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Der Telebasel News Beitrag vom 25. August 2019

Basel

Kantönligeist erschwert Verbrecherjagd

Mausklick statt E-Mails: Datenaustausch über die Kantone soll einfacher werden. So wollen die Polizeicorps Einbrechern schneller auf die Spur kommen.

Bekanntlich interessieren sich Einbrecherbanden nicht für Kantonsgrenzen. Daher kommt es durchaus vor, dass Verbrecher auf Wanderschaft gegenüber der Polizei die Nase vorn haben. Ein Polizeicorps kann nicht automatisch auf die Daten der Kollegen aus einem anderen Kanton zugreifen – und dann ist der Dieb schon über alle Berge. «Heute kommuniziert man tatsächlich per E-Mail, man fragt einzelne Kantone an», sagt die neue Baselbieter Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer (SP). Das sei sehr aufwendig. In Zukunft soll dies aber automatisiert geschehen.

Die beiden Basel, Aargau, Solothurn und Bern wollen nämlich zusammenspannen. Die fünf Kantonsregierungen des Polizeikonkordats Nordwestschweiz (PKNW) verabschiedeten im Juni eine interkantonale Vereinbarung. Mit einer neuen Gesetzesgrundlage soll der Datenaustausch zwischen den Kantonspolizeien vereinfacht werden.

Die sechs Kantone der Romandie kennen bereits einen ähnlichen Datenabgleich. Auf der anderen Seite des Röstigrabens ist es dagegen ein Novum. Baschi Dürr, Basler Sicherheitsdirektor und Präsident Polizeikonkordat Nordwestschweiz spricht von einem Pionierprojekt in der Deutschschweiz. Eine solche Grundlage für einen Datenabgleich könne nicht von heute auf morgen aus der Taufe gehoben werden. «Wenn sich fünf Kantone einigen müssen auf eine Gesetzesgrundlage, dann braucht das seine Zeit», erklärt Dürr.

Erst müssen die fünf Kantonsparlamente diese Vereinbarung genehmigen. Tritt sie in Kraft, könnten sich auch weitere Kantone oder Bundesstellen anschliessen.

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