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Der Telebasel News Beitrag vom 21. August 2019

Basel

Niederlage für «Kumm use, du Schlampe»-Badmeisterin

Eine Bademeisterin soll im Bachgraben Gäste beschimpft haben, weshalb sie ihren Job verlor. Das Gericht wies ihren Rekurs dagegen ab.

Rüde Szenen müssen sich im Bachgraben abgespielt haben. Eine Bademeisterin warf einer Frau, die sich nach Betriebsschluss nicht beeilte, Schimpftiraden wie «Kumm use, du Schlampe» an den Kopf. Ein anderes Mal stiess die Mitarbeiterin in der Garderobe eine Mutter von drei Kindern zur Seite und fauchte sie mit «halt dini Frässi» an.

So zumindest lauten die Schilderungen von Badegästen, die sich anschliessend beim Erziehungsdepartement (ED) beschwerten.

Bademeisterin fühlt sich unter Druck gesetzt

Diese Streitereien blieben nicht ohne Folgen für die 32-jährige Bademeisterin. Im September 2018 kam zu einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen. Das liess die ehemalige Badi-Angestellte aber nicht auf sich sitzen. Zwar hatte sie der Vereinbarung zugestimmt, fühlte sich aber von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt, gegenüber einer möglichen Kündigung das kleinere Übel zu wählen. Daher entschied sie sich, gegen den Entscheid des ED zu rekurrieren.

Vor dem Basler Verwaltungsgericht äusserte ihr Anwalt starke Zweifel an den Vorwürfen. Die Schilderungen über die Schimpftiraden und Tätlichkeiten seien «nur vom Hörensagen bekannt». Zudem warf er dem ED vor, bereits eine Kündigung vorbereitet zu haben. So habe die Bademeisterin bloss «aus Angst» die Vereinbarung unterschrieben.

Nicht tolerierbare Gäste-Beschimpfungen

Thomas Mächler, Leiter Jugend, Familie und Sport beim ED ist hier anderer Meinung. Die Gäste zu beschimpfen sei ein absolutes No-Go. «Das sind Bürgerinnen und Bürger, die Eintritt bezahlen – das können wir nicht tolerieren», sagt er gegenüber Telebasel.

Zwar gebe es auch immer wieder Probleme mit aggressiven Badibesuchern, denen dann Hausverbot erteilt werde. Dies sei aber kein Grund, mit den Gästen ebenso umzugehen. Aus seiner Sicht sind die Reklamationen der Besucher an die Adresse der besagten Bademeisterin glaubwürdig.

Gericht: Vereinbarung war korrekt

Schliesslich wies das Gericht den Rekurs der Bademeisterin ab. Knackpunkt waren dabei aber nicht die Beschimpfungen. Gegenstand des Urteils war einzig, ob bei der einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses alles mit rechten Dingen zuging. Der Gerichtspräsident hob hervor, dass in einer Situation immer ein gewisser Druck auf die Arbeitnehmerinnen bestehe.

Dennoch sei die Vereinbarung zwischen ED und Bademeisterin «inhaltlich korrekt zustande gekommen».

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