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Der Telebasel News Beitrag vom 23. August 2019.

Basel

Angst ums Trinkwasser

Die SP fordert einen Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative. Der Bauernverband findet jedoch, man müsse bestehende Gesetze konsequenter anwenden.

Die Schweizer Trinkwasser-Versorgung befinde sich unter dem Druck der Landwirtschaft. Insbesondere Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Nitrat-Überschüsse durch Überdüngung fielen an manchen Messstellen besonders auf. Das sagt der neue Bericht des Bundesamts für Umwelt (BAFU).

Die Studie schlägt hohe Wellen. So auch bei den Sozialdemokraten. Diese fordern einen Gegenvorschlag zur hängigen Trinkwasser-Initiative. Beat Jans, Basler Nationalrat und Vize-Präsident der SP Schweiz, fordert nun einen Massnahmenkatalog. Bauern, die Direktzahlungen erhalten, müssten demzufolge den Einsatz von Pestiziden deutlich verringern. Zudem fordert die SP mehr Grundwasserschutzzonen.

Zwist um den Aktionsplan

Andreas Haas, Präsident des Bauernverbands beider Basel, findet, dass damit offene Türen eingerannt werden. Er verweist auf den Aktionsplan des Bundes von 2017, der in Zusammenarbeit mit den Landwirten ausgearbeitet wurde. Dieser enthalte bereits griffige Massnahmen zum Schutz des Trinkwassers. «Wir finden, dass die jetzigen Gesetze genügen – man müsste sie einfach konsequent umsetzen», sagt Haas. Hier seien nebst den Bauern auch die Behörden gefordert.

Beat Jans findet hingegen, der Aktionsplan Pesitzid genüge bei Weitem nicht. «Es braucht dringend Massnahmen, sonst müssen wir das Trinkwasser chemisch reinigen oder sauberes Wasser beimischen, was dann teurer wird.» Die SP kündigt an, allenfalls die Trinkwasser-Initiative zu unterstützen, sollte im Ständerat kein Gegenvorschlag zustande kommen.

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