Tom Lüthi beendete den GP von Österreich nur im sechsten Rang. (Bild: Key)

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«Ich machte einfach zu viele Fehler»

Tom Lüthi beendete den Grand Prix von Österreich in Spielberg im sechsten Rang und büsst in der Gesamtwertung um weitere zehn auf 43 Punkte.

Tom Lüthi beendete den Grand Prix von Österreich im sechsten Rang. Für den 32-jährige Emmentaler vergrösserte sich der Rückstand in der Gesamtwertung um weitere zehn Punkte.

Es hätte für Lüthi, der auf dem Stop-and-Go-Kurs in Spielberg als Fünfter vor sämtlichen Titelkonkurrenten gestartet war, aber weit schlimmer kommen können. Nachdem der Kalex-Fahrer zwischenzeitlich an dritter Stelle gelegen hatte, konnte er nach der Hälfte der 25 Runden das Tempo nicht mehr mitgehen und wurde auf Platz 9 zurückgereicht.

«Am Anfang ging es gut, dann machte ich einfach zu viele Fehler», sagte Lüthi. «Ich bremste oft am Limit und geriet dadurch einige Male neben die Strecke. Dabei verlor ich nicht nur viel Zeit, sondern eben auch viele Positionen. Ich bin froh, dass wir am Montag hier in Spielberg noch einen Testtag haben und so schon das nächste Rennen vorbereiten können.»

Dass sich für Lüthi der Schaden in Grenzen hielt, lag einerseits an WM-Leader Alex Marquez. Nach fünf Triumphen in den letzten sechs Rennen griff der Spanier am Schluss den südafrikanischen Sieger Brad Binder nicht mehr an und begnügte sich mit Rang zwei, was ihm 20 statt 25 Punkte einbrachte. «Das Risiko war mir bei diesen rutschigen Bedingungen einfach zu gross», erklärte Marquez, der das Qualifying lediglich als Elfter beendet hatte.

Andererseits profitierte Lüthi davon, dass fünf im Rennen vor ihm liegende Fahrer ausschieden. In der vierten Runde schoss Marquez-Teamkollege Xavier Vierge den führenden Pole-Setter Tetsuta Nagashima ab. In der 20. Runde stürzte Remy Gardner an zweiter Stelle liegend, und eine Runde später crashten sich Enea Bastianini und Luca Marini im Kampf um einen Podestplatz gegenseitig aus dem Rennen. Als Dritter fuhr der Spanier Jorge Navarro über die Ziellinie, der vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Silverstone nur noch zwölf Zähler Rückstand auf Lüthi aufweist.

Sieg für Geburtstagskind Binder

Binder gewann des elfte von 19 Saisonrennen mit 0,330 Sekunden Vorsprung auf Marquez. Der Südafrikaner machte sich mit dem elften GP-Triumph an seinem 24. Geburtstag gleich selber das schönste Geschenk und bescherte KTM, das 2020 aus der Moto2 aussteigt und sich nur noch in der MotoGP und Moto3 engagiert, bei dessen Heimspiel auf dem Red-Bull-Ring eine riesige Party.

Für Dominique Aegerter endete der GP von Österreich einmal mehr mit einer Enttäuschung. Der 28-jährige Oberaargauer konnte auf seiner MV Agusta nie in den Kampf um die Punkteränge eingreifen und wurde mit 25 Sekunden Rückstand lediglich 17.

Dovizioso gewinnt vor Marquez

In einem wahnsinnigen MotoGP-Rennen mit über einem Dutzend Führungswechseln und Feindberührungen gewinnt Ducati-Fahrer Andrea Dovizioso hauchdünn vor Marc Marquez.

Der Italiener, der diese Saison den WM-Auftakt in Doha gewonnen hat, und der sechsfache Saisonsieger aus Spanien lieferten sich über die ganzen 28 Runden ein erbittertes Duell. Am Ende überholte Dovizioso in der letzten Kurve den Honda-Fahrer und siegte mit 0,213 Sekunden Vorsprung. Dritter wurde MotoGP-Rookie Fabio Quartararo vor dem neunfachen Champion Valentino Rossi.

Für Marquez wars ein Déja-vu auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Schon vor einem Jahr hatte der siebenfache Weltmeister ebenfalls in der letzten Kurve das Rennen gegenüber Jorge Lorenzo verloren. Seit 2016, als der GP-Zirkus in die Steiermark zurückkehrte, siegte immer ein Ducati-Fahrer.

In der Gesamtwertung führt Marquez immer noch mit komfortablen 58 Zählern Vorsprung auf Dovizioso (230:172).

In der Moto3 feierte der italienische Honda-Fahrer Romano Fenati seinen 11. GP-Triumph, dem ersten seit Japan 2017. Dank Rang sechs übernahm sein Landsmann Lorenzo Dalla Porta die WM-Führung mit einem Punkt Vorsprung auf den Spanier Aron Canet, der nur Zehnter wurde.

Im auf fünf Runden verkürzten MotoE-Rennen klassierte sich der von Position vier gestartete Jesko Raffin im achten Rang. Der 23-jährige Zürcher kehrt 2020 im japanischen NTS-Team in die Moto2-WM zurück. Gewonnen wurde das zweite von sechs Rennen im MotoE-World Cup von Mike Di Meglio.

Resultate

MotoGP (28 Runden à 4,318 km = 120,904 km): 1. Andrea Dovizioso (ITA), Ducati, 39:34,771 (183,2 km/h). 2. Marc Marquez (ESP), Honda, 0,213 zurück. 3. Fabio Quartararo (FRA), Yamaha, 6,117. 4. Valentino Rossi (ITA), Yamaha, 7,719. – Schnellste Runde (5.): Dovizioso in 1:23,827 (185,4 km/h). – 21 Fahrer gestartet, 16 klassiert.

WM-Stand (11/19): 1. Marquez 230. 2. Dovizioso 172. 3. Danilo Petrucci (ITA), Ducati, 136. Ferner: 5. Rossi 103.

Moto2 (25 Rd/107,95 km): 1. Brad Binder (RSA), KTM, 37:24,963 (173,1 km/h). 2. Alex Marquez (ESP), Kalex, 0,330. 3 Jorge Navarro (ESP), Speed Up, 1,839. 4. Lorenzo Baldassarri (ITA), Kalex, 2,183. 5. Augusto Fernandez (ESP), Kalex, 3,303. 6. Tom Lüthi (SUI), Kalex, 4,645. Ferner: 9. Marcel Schrötter (GER), Kalex, 6,973. 17. Dominique Aegerter (SUI), MV Agusta, 25,000. – Schnellste Runde (20.): Luca Marini (ITA), Kalex, in 1:29,018 (174,6 km/h). – 32 Fahrer gestartet 27 klassiert.

WM-Stand (11/19): 1. Marquez 181. 2. Lüthi 138. 3. Navarro 126. 4. Fernandez 121. 5. Baldassarri 115. 6. Schrötter 114. Ferner: 20. Aegerter 12. 30. Jesko Raffin (SUI), NTS, 3.

Moto3 (23 Rd/99,314 km): 1. Romano Fenati (ITA), Honda, 37:50,135 (157,4 km/h). 2. Tony Arbolino (ITA), Honda, 1,097. 3. John McPhee (GBR), Honda, 1,105. – Schnellste Runde (22.): Celestino Vietti (ITA), KTM, in 1:36,587 (160,9 km/h). – 31 Fahrer gestartet, 27 klassiert.

WM-Stand (11/19): 1. Lorenzo Dalla Porta (ITA), Honda, 155. 2. Aron Canet (ESP), KTM, 154. 3. Arbolino 113.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Grossbritannien am 25. August 2019 in Silverstone.

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