gelockert wurden. So, dass jetzt Ermordungen und Drohungen einfach durchgeführt werden.»

Aufruf zum Boykott

Für das Swiss Indigenous Network ist klar, auch die Menschen hier können und sollen ein Zeichen setzen. «Ich glaube, was man am meisten machen kann als Zivilgesellschaft, ist ein Boykott. Vor allem von Fleisch, das aus Brasilien kommt. Aber nicht nur von Fleisch, sondern auch von Soja», so Mestrinel. Das Feuer im Amazonas brennt weiter. Gestern hat der brasilianische Präsident die Armee zur Löschhilfe in die betroffenen Regionen geschickt. Dass die Flammen schnell besiegt werden können, das bleibt zu hoffen – aber leider zu bezweifeln.

3 Kommentare

  1. sollte man mehr fleisch und leder aus brasilen importieren damit noch mehr wald gerodet und verbrannt wird. wir in europa sind eine wirtschaftsmacht. nur sind wir uns nicht richtig bewusst. wenn wir nicht wollen wird vieles auf dieser welt nicht geschehen. daher bis diese politik in brasilien und anderen staaten nicht unseren standarts genügen boykott.
    ich war und bin brasilien fan. aber jetzt kein brasilianisches fleisch mehr und kein
    ( brasilianisches restaurant mehr das brasilianischen fleisch anbietet) konsumierenReport

  2. Dann muss ich meine Frau zurück senden, sie ist eine Brasilianerin. 😂😂😂 Nein ich finde es nicht gut wenn mann brasilianische Produkte boikottiert. Darunter leidet nicht Bolsonaro, sonder das Volk und die sind nicht mehr so überzeugt von diesem PrasidentenReport

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