(Bild: Keystone)

Schweiz

Mehr Notfall-Spitaleintritte während Hitzewellen

Eine Studie des Swiss TPH über den Hitzesommer 2015 zeigt, dass Hitzewellen eine Gesundheitsgefahr darstellen. Es kam zu 2’700 zusätzlichen Notfall-Eintritten.

Forschende des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) haben für die Schweiz erstmals wissenschaftlich untersucht, wie sich Hitzewellen auf die Anzahl Notfall-Spitaleintritte auswirken. Demnach hat der Hitzesommer 2015 zu über 2’700 zusätzlichen Notfall-Eintritten geführt, wie die Forschenden im Fachblatt «Environmental Health» berichten.

Besonders ältere Menschen sind betroffen

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Hitzewellen zu zusätzlichen Todesfällen führen. Im Hitzesommer 2015 waren dies in der Schweiz rund 800 hitzebedingte Todesfälle. Bisher sei jedoch der Einfluss von Hitzewellen auf Erkrankungen und Spitaleintritte wenig untersucht worden, wie das Swiss TPH mitteilte.

Gemäss der nun vorgelegten Studie, betrafen die zusätzlichen Notfall-Spitaleintritte besonders Ältere, sowie die Bevölkerung im Tessin und im Genfersee-Gebiet, den heissesten Regionen während des Hitzesommers 2015.

Von den drei Hitzewellen zwischen Juni und August hatte die erste demnach den grössten Einfluss auf die Zahl der Spitaleintritte – eine Beobachtung, auf die auch frühere Studien hingewiesen hatten. Dies werde sogar noch verstärkt, wenn die Hitzewelle bereits im Frühsommer auftrete, erklärte Studienleiterin Martina Ragettli vom Swiss TPH gemäss der Mitteilung.

Andere Ursachen als bei Todesfällen

Die häufigsten Ursachen waren Infektionskrankheiten, Grippe, Lungenentzündung, sowie Erkrankungen des Urogenitalsystems und des Verdauungssystems, wie das Swiss TPH mitteilte. Dies sei überraschend, weil bei hitzebedingten Todesfällen insbesondere Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen die Hauptrolle spielen, so Ragettli.

Die hohen Temperaturen helfen der Verbreitung von Viren und Bakterien, was offenbar eine wichtige Rolle für die Spitaleintritte spiele, hiess es weiter. Dies sollte in kantonalen Massnahmenplänen zum Schutz der Gesundheit während Hitzewellen berücksichtigt werden.

Die im Auftrag der Bundesamts für Umwelt (BAFU) durchgeführte Untersuchung beruht auf Daten des Bundesamts für Statistik aus den Jahren 2005 bis 2015. Anhand dieser Daten berechneten die Forschenden des Swiss TPH die zu erwartende Zahl der Notfall-Eintritte in Schweizer Spitälern und verglichen diese mit der tatsächlichen Zahl.

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