Seit 2001 für Basel-Stadt tätig: Alain Groff. (Bild: zVG)

Basel

Brauchen wir 3’000 Leihvelos in Basel-Stadt?

Der Kanton sucht einen Verleiher für bis zu 3'000 Velos und E-Bikes, die in Basel herumkurven sollen. Notfalls sollen auch Steuergelder dafür fliessen.

Die Ausschreibung eines Veloverleihsystems soll schon im Herbst stattfinden. Die genaue Formulierung stehe aber noch nicht fest. Derzeit werte man Rückmeldungen von Anbietern aus, die in die Ausschreibung einfliessen sollen, heisst es beim Baudepartement. «Der Regierungsrat des Kantons-Basel Stadt hat beschlossen, ein grosses Veloverleihsystem zu realisieren, vergleichbar mit den Angeboten von Zürich und Bern.»

Bis zu 3’000 Leihvelos

Nun hat die Basler Zeitung kürzlich anhand eines internen Papiers publiziert, was «gross» bedeuten könnte: Die Rede sei von 1’000 bis 3’000 Velos (50 Prozent) und E-Bikes (mindestens 20 Prozent). Das Baudepartement schreibt auf Anfrage: «Das Amt für Mobilität möchte ein hochwertiges System ausschreiben, das für die Nutzenden leicht zugänglich und zuverlässig ist, sich gut ins Stadtbild und in den dicht genutzten städtischen Raum integrieren lässt. Die Ausschreibung wird so gestaltet sein, dass der Wettbewerb frei spielen kann und mehrere potenzielle Anbieter ein Angebot einreichen».

Finanzielle Mittel vom Staat

Da solche Systeme nicht selbsttragend sind und Anbieter wie Publibike (Posttochter) oder Pick-e-Bike (Baselland Transport AG) ihre Dienstleistung mit Hilfe von Sponsoren finanzieren, sollen beim Staat auch Steuergelder kein Tabu sein. «In Abhängigkeit von den eingehenden Angeboten sind allenfalls finanzielle Mittel zu beantragen», sagte der beim Amt für Mobilität für den Veloverleih zuständige Projektleiter Martin Dolleschel der BaZ.

Viele Fragen

Wer zahlt den Betrieb? Wozu dient die Dienstleistung? Warum muss in Basel-Stadt der Staat eine Ausschreibung machen, wenn bereits professionelle Dienstleister vorhanden sind, fragt nicht nur FDP-Vizepräsident Daniel Seiler sondern auch jener SP-Grossrat, der die Leihvelos für Basel 2007 angestossen hatte, Jörg Vitelli.

Warum muss mit Steuergeldern ein grosses Leihvelo-System eingerichtet werden, wenn die Menschen dieser Stadt auch Velos käuflich erwerben. Welches Fahrrad ist nachhaltiger: Das verliehene oder dasjenige, das von der Besitzerin und dem Besitzer in Stand gehalten wird? Ist die nötige Infrastruktur (Verkehrswege, Parking etc.) für hunderte oder gar tausende zusätzlicher Velos bereits vorhanden?

Im Talk vom 21. August 2019 stellt sich Alain Groff, Leiter Amt für Mobilität (BVD BS), ab 18:40 Uhr den Fragen.

1 Kommentar

  1. Einmal mehr ein warmer Furz vom
    Departement Wessels.
    Schon wieder eine grün/rote Schnaps-
    Idee auf Kosten der Steuerzahler.
    Für dieses Anliegen kann es nur ein klares NEIN geben.
    Und zum x-ten Mal zeigt es die Bera-
    tungsresistenz des unfähigsten Regie-
    rungsratesReport

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