Der Prozess war vor dem Basler Strafgericht. (Foto: bs/Juri Weiss)

Basel

82-Jähriger muss vier Jahre in den Knast

Das Basler Strafgericht hat einen Deutschen (82) zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat betagte Damen ausgenommen und wollte sich ihr Erbe erschleichen.

«Ich bin das erste Mal in einem Gerichtssaal, kannte Gerichte bisher nur aus Filmen», sagt der Deutsche beim Prozessauftakt. Wie der Blick berichtet, wird dem adretten Herrn mit weissen Haaren versuchter Betrug und mehrfache Urkundenfälschung vorgeworfen. Opfer sollen vier betagte Frauen sein – die zum Teil schon verstorben sind. Kläger sind die Erben.

Erstmals schlug der Angeklagte im Jahr 2008 zu und brachte sein Opfer dazu, Schmuck und Bargeld im Wert von 328’580 Franken bei ihrer Bank in Basel abzuholen, um es ihr dann zu stehlen. In Zürich soll er wenige Monate später ein Opfer zu einer Blankounterschrift für einen Vertrag genötigt haben.

Der angeklagte Lebemann lebt im Saus und Braus: Der einstige Bergmann aus dem Ruhrgebiet reist viel und besitzt mehrere Immobilien, darunter bis vor kurzem eine Villa an der Costa Blanca.

Alles Ausreden

Der Prozess glich gemäss Blick einer «Gauner-Komödie». Der Rentner beteuerte immer wieder seine Unschuld: «Da ist ein Regie-Fehler unterlaufen.» Sein letztes Opfer war eine Frau aus der Waadt. Bei der Testamentseröffnung seiner vermeintlichen Liebe soll er im Mai 2015 nicht davor zurück geschreckt haben, einen gefälschten Treuhandvertrag über 400’000 Franken einzureichen.

Das Urteil des Strafgerichts: Vier Jahre Freiheitsstrafe sowie 10’000 Franken und 1000 Euro Schadenersatz an die Privatklägerinnen – die Erbinnen des vierten Opfers. Der Mann wurde noch im Gerichtssaal in Sicherheitshaft genommen und abgeführt.

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