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Telebasel Regio vom 26. August. 2019.

Basel

Schweizer verspielen ihr WM-Abenteuer

Bereits am dritten Tag der Badminton-WM ist kein Schweizer mehr im Rennen. Die Bilanz ist ernüchternd: Fünf Spiele, fünf Niederlagen, kein einziger Satzgewinn.

Die Bilanz der Schweizer Badminton-Spieler an den Heim-Weltmeisterschaften in Basel fällt ernüchternd aus: 5 Spiele, 5 Niederlagen und kein einziger Satzgewinn. Besonders für die Schweizer Teamleaderin Sabrina Jaquet kam das frühe Out unerwartet.

Dass die sechs Schweizer WM-Teilnehmer in der St. Jakobshalle nicht um die Medaillen werden mitspielen können, stand ausser Frage. Dass aber bereits am dritten Tag kein Schweizer mehr im Turnier vertreten war, konnte nicht erwartet werden. Mit Sabrina Jaquet im Frauen-Einzel, Oliver Schaller/Tobias Künzi im Männer-Doppel und Nadia Fankhauser mit ihrer niederländischen Partnerin Iris Tabeling im Frauen-Doppel blieben auch die letzten Vertreter von Swiss Badminton am Dienstag in der 1. Runde auf der Strecke.

Bittere Niederlage

Für die zweifache Olympia-Teilnehmerin Jaquet hätte die Heim-WM zu einem weiteren Höhepunkt ihrer Karriere werden sollen, stattdessen endete sie für die Romande mit einer grossen Enttäuschung. Dass sich für die EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2017 ausgerechnet die Niederländerin Soraya de Visch Eijbergen, gegen die sie zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatte, als unüberwindbare Hürde erwies, war für die leicht favorisierte Schweizerin gleich doppelt bitter.

«Es tut richtig weh. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet», zeigte sich Jaquet nach Spielschluss im Interview mit SRF enttäuscht und auch etwas ratlos über ihre Leistung. Es war der Gedanke, an einer WM vor Heimpublikum aufzulaufen, den sie zuletzt in schwierigen Zeiten motiviert hat, weiterzumachen. Auch dann, als sie nach ihrem Bronze-Coup an der EM vor zwei Jahren immer wieder von Verletzungen gebremst wurde.

letzte WM für Jaquet

Für Jaquet waren es die zehnten und wohl letzten Weltmeisterschaften, wie sie gegenüber verschiedenen Schweizer Medien bestätigte. Nun, mit 32 Jahren, strebt die Neuenburgerin im nächsten Sommer in Tokio eine dritte Olympia-Teilnahme an, nachdem sie 2012 in London und 2016 in Rio bereits an Sommerspielen teilgenommen hat.

Für Swiss Badminton wäre ein Rücktritt von Jaquet ein grosser Verlust. «Wir brauchen diese Zugpferde, an denen sich die Jungen orientieren können», sagt Robbert De Kock, der Zentralpräsident von Swiss Badminton. Der gebürtige Niederländer bestätigte zwar, dass «bei den Junioren einige gute Talente nachrücken», Ausnahmetalente seien in einer Randsportart, was Badminton hierzulande ist, aber rar. Von der Heim-WM verspricht sich De Kock deshalb vor allem mehr Aufmerksamkeit für die Sportart.

Tokio 2020 im Blickfeld

Als Schweizer Lichtblick in Basel erwies sich Christian Kirchmayr. Der Lokalmatador, der sich in den letzten Wochen dank starken Auftritten in der Weltrangliste bis auf Position 121 vorgekämpft hat, stand einer Überraschung am nächsten. Kirchmayr bestätigte bei seiner WM-Premiere den Aufwärtstrend und verlangte der Weltnummer 45 Misha Zilberman aus Israel alles ab. Er zeigte gute Ansätze, ging in beiden Sätzen in Führung, am Ende fehlten ihm aber zwei Punkte zu einem Satzgewinn.

Wie Jaquet verfolgt auch Kirchmayr in den nächsten Monaten das Ziel Tokio 2020. Die Qualifikationsperiode endet im Mai. Bleiben die beiden derzeit besten Schweizer Einzelspieler verletzungsfrei und können sie ihre Pace der letzten Wochen beibehalten, dürfte es für beide mit der Olympia-Qualifikation reichen.

Para-Badmintonspieler auf Kurs

Während die entscheidende Phase des Turniers der validen Badmintonspieler in der Basler St. Jakobshalle ohne einheimische Beteiligung über die Bühne gehen wird, sind die Schweizer Medaillenchancen in der gleichenorts stattfindenden Para-Badminton-WM weiter intakt. Mit Karin Suter-Erath, die mehrfache Welt- und Europameisterin ist im Turnier der Rollstuhlfahrer als Nummer 2 gesetzt, hat die Schweiz weiterhin ein heisses Eisen im Feuer.

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